Der Südstadt-Klub zeigt, dass er aus der Auftaktniederlage in Großaspach gelernt hat und sichert sich in Überzahl einen Punkt.
Fortuna Köln spielt 1:1 gegen AachenDas erste Drittliga-Tor im Südstadion seit sieben Jahren

Romeo Aigbekaen (l.) trifft zum 1:1-Ausgleich gegen Alemannia Aachen.
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Es war das erste Drittliga-Tor des SC Fortuna Köln seit sieben Jahren, dass die Heimfans der 8660 Zuschauer im Südstadion in Jubel ausbrechen ließ – und zugleich den ersten Punktgewinn der Saison sicherte. Angreifer Romeo Aigbekaen verwertete einen Abpraller am Sechzehner aus der Drehung mit einem wuchtigen Schuss ins lange Eck zum 1:1-Endstand gegen Alemannia Aachen (60.).
Aachen lange Zeit in Unterzahl
Zuvor war Aachen in der ersten Hälfte per Elfmeter in Führung gegangen, Mehdi Loune hatte einen Strafstoß sicher verwandelt (11.). Nur wenige Minuten später leistete der Torschütze seinem Team allerdings einen Bärendienst: Nach zwei Fouls innerhalb von drei Minuten musste er mit Gelb-Roter Karte vom Platz (23.), woraufhin die Aachener defensiver agierten. „Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht. Ich hätte mir gewünscht, dass wir das ein oder andere Tor noch gemacht hätten. Nach dem Gegentreffer haben wir die Fassung bewahrt. Der Platzverweis hat das Spiel verändert“, resümiert Fortunas Trainer Matthias Mink.
Wie schon in den vergangenen Jahren war es ein intensiv und emotional geführtes Duell, in dem es Schiedsrichterin Davina Lutz auf beiden Seiten in einigen Situationen an einer klar erkennbaren Linie fehlte. In der zweiten Hälfte kam die Fortuna zunächst durch Enzo Wirtz dem Ausgleich nahe, der Angreifer verpasste jedoch eine Hereingabe knapp (51.) – Aigbekaen machte es dann besser.
Al Ghaddioui mit Riesenchance
Nach fast 70-minütiger Überzahl, bei schwülen Temperaturen von etwa 30 Grad und einem tiefen, vor Anpfiff noch einmal von Starkregen aufgeweichten Platz, kam die Fortuna dem Siegtreffer immer näher. Jonas Michelbrink (77.), Rafael Garcia (83.) und Hamadi Al Ghaddioui, der freistehend vor dem Torwart zum Kopfball kam, ihn aber schlecht platzierte (86.), vergaben die Chancen dazu. Trainer Mink nahm seinen Angreifer in die Pflicht: „In der zweiten Hälfte muss man hintenraus ein zweites Tor machen. Hamadi muss den Kopfball besser setzen. Es ist nicht so, dass da ein 19- oder 20-Jähriger steht, dem die Nerven flattern.“
Dennoch überwiege die Zufriedenheit, so Mink weiter: „Wir sind angekommen in der Liga, sowohl mit dem Zuschaueraufkommen, einem richtig schönen Heimspiel und guter Unterstützung von den Rängen. Wir freuen uns über den ersten Punkt. Wir müssen dennoch schauen, dass wir solche Spiele in Zukunft auch gewinnen.“
Nach zwei Spieltagen lässt sich nur schwer bewerten, wo die Fortuna als Aufsteiger steht. Fakt ist aber, dass Griffigkeit, Biss und spielerische Klasse sich im Vergleich zur 0:1-Auftaktniederlage bei der SG Sonnenhof Großaspach verbessert haben.
Auch personell hatte Mink Änderungen durchgeführt: Ex-FC-Spieler Neo Telle, der für Kevin Brechmann in die Startelf rückte, machte seine Sache auf der rechten Abwehrseite stark und könnte den Ausfall von Jasper Löffelsend (Kreuzbandriss) auch künftig kompensieren. „Den Punkt haben wir uns auf jeden Fall verdient, wir hatten noch weitere Chancen für den Sieg. Da wäre mehr drin gewesen“, sagte der 21-Jährige. „Hinten standen wir sicher, vorne haben wir es gut gemacht. Das letzte Quäntchen Glück und der letzte Biss hat gefehlt, damit vielleicht noch ein Ball reinfällt.“
Minks Wechsel zeigen Ertrag
Auf welcher Position er künftig eingesetzt wird, ist Telle egal: „Innenverteidiger ist gewohnter, aber ich fühle mich auf beiden, also auch rechts, wohl.“ Ebenso stark präsentierte sich Innenverteidiger Max Fischer, der für den zuletzt glücklosen Seymour Fünger in die Startelf rückte. Auch Bennit Bröger, bereits gegen Großaspach ein Unruheherd, sorgte mit seinen Dribblings und seiner Spielfreude für Schwung in der Offensive.
Aigbekaen wiederum versuchte es unermüdlich, scheiterte lange an den physisch starken Aachener Verteidigern, bis ihm das wichtige Tor gelang. Vorzuhalten ist der Fortuna vor allem die Chancenverwertung: Gegen Aachen war man über weite Strecken in Überzahl und hätte den ersten Saisonsieg einfahren können. Die Chancenverwertung muss sich in den kommenden Wochen verbessern, um als Aufsteiger in der Dritten Liga bestehen zu können. Am kommenden Wochenende pausiert die Liga jedoch, es dreht sich dann alles um die Pokalwettbewerbe – für die Fortuna geht es im Mittelrheinpokal gegen Mittelrheinligist Eintracht Hohkeppel. „In erster Instanz zählt natürlich der Ligabetrieb. Aber klar wollen wir in Hohkeppel eine Runde weiterkommen“, so Mink.
Fortuna Köln: Winkler–Afamefuna, Fischer, Al-Azzawe, Telle – Strauch, Stanilewicz, Bröger (82. Garcia), Thier (69. Michelbrink) – Aigbekaen (76. Bornemann), Wirtz (76. Al Ghaddioui). – Tore: 0:1 Loune (FE/11.), 1:1 Aigbekaen (60.). – Gelb-Rote Karte: Loune (Aachen/23.). –Zuschauer: 8660.
