Schönberger gehtGeschäftsführung und Vereinsspitze des VfL werden neu aufgestellt

Geschäftsführer Peter Schönberger
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Gummersbach – Der VfL Gummersbach kommt nicht zur Ruhe. Kaum ist das Abstiegsgespenst vertrieben, da erschüttert ein kräftiges Nachbeben den Handball-Bundesligisten. Nachdem am Donnerstag dieser Woche Beirat und Gesellschafterversammlung des Vereins getagt haben, soll es nach Informationen dieser Zeitung abermals weitreichende personelle Veränderungen geben. Im Zentrum dieses Nachbebens steht VfL-Geschäftsführer Peter Schönberger: Die Trennung von ihm ist beschlossene Sache. Ende Juni kehrt Schönberger Gummersbach den Rücken. Nach nur 13 Monaten haben sich der VfL Gummersbach und Schönberger auf ein Ende der Zusammenarbeit verständigt.
Dem Vernehmen nach soll der Jurist dies sogar von sich aus angeboten haben, damit der Club Geld sparen kann. Bereits im Rahmen des Lizenzierungsverfahrens für die Handball-Bundesliga hatte der Verein anklingen lassen, dass seine Partner ein weiteres großes Engagement für die Erteilung hätten zeigen müssen. „Trotz dieser positiven Entscheidung haben wir noch einen langen Weg vor uns, um auf einer stabilen finanziellen Basis den VfL sportlich wieder weiter nach vorne zu bringen“, kommentierte Schönberger im April die Lizenzvergabe.
Eine offizielle Stellungnahme des Clubs zu den aktuellen Entwicklungen gibt es noch nicht. Götz Timmerbeil, Beiratsvorsitzender des Vereins, bestätigte am Samstagabend, dass die Geschäftsführung und die Vereinsspitze neu aufgestellt würden. Entsprechende Beschlüsse seien im Beirat bereits gefasst worden. Zu den künftig handelnden Personen wollte er aber noch keine Angaben machen – mit Hinweis darauf, dass unter den Verträgen noch keine Tinte stehe.Die Option, dass Sportdirektor Christoph Schindler die Rolle des Geschäftsführers übertragen werde und dass Prokurist Sebastian Glock den kaufmännischen Teil der Leitung übernehmen könne, kommentierte Timmerbeil nicht.
Geldmangel beim VfL
Glock hatte bereits 2015 ein entsprechendes Aufbaustudium absolviert. Frank Flatten, Schönbergers im Frühjahr 2017 geschasster Vorgänger, betonte damals, dass Glock sein Nachfolger beim VfL werden könne, wenn sein eigener Vertrag ende. Dass Schönberger beim VfL gescheitert ist, könnte auch daran liegen, dass er kein Geld zur Verfügung hatte, um den Verein auf die nächste Stufe zu heben – sprich: um ihn für weitere Sponsoren attraktiver zu machen. Kenner des VfL berichten, dass der Geschäftsführer in weiteres Führungspersonal investieren wollte, unter anderem für einen echten Vermarktungsprofi. Doch dafür scheint zurzeit kein Geld da zu sein, so dass auch Schönberger erkannt haben wird, dass der VfL mit ihm den nächsten Schritt nicht machen kann.
Dass ein namhafter Sponsor sein finanzielles Engagement um jährlich 300 000 Euro gekürzt haben soll, wollte Timmerbeil nicht bestätigen. Auf die Frage, ob dem Verein eine Insolvenz drohe, sagte er: „Es gibt eine Vereinbarung mit unseren Partnern, dass das nicht passieren wird.“ Dafür sei der Verein für die Region viel zu wichtig.Mit Spannung wird auch erwartet, ob Timmerbeil selbst den Beirat weiter anführen wird. In den zurückliegenden Wochen hatte er mehrfach gesagt, dass die vergangenen zwei Jahre sehr aufreibend gewesen seien. Nicht auszuschließen, dass er den Sessel räumen wird.Peter Schönberger selbst war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Er befindet sich noch in Mexiko im Urlaub.

