Telekom Baskets treten am Sonntag als krasser Außenseiter beim Deutschen Meister FC Bayern an – Svetislav Pešic ist als Trainer zurück
Telekom BasketsBonner Gier nach Rebounds – am Sonntag gegen FC Bayern

Bonns Shooting Guard Joel Aminu (rechts) lässt Bayerns Wenyen Gabriel aussteigen und schließt ab.
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Der 26. Oktober 2025 ist fast schon ein historisches Datum. An jenem Sonntag verlor der FC Bayern sein bislang einziges Saisonspiel in der Basketball-Bundesliga. Mit Gordon Herbert als Trainer unterlag der amtierende Deutsche Meister mit 61:67 bei ALBA Berlin. Von 14 Partien entschieden die Münchner 13 für sich. So auch am kurz vor Weihnachten, als sie mit 83:55 bei den Telekom Baskets Bonn vor 18.713 Zuschauern in Köln triumphierten.
Bonner Chance auf Wiedergutmachung
Am Sonntag besteht für die Rheinländer die Chance zur Wiedergutmachung für die derbe Klatsche. Um 18 Uhr treten die Bonner im BMW-Park München an. Nach drei Siegen in Folge haben die Gäste reichlich Selbstvertrauen getankt und schielen insgeheim auf eine Sensation. Denn das wäre ein Sieg der Baskets: keine Überraschung, sondern eine Sensation.
Das liegt weniger an den Bonnern als am Gegner, der einmal mehr das Maß aller Dinge in der Liga ist. Der beim Jahreswechsel Vorletzte der Euroleague ist auf allen Positionen doppelt besetzt, eine Schwäche ist kaum auszumachen. Dass es international nicht gut läuft, kostete Coach Herbert seinen Job.
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Svetislav Pešić kehrt zu Bayern zurück
Kurz vor dem Hinspiel trennten sich die Wege, mittlerweile hat ein alter Bekannter das Sagen: Svetislav Pešić unterschrieb einen Vertrag bis Saisonende. Viele kennen den 76-Jährigen als Trainer der serbischen Nationalmannschaft, die im WM-Finale 2023 Deutschland mit 77:83 unterlag. Es ist seine zweite Amtszeit in München, Pešić zeichnete bereits von 2012 bis 2016 für die Bayern verantwortlich. Zuvor hatte er bereits die Bundesligisten ALBA Berlin (1993 bis 2000) und RheinEnergie Köln (2001 bis 2002) gecoacht.
Der zweite große Unterschied zum Hinspiel: Der ehemalige NBA-Spieler Spencer Dinwiddie (13 Punkte und 5,1 Assists im Schnitt) löste unter der Woche seinen Vertrag aus persönlichen Gründen (Krankheitsfall in der Familie) auf. Für den 32-Jährigen verpflichteten die Bajuwaren Aufbauspieler Nenad Dimitrijevic von Zenit St. Petersburg aus Russland. Der 27 Jahre alte Nationalspieler Nordmazedoniens unterzeichnete einen Vertrag bis zum Saisonende mit der Option auf ein weiteres Jahr. Gegen Bonn feiert Dimitrijevic sein Bundesligadebüt.
FC Bayern beeindruckt mit breitem Kader
Zu den herausragenden Leistungsträgern der Bayern zählen Topscorer Andreas Obst (15,0 Punkte pro Partie), Justinian Jessup (11,6) und Vladimir Lucic (11,0). Gleich fünf Spieler steuern im Schnitt mehr als acht Zähler bei. Das zeigt, wie ausgeglichen der Kader besetzt ist. Pešić kann wechseln, ohne einen Bruch im Spiel befürchten zu müssen.
Die Baskets haben Respekt vor dem Favoriten, aber keine Angst. Das müssen sie auch nicht, denn die drei Erfolge in Serie zeigten eines: Die Bonner verteidigen in den entscheidenden Phasen nicht nur aggressiv im Eins-gegen-Eins, sondern auch als Team. Hinzu gesellte sich eine gewisse Gier nach Rebounds, die zuletzt den 76:74-Sieg gegen Bamberg sicherte. Die Mannschaft von Trainer Marko Stankovic hielt die Franken, das offensivstärkste Team der Liga mit 90,1 Punkten, weit unter deren Schnitt.
Dreier-Schwäche bleibt Achillesferse der Baskets
Problemkind Nummer eins sind weiterhin die Dreier. Gegen Bamberg lag die Quote bei 22,2 Prozent, nur sechs von 27 Versuchen landeten im Korb. Insgesamt treffen die Baskets nur 27,2 Prozent – die Bayern schaffen 38,5 Prozent. Auch bei den Freiwürfen liegen die Münchner mit 76,8 Prozent klar vor den Bonnern, die es auf lediglich 61 Prozent bringen.
Um die Distanzwürfe zu versenken, wollen die Gäste morgen erneut in der Defense kräftig zupacken und vor allem Alarm beim Rebound machen.
