Nach einer Helikopter-Rettung am Mont Blanc sollen 32 Alpinisten die Kosten tragen. Das sorgt für einen heftigen Streit.
Kontroverse am Mont BlancGerettete Alpinisten sollen für Helikopter-Einsatz zahlen

Nach einer Helikopter-Rettung am Mont Blanc sollen 32 Alpinisten die Kosten tragen. Das sorgt für einen heftigen Streit. (Symbolbild)
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Eine Auseinandersetzung zwischen den Behörden vor Ort und dem Alpenverein Frankreichs wird durch einen Hubschraubereinsatz am Mont Blanc ausgelöst. Der Grund für den Streit ist die Rettung von 32 Alpinisten, die nach Steinschlägen den Abstieg zu Fuß nicht mehr riskierten und nun für die Flugkosten aufkommen sollen.
Eine formelle Warnung wurde am 11. August von den Verantwortlichen der Gemeinde Saint-Gervais ausgegeben, die sich am Fuß des 4807 Meter hohen Gipfels befindet. Infolgedessen wurden auch einige Schutzhütten gesperrt.
Bürgermeister Jean-Marc Peillex erläuterte, dass die Route für den Aufstieg im Goûter-Tal nach erheblichen Steinschlägen zu einer „echten Falle“ geworden sei. Aufgrund seiner nachdrücklichen Warnung vor unmittelbarer Todesgefahr stornierten Bergführer sowie Veranstalter von Touren ihre geplanten Unternehmungen.
Videos in sozialen Netzwerken sorgen für Kritik
Laut Informationen des Magazins „Alpin.de“ übernachteten trotzdem 32 Alpinisten in einer der Hütten. Den Abstieg am nächsten Tag absolvierten sie mittels eines Hubschraubers. Anschließend kursierten in sozialen Netzwerken Aufnahmen von dem Flug, auf denen sich manche der Geretteten selbst filmten.
Das Vorgehen wurde von Bürgermeister Peillex scharf missbilligt. Er äußerte auf der Plattform X, die Beteiligten würden damit prahlen, sich einem Risiko ausgesetzt zu haben, und kommentierte: „Ich habe gut daran getan, sie den Flug selbst bezahlen zu lassen.“
Peillex verweigerte einen aus öffentlichen Mitteln bezahlten Rettungsflug, wie „Alpin.de“ meldet. Er begründete dies damit, dass eine kostenlose Operation nur in einer unmittelbaren Notsituation gerechtfertigt sei. Stattdessen wurde nur ein privat finanzierter Hubschrauberflug auf Rechnung der Alpinisten bewilligt.
Alpenverein weist Darstellung zurück
Charles Van der Elst, der Präsident des Alpenvereins in Frankreich, wies die Anschuldigungen des Bürgermeisters in einer Replik auf LinkedIn zurück. Er hob hervor, dass die Bergsteiger die Anweisungen befolgt hätten. Demnach befanden sie sich schon im Aufstieg, ehe die Warnung sowie die Anordnung zur Schließung publiziert wurden. Zu diesem Zeitpunkt hätten sie das riskante Goûter-Tal bereits durchquert.
Die Bergsteiger seien erst am Nachmittag über die unmittelbare Bedrohung und die Sperrung des Weges durch eine Mitteilung an der Hütte informiert worden. Der Entschluss, für den Rückweg einen Helikopter zu nutzen, anstatt den gefährlichen Abschnitt nochmals zu Fuß zu passieren, sei aus diesem Grund verständlich.
Van der Elst führte weiter aus, dass er die Entscheidung bezüglich der Kostenübernahme akzeptiere, gab aber zu bedenken: „Wenn sich eine Person in Not befindet, rettet man sie. Man macht die Rettung nicht von der Beurteilung der Art und Weise abhängig, wie sie dorthin geraten ist.“ Im Gegenzug konterte Bürgermeister Peillex die Vorwürfe auf Instagram und nannte die Kritik des Alpenvereins eine „sinnlose Polemik“, die keinen Bezug zur Wirklichkeit am Berg habe. (red)
