Abo

Kommentar

Feuerwerk an Silvester
Regeln sollten verschärft werden

Ein Kommentar von
2 min
Köln, RSK, Silvester

Inakzebtable Szene am Kölner Rheinufer. Feuerwerk wurde in der Nähe von Menschen gezündet.

Sollte Deutschland es machen wie die Niederlande? Dort ist privates Feuerwerk seit Jahresbeginn verboten.

Zehn Jahre nach den traumatischen Ereignissen Kölner Silvesternacht 2015 konnten die meisten Rheinländer entspannt ins neue Jahr 2026 hineinfeiern. Das Kölner Konzept der Schutz- und Böllerverbotszonen hat weitgehend funktioniert, Polizei und Feuerwehr haben die Feiern effektiv gesichert. Die Lehren von 2015 sind bei allen Beteiligten unvergessen, und im Ergebnis bedeutete Silvester 2025 es für sehr viele Menschen einfach eine schöne Nacht. Mit Musik, mit Sekt und gutem Essen. Und mit dem Blick auf zum Teil prächtiges Feuerwerk.

Leider lief es nicht überall so gut, und auch in Köln gab es die gewohnten Verstöße am Rheinufer, wo aus Gruppen heraus Feuerwerkskörper dicht neben Menschen gezündet wurden. Dazu kommen die unfassbaren Pyrotechnik-Angriffe auf die Polizei in Köln und Bonn-Tannenbusch, die Randale in Berlin, die schweren, zum Teil tödlichen Unfälle in mehreren deutschen Städten. Sollte man privates Feuerwerk da nicht verbieten? Die Niederländer tun das künftig, und die Ausschreitungen in der letzten Silvesternacht, in der privates Feuerwerk legal war, bestätigen scheinbar, wie recht der Gesetzgeber in Den Haag hat.

Unfälle häufig mit illegaler Ware

Scheinbar, wohlgemerkt. Denn was die Niederlande machen, hat zur Folge, dass ab sofort kein Normalbürger mehr erkennen kann, welche Feuerwerkskörper bei sachgemäßer Anwendung sicher sind. Es gibt ja keine für Privatleute legalen pyrotechnischen Produkte mehr. Polizeibehörden tun sich schwer genug, gefährliche Ware aus dem Verkehr zu ziehen – künftig bekommen sie es zwischen Kerkrade und Nieuweschans mit großen Massen bisher problemlos zugelassener Produkte zu tun. Auch die Unfälle in Deutschland geschahen in sehr vielen Fällen bei Benutzung illegal eingeführter oder selbst gebauter Böller. Wie soll so etwas dadurch verhindert werden, dass man es harmlosen Zeitgenossen verbietet, Glanzeffekte an den Silvesterhimmel zu zaubern?

Differenzierung erscheint da der bessere Weg. Vor allem eine Ausweitung der bisher schon verfügten Schutz- und Böllerverbotszonen – das lässt sich nämlich kontrollieren. Parallel tritt hoffentlich bald das von der Bundesjustizministerin Stefanie Hubig angekündigte Gesetz in Kraft, das die Strafen bei Angriffen auf Polizei- und Rettungskräfte verschärft. Erstaunlich, wie lange wir darüber diskutieren und wie wenig da bisher passiert ist. Aber Leute, die sich an die Regeln halten – lassen wir sie doch feiern.