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Pokalerfolg gegen HohkeppelErlösender Treffer für Viktoria Kölns Robin Velasco

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Viktoria Köln

Mit Premierentorschütze Robin Velasco (Nummer 11) feiert Viktoria Köln beim 4:1 den Einzug ins Pokalfinale.

Der seit langem kriselnde Außenstürmer erzielt beim 4:1 im Halbfinale seinen ersten Pflichtspieltreffer für die Viktoria.

Der bislang verkorkste Monat März hat für den FC Viktoria Köln mit dem Einzug ins Endspiel des Mittelrheinpokals doch noch ein versöhnliches Ende gefunden. Der Höhenberger Drittligist, in der Meisterschaft zuletzt mit vier Niederlagen am Stück, hatte sich am Donnerstagabend im Halbfinale beim Mittelrheinliga-Zweiten Eintracht Hohkeppel keine Blöße gegeben und dem Außenseiter beim 4:1-Sieg keine Minute größere Hoffnungen auf eine Pokal-Sensation gestattet. Das Finale findet am 23. Mai im Rahmen des Finaltags der Amateure im Höhenberger Sportpark statt. Der Gegner wird am kommenden Mittwoch im Duell zwischen dem SC Fortuna und dem Bonner SC (19.30 Uhr, Südstadion) ermittelt. Die nicht offensiv kommunizierte Idealvorstellung wäre wohl ein Kölner Derby im ausverkauften Stadion gegen den dann angehenden Drittliga-Rivalen. „So ein Finale zuhause ist das Schönste, was es gibt. Wir sind gespannt, wer sich nächste Woche durchsetzt“, sagte Viktoria-Trainer Marian Wilhelm.

Yannick Tonye trifft doppelt

Der Coach hatte auf dem oberbergischen Kunstrasen auf personelle Experimente verzichtet und mit wenigen Ausnahmen auf seine A-Elf vertraut. Nach zurückhaltenden ersten Minuten setzte sich die Qualität schnell durch. Per Doppelschlag brachten Yannick Tonye (15.) und Lucas Wolf (16.) die Viktoria mit 2:0 in Führung und sorgten für eine frühe Vorentscheidung. „Mit zwei richtig guten Torchancen schlagen wir eiskalt zu, dieser Spielverlauf kommt uns dann zugute“, sagte Wilhelm. „Nach der Halbzeit kommen wir raus und machen direkt das Dritte. Das war dann ein sehr, sehr guter Auftritt der Jungs.“ Torschütze war erneut Tonye (46.).

Dem 21 Jahre alten Flügelstürmer könnten die beiden Treffer dringend benötigtes Selbstvertrauen verleihen. Tonye, im Sommer von Schalke 04 verpflichtet, hatte die ganze Saison über immer wieder mit muskulären Problemen zu kämpfen und kam nie richtig in Tritt. Die körperliche Anpassung an die Dritte Liga kam nicht wie gewünscht voran. In 19 Liga-Einsätzen gelang ihm nur ein Treffer. Dabei bringt der gebürtige Bochumer mit, was der Viktoria auf den Außenbahnen weiterhelfen könnte: Tempo und Dribbelstärke. Nur im Abschluss wurde er zumeist von seinen Nerven ausgebremst. Allerdings nicht im Pokal-Halbfinale.

Die Viktoria ließ sich auch nicht durch das 1:3 von Firat Tuncer (53./Handelfmeter) aus der Ruhe bringen. In der Schlussphase durfte ein anderes Sorgenkind Selbstvertrauen tanken, Robin Velasco erzielte das 4:1 (80.). Für den Außenstürmer war es im 42. Pflichtspiel der erste Treffer überhaupt. Auch der 23-Jährige hatte seit seiner Verpflichtung im Sommer 2024 immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen und konnte seine Qualitäten eigentlich noch nie unter Beweis stellen. „Es tut gut, wenn du zeigst, dass du noch gewinnen kannst“, resümierte Trainer Wilhelm.

Das Lieblingsspiel von Viktoria Köln

Das Mittelrheinpokal-Finale ist so etwas das Höhenberger Lieblingsspiel – der Klub ist dort eine Macht. Achtmal stand der FC Viktoria seit 2014 im Endspiel, achtmal streckte das Team im Anschluss die Trophäe in die Höhe, hinzu kommen die beiden Triumphe des Vorgängervereins SC Viktoria (1986/1990).

Die Aussicht auf einen Titel, die Qualifikation für den DFB-Pokal und die Erstrundenprämie von über 210.000 Euro erleichtern dem Drittligisten die Planungen für die kommende Saison. Der Vertrag mit Coach Wilhelm wurde bereits verlängert, in Absprache mit ihm treibt die sportliche Führung um Franz Wunderlich und Valentin Schäfer nun Vertragsgespräche mit Spielern aus dem aktuellen Kader sowie die Verpflichtung externer Zugänge voran. Erste Einigungen sind für die kommenden Wochen zu erwarten.

Auf die Profis wartet ein trainingsfreies Wochenende. Am Montag startet die Vorbereitung auf das Spiel am 4. April bei Hansa Rostock (14 Uhr).