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Pokalaus nach großem KampfViktoria Köln verliert Elfmeter-Krimi gegen Nürnberg

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Die Kölner Spieler bedanken sich bei ihren Fans für die Unterstützung.

Bitteres Pokal-Aus für Viktoria Köln-

Der Höhenberger Drittligist ist dem Zweitliga-Tabellenführer lange Zeit überlegen, zieht aber im Elfmeter-Lotto den Kürzeren.

Die Entscheidung des packenden DFB-Pokalkampfs in Höhenberg fiel im Elfmeterschießen – und hier hatte der 1. FC Nürnberg am Samstagnachmittag die etwas besseren Nerven und setzte sich 5:4 gegen Viktoria Köln durch. Den entscheidenden Versuch vergab Niklas Jahn, langjähriger Jugendspieler des FCN. Die Höhenberger hatten kurz zuvor bereits einen Matchball, doch Niklas Swider jagte den Ball klar übers Tor.

Die Viktoria begann im mit über 8000 Zuschauern ausverkauften Sportpark furchtlos gegen die Mannschaft des früheren Weltklasse-Stürmers Miroslav Klose – vergab allerdings, wie schon in den beiden ersten Meisterschaftsspielen, früh große Chancen. In der sechsten Minute hatte sich Jannick Tonye stark über den rechten Flügel durchgesetzt und in den Rückraum gepasst. Niklas Castelle kam aus guter Position zum Abschluss, wurde aber geblockt. Wenig später verlängerte David Otto eine Ecke mit der Hacke – der Ball trudelte knapp rechts am Pfosten vorbei. Vom Zweitliga-Tabellenführer kam offensiv wenig. Wenn es gefährlich wurde, dann über den pfeilschnellen Shootingstar Mohamed Ali Zoma. Doch Tonye und Meiko Sponsel hatten den Linksaußen weitgehend im Griff.

Viktoria vergibt reihenweise Großchancen

Spätestens nach 20 Minuten hätte die Viktoria führen müssen. Allerdings verpasste es Otto aus kurzer Distanz, eine abgefälschte Flanke des früheren Nürnbergers Taylan Duman über die Linie zu drücken. Dann stand auch noch zweimal Club-Keeper Jan Reichert richtig: zunächst beim Kopfball von Tim Kloss (26.), später bei Dumans Abschluss, erneut eingeleitet vom starken Tonye (40.). Die Gäste gingen mit einem aus ihrer Sicht schmeichelhaften 0:0 in die Pause.

Zur zweiten Halbzeit blieb Tonye in der Kabine, beim Flügelspieler reichen die Kräfte noch nicht für 90 Minuten – oder mehr. Für ihn brachte Trainer Wilhelm Alexander Prokopenko, der zuletzt gegen Stuttgart II brillierte, aber ebenfalls noch nicht bei 100 Prozent ist.

Die Partie verlief ähnlich wie in Halbzeit eins. Allerdings offenbarte die Viktoria in der 56. Minute erstmals defensive Schwächen, als sie – trotz einiger Gelegenheiten – einen Ball nicht geklärt bekamen. Piet Scobel wurde im Strafraum angespielt, drehte sich kurz um die eigene Achse und vollendete wuchtig zum 1:0. Nürnberg präsentierte sich im Gegensatz zu Köln eiskalt.

Meiko Sponsel rettet Viktoria in die Verlängerung

Die Viktoria verkraftete den Schock gut und spielte weiter nach vorn, blieb aber im Abschluss zu unentschlossen. Nach 63 Minuten hatte der eingewechselte Noah Maboulou, eine Leihgabe aus Nürnberg, den Ausgleich auf dem Fuß, doch der Stürmer setzte den Ball über die Latte. Auch Sponsel versagten die Nerven, als er in der 74. Minute durchstartete, den Ball aus 18 Metern aber freistehend am Nürnberger Tor vorbeischob.

In der Schlussphase war es ein Spiel auf ein Tor, die Viktoria drückte auf das 1:1 – und wurde in der letzten Aktion des Spiels belohnt. Joker Pascal Fallmann, blitzgeheilt nach einem Außenbandriss, erkämpfte sich in der Nachspielzeit einen Freistoß, brachte den dann mit viel Gefühl vors Tor und bejubelte Sponsels wuchtigen Kopfball zum überfälligen Ausgleich (90.+6).

Die Verlängerung gestaltete sich zerfahren, beide Mannschaften scheuten das letzte Risiko. Kristian Mandic hatte eine gute Chance nach einer Ecke, setzte den Ball aber über die Latte (105.). Nach dem Seitenwechsel war den Teams der Kräfteverschleiß anzumerken, Viktorias Kilian Jakob verzog kurz vor Abpfiff aus der Distanz – es kam zum Elfmeterschießen, bei dem Nürnberg das glücklichere Ende hatte.