Eine Mitangeklagte bricht angesichts einer Entscheidung der Strafkammer in Tränen aus.
Entführungs-ProzessMitangeklagte stürmt weinend aus Saal – Christina Block erwähnt ihren Vater

Im Prozess um die Entführung der Block-Kinder kommt es zu einer emotionalen Szene.
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Emotionale Szene in Hamburg: Im Prozess um die Entführung der Block-Kinder ist es zu einer dramatischen Szene gekommen. Die Strafkammer lehnte den Antrag einer Mitangeklagten ab, die Anklagevorwürfe gegen sie zu erläutern. Der Verwandten von Christina Block, es ist ihre Cousine, wird vorgeworfen, die beiden Kinder und die Mutter nach der Rückholaktion Anfang Januar 2024 aus einem Hamburger Vorort nach Hause gefahren zu haben.
Die 49-Jährige brach in Tränen aus. Ihr Verteidiger Reinhard Daum unterbrach die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt und beantragte eine Pause. Seine Mandantin lief schluchzend aus dem Gerichtssaal. Nach der kurzen Unterbrechung lehnte die Richterin einen weiteren Pausenwunsch ab.
Block-Prozess: Verteidiger beantragt Pause nach Gefühlsausbruch
Daum hatte bereits in der Vergangenheit vergeblich beantragt, das Verfahren gegen seine Mandantin, die nur wegen Beihilfe angeklagt ist, abzutrennen. Die lange Verfahrensdauer sei angesichts der maximal zu erwartenden Strafe unverhältnismäßig.

Christina Block (l.) muss sich vor Gericht verantworten.
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Vor der Unterbrechung gab Block eine Erklärung ab. Dabei kam die Rolle ihres Vaters, Eugen Block, zur Sprache. Der erfolgreiche Unternehmer hatte „kein Zutrauen mehr“, dass sie „eine Lösung schaffen“ könne, so die Aussage. „Mein Vater hat meine Sorgen aber nicht gehört und hat sich über mich hinweggesetzt“, sagte sie weiter.
Christian Block wegen Entführung ihrer Kinder angeklagt
Christina Block ist angeklagt, den Auftrag zur Entführung ihrer Kinder vom Wohnort ihres Ex-Manns in Dänemark erteilt zu haben. Die Tochter des Gründers der Steakhaus-Kette „Block House“, Eugen Block, bestreitet den Vorwurf.
Der Prozess läuft seit Juli vergangenen Jahres. Weitere Termine sind bis Ende Juni angesetzt, das Gericht erwägt eine Verlängerung bis Ende des Jahres.

Gerhard Delling schnauft durch.
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Gerhard Delling ist ebenfalls angeklagt
Gerhard Delling, bekannt als ehemaliger „Sportschau“-Moderator, ist eine zentrale Figur im sogenannten „Block-Prozess“ – allerdings nicht nur als Unbeteiligter. Er ist der Lebensgefährte der Hauptangeklagten Christina Block und selbst einer der Angeklagten.
Delling selbst hat die Vorwürfe vor Gericht zurückgewiesen. Er erklärte, er habe seiner Lebensgefährtin lediglich emotionalen Beistand und Mut zugesprochen. Hätte er von einer gewaltsamen Aktion gewusst, hätte er sich aktiv dagegen gestellt. (mbr/dpa)

