Nach großen Verletzungsproblemen und einigen Rückschlägen trainiert Christoph Greger ab Montag wieder im vollen Umfang mit der Mannschaft.
Viktoria KölnDie Rückkehr des Kapitäns

VIktoria Kölns lange verletzter Kapitän Christoph Greger (M.)
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Der FC Viktoria Köln befindet sich in der Dritten Liga auf einem Höhenflug. Dabei sitzt der Kapitän jedoch nicht einmal am Steuer: Christoph Greger ist nur Passagier. Denn der 29 Jahre alte Verteidiger steht seit fast zehn Monaten verletzungsbedingt nicht zur Verfügung – mit Ausnahme eines Kurzeinsatzes am letzten Spieltag der Saison 2025/26. Der Routinier hatte lange Zeit mit hartnäckigen Rückenproblemen zu kämpfen. In der Sommerpause unterzog sich Greger zudem einem mit dem Verein abgesprochenen Eingriff am Sprunggelenk, „um die Basis für eine stabile Saison zu legen“, wie er berichtete. Es folgten kräftezehrende Reha-Einheiten und die schrittweise Rückkehr ins Mannschaftstraining.
Am Montag, wenn der einwöchige Sonderurlaub der Viktoria-Profis zu Ende geht, soll auch ein wichtiges Kapitel in Gregers Kampf ums Comeback abgeschlossen sein: Der Abwehrchef wird wieder vollständig mit seinen Teamkollegen trainieren.
„Ich fühle mich gut und stabil. In den vergangenen vier Wochen habe ich die Belastung im Training stetig gesteigert und zuletzt schon weite Teile des Trainings mitgemacht, auch beim Elf-gegen-elf. Ab Montag bin ich dann wieder voll im Training dabei“, sagt Greger im Gespräch mit dieser Zeitung.
Viktoria Kölns beeindruckender Saisonstart
Der Routinier durfte beim beeindruckenden Höhenberger Saisonstart, der das Team von Trainer Marian Wilhelm bis auf Tabellenplatz zwei katapultierte, nur zuschauen. Immerhin gefiel ihm, was er sah. „Gerade die letzte englische Woche war einfach sehr, sehr gut. Wir haben eine Balance gefunden zwischen dem gemeinschaftlichen Verteidigen und dem dominanten Spiel mit dem Ball“, lobt Greger. „Wir haben im Vergleich zur letzten Saison noch einmal an Qualität dazugewonnen. Und damit meine ich nicht nur die aktuelle Startelf, sondern auch die Jungs, die bisher vielleicht noch nicht so viel gespielt haben. Ich finde uns durch die Qualität im Ballbesitz, den etwas höheren Speed und durch unsere defensive Intensität insgesamt einfach dieses Jahr sehr schwer zu bespielen.“
Dabei hatte der Saisonauftakt und das 2:5 gegen Jahn Regensburg nichts Gutes vermuten lassen. Die Kölner hatten sich defensiv vogelwild präsentiert – die Sehnsucht nach dem Kapitän war plötzlich sehr groß. „Wir haben schnell bemerkt, was passiert, wenn nur ein paar Prozent fehlen“, erinnert sich Greger. Doch die Mannschaft schüttelte das Debakel ab und fing sich schnell – die Auftaktpleite erwies sich als klarer Ausrutscher nach unten. Angeführt von Tobias Eisenhuth, Gregers Vertreter im Zentrum der Dreierkette und Interims-Abwehrchef, stabilisierte sich Kölns Defensive von Spiel zu Spiel.
„Eise macht es sehr, sehr gut. Er hat eine gute Ruhe mit Ball sowie eine gute Übersicht – da bringt er viel mit von der Sechserposition. Von daher sind wir sehr froh, ihn zu haben, und das gibt mir auch die nötige Zeit und Ruhe, um meine Reha ohne Eile zu beenden“, lobt Greger seinen Teamkollegen, den die Viktoria am Ende der vergangenen Saison bereits verabschiedet hatte – um ihn wenig später wieder unter Vertrag zu nehmen.
Christoph Greger als Aushilfs-Co-Trainer
Für Greger ist die Rückkehr ins Mannschaftstraining ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem echten Comeback. „Natürlich will ich schnell wieder auf mein Wettkampf-Niveau, aber das wird nach so einer langen Pause seine Zeit brauchen. Zum Glück läuft es für die Mannschaft aktuell so gut, dass ich mir die nötige Ruhe nehmen kann, um mich auf mein Comeback vorzubereiten“, sagt der 29-Jährige. Wäre die Defensive löchriger, müsste Gregers Rückkehr wohl beschleunigt werden. So hat er nun deutlich mehr Zeit. „Wir werden ihn nicht verheizen“, stellt Trainer Wilhelm klar.
Für den Coach war sein Kapitän während der Verletzung eine Art weiterer Co-Trainer. „Er war bei den Einheiten dabei, bei den Spielen und in der Kabine. Greg hat gecoacht und den Jungs Sicherheit gegeben. Er war ein wichtiger Teil des Erfolgs – auch wenn er nicht auf dem Platz stand“, sagt Wilhelm. „Es ist eine tolle Aussicht, ihn bald wieder dabei zu haben. Ich hoffe, dass er schnell wieder zu dem Spieler wird, der er vor den Verletzungen war.“
Greger will sich dabei keinen Druck machen, er kenne seine Qualitäten. „Bis es so weit ist, werde ich mich voll aufs Training konzentrieren, alles geben und die Jungs antreiben.“
