Der Tischtennis-Zweitligist muss zwar den Abgang seines Topspielers verkraften, zeigt sich dennoch kämpferisch.
Tischtennis1. FC Köln gibt Topspieler ab, träumt aber weiter von der Bundesliga

Hat den 1. FC Köln verlassen: Tom Jarvis
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Hinter den Tischtennis-Herren des 1. FC Köln liegt eine abwechslungsreiche Halbserie, an deren Ende das Team sogar in Schlagdistanz zu den Aufstiegsrängen zur Bundesliga liegt, trotz großer Probleme mit der Lindenthaler Sporthalle des Apostelgymnasiums, in der akuter Sanierungsbedarf herrscht. Nach dem personellen Umbruch und dem Verlust von gleich zwei Leistungsträgern im Sommer war eine solche Bilanz kaum zu erwarten. Der FC ist Tabellendritter, nur ein Punkt hinter dem TSV Windsbach und Platz zwei. Der Sprung ins Oberhaus, von dem in Köln seit einigen Jahren geträumt wird, scheint realistisch.
Der sportliche Erfolg hat jedoch eine Schattenseite. Tom Jarvis hat mit seiner 12:6-Bilanz als Einser das Interesse anderer Vereine auf sich gezogen und hat sich dem Bundesligisten ASC Grünwettersbach angeschlossen. Dort wird er der neue Teamkollege von Tobias Hippler, der erst im Sommer aus Köln dorthin wechselte.
Tomoki Omoda ist Kölns neue Nummer zwei
Die Kölner müssen ihren Topspieler im Winter ersetzen, sehen das jedoch positiv. Immerhin schafft so der nächste Spieler aus Köln den Sprung ins Oberhaus: „In Köln ist man bereit, den Spieler zu fördern“, betrachtet Gianluca Walther, Tischtennis-Abteilungsleiter und Teamchef des Zweitliga-Teams, den Abgang als Erfolg für die geleistete Arbeit. Dennoch, daraus macht Walther keinen Hehl, reißt der Abschied eine Lücke. Eine Freigabe erhielt Jarvis aus seinem laufenden Vertrag daher auch nur, weil es dem FC gelang, kurzfristig Ersatz zu organisieren.
Der Japaner Tomoki Omoda sowie die beiden Taiwaner Yang Chia-An und Wang Chen-You werden den FC unterstützen, wobei insbesondere Omoda Spielpraxis in Köln erhalten soll. Florian Bluhm soll von der Position zwei auf die eins rutschen und der Japaner die neue Nummer zwei werden. Der Verlust von Jarvis wird laut Walther nicht durch Omoda allein aufgefangen. Das 18-jährige Mitglied der japanischen Jugend-Nationalmannschaft werde behutsam in Deutschland Fuß fassen und nach und nach seine sportliche Qualität ins Team einbringen.
Der 1. FC Köln will Spieler entwickeln
Mit Blick auf die Rückrunde gab Walther sich ehrgeizig: „Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir mit diesem Personalwechsel weiterhin ein schlagkräftiges Team beisammenhaben, um in jeder einzelnen Begegnung um den Sieg kämpfen zu können.“ Dabei wird der Teamchef möglicherweise wieder häufiger selbst zum Schläger greifen. Der 31-Jährige sieht in seiner Mannschaft auf der Position vier Steigerungsbedarf. Dort weist der erst 19-jährige Lleyton Ullmann nach der Hinrunde eine durchwachsene Bilanz von 5:8 auf und fällt im Vergleich zu seinen Teamkollegen ab.
Walther selbst will durch den erhöhten Druck auf das Talent für dessen nächsten Entwicklungsschritt sorgen. Die Entwicklung der eigenen Spieler sei eine der Hauptaufgaben des FC: „Wir wollen die jungen Spieler fördern, aber nicht nur oben, sondern auch auf den Positionen drei und vier.“ Das betrifft neben Ullmann auch den „Dreier“ Mike Hollo. Beide sollen sich idealerweise zu Spielern entwickeln, die in einigen Jahren ebenfalls den Sprung in die Bundesliga schaffen können – sei es in Köln oder bei einem anderen Verein.
Jahresauftakt gegen Oldenburg
Beim Stichwort Aufstieg bleibt Walther zurückhaltend, auch wenn er betont: „Wir kämpfen um den maximalen sportlichen Erfolg.“ Vor der Saison war eine Platzierung unter den ersten drei Teams als Ziel ausgegeben worden, hier liegt der FC im Plan. Es wäre zugleich die beste Platzierung der Vereinsgeschichte. Allerdings, so rechnet Walther vor: „Wir haben bis zum Tabellenfünften dieselbe Punktzahl. Wir verlieren ein Spiel und stehen plötzlich vielleicht sogar in der unteren Tabellenhälfte.“
Für den 1. FC Köln startet die Rückrunde am 25. Januar mit einem Heimspiel gegen den aktuellen Vorletzten Oldenburger TB. Richtungsweisend könnte das zweite Duell zwei Wochen später beim Zweitplatzierten TSV Windsbach werden. Bis Ende Februar muss sich der FC entscheiden, ob er beim DTTB die Zulassung für die Bundesliga beantragen wird. Sportlich könnte der Verein bis dahin die Weichen schon gestellt haben.

