Abo

„So ist es besser“Zverev bricht Interview in Frankreich wegen Frage verärgert ab

2 min
Alexander Zverev aus Deutschland jubelt mit der Trophäe auf dem Podium, nachdem er das Finale der French Open gewonnen hat.

Alexander Zverev aus Deutschland jubelt mit der Trophäe auf dem Podium, nachdem er das Finale der French Open gewonnen hat.

Die Zeitung „L’Équipe“ hat Alexander Zverev interviewt. Eine Frage nach früheren Vorwürfen war jedoch zu viel für den French-Open-Gewinner. 

Nach seinem French-Open-Triumph hat Alexander Zverev ein Gespräch mit der französischen Sporttageszeitung „L’Équipe“ abgebrochen, als er auf frühere Vorwürfe häuslicher Gewalt angesprochen wurde.

Das Interview habe zunächst in einer „unbeschwerten und sogar herzlichen“ Atmosphäre stattgefunden – während einer gemeinsamen Autofahrt, schreibt die Zeitung. Zverev habe dabei über seinen langen Weg zum ersten Grand-Slam-Titel, über die wichtigsten Menschen in seinem Leben und über seine Diabetes-Erkrankung gesprochen.

Französische Zeitung stellt Frage zu Vorwürfen gegen Zverev

Als die Zeitung ihn jedoch fragte, wie er nach seinem Triumph in Paris mit jenen umgehe, die wegen der einstigen Vorwürfe Bedenken gegenüber seiner Person äußern, reagierte der Hamburger empört: „Sie wissen doch, dass sich die Anschuldigungen als falsch herausgestellt haben?“ Kurz darauf beendete er das Gespräch: „Ich denke, wir sollten aufhören, so ist es besser.“

Hintergrund der Frage: Im Juni 2024 war ein Verfahren gegen Zverev vor dem Berliner Amtsgericht Tiergarten wegen angeblicher Körperverletzung ohne Urteil eingestellt worden – verbunden mit einer Geldauflage von 200.000 Euro. Eine Verurteilung gab es nicht, ein Schuldeingeständnis war mit der Zahlung nicht verbunden. Zverev gilt als unschuldig.

„L’Équipe“ druckt Alexander Zverev nur klein auf dem Titelbild

„L’Équipe“ thematisierte den Interviewabbruch unterdessen offen: „Hätte man den deutschen Champion wie jeden anderen Grand-Slam-Sieger behandeln und die Schatten, die ihn seit den Anschuldigungen zweier Ex-Partnerinnen wegen häuslicher Gewalt umgeben, diskret ausblenden sollen?“, fragte die Zeitung offen.

Eine implizite Antwort lieferte das Blatt bereits am Montag: Auf der Titelseite der gedruckten Ausgabe rückte „L’Équipe“ Zverev nicht ins Zentrum – was in den vergangenen Jahrzehnten stets dem triumphierenden Champion vorbehalten war. Stattdessen fand sich der neue French-Open-Sieger nur als kleine Abbildung oben links. Den Mittelpunkt der Titelseite beanspruchten die Handballerinnen aus Metz nach ihrem Champions-League-Sieg. (das/sid)