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Kommentar zur NationalmannschaftLöw muss weg

2 min
Löw dpa

Joachim Löw

Nach der historischen Pleite bei der WM 2018 war der Aufschrei in Fußball-Deutschland groß. Jogi muss weg! Doch Joachim Löw blieb – weil er als Weltmeistertrainer so große Verdienste erlangt hatte. Weil die Mannschaft in Russland doch eigentlich gute Statistiken vorweisen konnte. Weil ihm der Umschwung mit einem jüngeren Team zugetraut wurde.

28 Monate später liegt die Nationalmannschaft in Trümmern. Das 0:6 gegen Spanien war ein Offenbarungseid. Nicht das Ergebnis, die Leistung. Kein Einsatz, kein Aufbäumen, kein Konzept. Die deutsche Mannschaft als ganzes und einzelne Spieler im Speziellen waren heillos überfordert mit dem schnellen Spiel der Spanier.

In der Defensive stimmt wenig

Wen das wundert, der hat in den vergangenen Monaten nie so richtig hingesehen. In der Defensive stimmt äußerst wenig. Und das liegt nicht am System, sondern am Personal. Süle, lange verletzt. Rüdiger, bei Chelsea nur auf der Tribüne. Tah, in Leverkusen Ersatz. Koch, praktisch ohne internationale Erfahrung. Max ebenso.

Dabei hätte Deutschland durchaus Verteidiger aufzubieten, die ihre Klasse Woche für Woche beweisen, auf höchstem Niveau. Doch Löw weigert sich wie ein bockiges Kind, die Ausbootung von Jerome Boateng und Mats Hummels rückgängig zu machen. Gegen jeden Rat und jede Vernunft.

Führungsspieler fehlt

Das Gleiche gilt für Thomas Müller im Mittelfeld. Zugegeben, dort ist die Nationalmannschaft eigentlich gut bestückt. Das Tempo von Gnabry, Sané oder Werner kann Müller nicht mitgehen. Auch die technischen Fähigkeiten von Kroos oder Gündogan kann er nicht vorweisen. Aber Müller hat etwas, das in dieser Truppe zuvorderst vermisst wird: Führungsqualitäten.

Keiner staucht mal den Mitspieler zusammen, keiner geht mit kämpferischem Einsatz voran, keiner haut einen Gegenspieler aus den Schuhen. Als Exempel, wie es früher ein Matthäus, ein Schweinsteiger oder ein Ballack getan haben. Heute macht das nur noch Joshua Kimmich – und der war gegen Spanien nicht dabei.

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Löw hat sich mit aller Macht seiner Verjüngungskur verschrieben. Er will diesen Generationswechsel durchziehen, koste es, was es wolle. Doch der Preis für Löws Starrsinn könnte hoch sein. Bleibt er auf seinem Kurs, droht die EM im Sommer 2021 zum nächsten Desaster zu werden. Das gilt es zu verhindern. Und auch wenn die hohen Herren beim DFB Löw jetzt erneut das Vertrauen aussprechen, so kann jede echte Analyse eigentlich nur ein Ergebnis hervorbringen: Jogi muss weg!

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