Der junge Franzose war einst die Nummer eins der Nachwuchs-Weltrangliste, wurde dann von einer Verletzung gestoppt. Nun tritt er in der Bundesliga an.
TennisRot-Weiss Köln setzt große Hoffnungen in Luca Van Assche

Luca Van Assche tritt in der neuen Saison für Köln in der Bundesliga an.
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Auf Sicherheiten hat Sussan Karimi eher selten gesetzt. Die Managerin des Kölner THC Stadion RW agiert bei der Zusammenstellung ihrer Bundesliga-Teams seit jeher wie eine Spekulantin an der Börse. Sie muss Entwicklungen, die sich bei einzelnen Tennisprofis auf der großen Tour andeuten, erkennen und im richtigen Moment zuschlagen. Nur dann kann der Aufsteiger aus Müngersdorf auch im zweiten Jahr reüssieren und den dritten Platz im Abschlussklassement 2025 in diesem Sommer wiederholen.
„Wir gehen immer ein gewisses Risiko ein, werden manchmal aber auch belohnt“, erklärt die Macherin vom Olympiaweg ihr Metier. Zusammen mit Chefcoach Ralph Grambow und Dustin Brown als spielendem Bindeglied zwischen Management und Profikader scheint Karimi auch in der Saison 2026 einen guten Riecher gehabt zu haben. Zumindest schickt sich mit Luca Van Assche ein KTHC-Neuling an, die Weltrangliste von hinten aufzurollen und ab Juli als neuer Leistungsträger der Rot-Weissen aufzuschlagen.
Rippenverletzung stoppte Luca Van Assche
Der 21-jährige Franzose hatte einst die Junioren-Konkurrenz beim Grand Slam-Turnier in Roland Garros gewonnen, ehe ihn eine Verletzung zurückwarf. „Als wir Luca letztes Jahr verpflichtet haben, war er noch ein Top-250-Spieler“, erklärt die Teammanagerin ihre Akquise-Taktik. Da die ehemalige Nummer eins der Junioren-Weltrangliste mit großem Potential ausgestattet ist und nur wegen einer Rippenverletzung von ATP-Rang 63 (im Jahr 2023) zurück auf eine Position jenseits der Top 200 fiel (2024/25), schlugen die Müngersdorfer beim nächsten Franzosen zu.
Das Enfant terrible Benoit Paire steht im neuen Jahr zwar nicht mehr zur Verfügung. Dafür aber der beste KTHCler Gregoire Barrere, Laurent Lokoli und Lilian Marmousez als alteingesessene Landsleute von Van Assche. Dazu kamen die ebenfalls aus Frankreich stammenden Neulinge Kyrian Jacquet (ATP-Rang 145) und Mathys Erhard (345). „Wir gehen stark davon aus, dass Luca sich schnell wohl bei uns fühlen wird“, spricht Karimi über ihre neue, etatmäßige Nummer zwei.
Luca Van Assche glänzt auf Asche
Wie viele Weltranglisten-Plätze Van Assche bis zum Bundesliga-Start am 5. Juli gutgemacht haben wird, ist fast kaum absehbar, hat er doch im letzten Halbjahr schon über 100 Ränge aufgeholt. Jedenfalls geht die Entwicklung des wieselflinken Kämpfers, der sowohl mit der Vorhand als auch der beidhändigen Rückhand punkten kann und auch am Aufschlag, einer früheren Schwäche, gearbeitet hat, steil nach oben.
Beim aktuellen ATP 250er Turnier in Marrakesch besiegte der Rechtshänder keinen Geringeren als Tallon Griekspoor. Der Niederländer ist die aktuelle Nummer 30 der Tenniswelt und lehrte 2025 auch schon Alexander Zverev das Fürchten. Nach dem 6:4, 1:6, 6:3-Erfolg auf der marokkanischen Asche stieg er in die Top 100 auf. Das Vertrauen, das Sussan Karimi und Co. im Spätsommer 2025 in Luca Van Assche hatten, dürfte sich für die Rot-Weissen in der neuen Bundesliga-Saison also auszahlen.

