Ein schweres Unwetter führt zu einem Blitzeinschlag bei einem Sportfest in Rastatt mit neun Verletzten. Im Südwesten drohen Hochwasser.
Schweres UnwetterBlitzeinschlag bei Sportfest fordert neun Verletzte

Zelte stehen am Rande eines Sportplatzes. Bei einem Blitzeinschlag während eines Sportfests im baden-württembergischen Rastatt sind neun Menschen verletzt worden.
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Ein schweres Unwetter hat am Freitagabend in Teilen Deutschlands zu dramatischen Szenen geführt. Besonders heftig traf es ein Zeltlager in Rastatt sowie Regionen in Rheinland-Pfalz, wo Sturmbäche rasant anstiegen und Evakuierungen notwendig machten.
Neun Verletzte nach Blitzeinschlag in Rastatt
Bei einem Blitzeinschlag während eines Jugend-Handballturniers in Rastatt an der französischen Grenze wurden am Freitagabend neun Menschen verletzt. Nach Angaben der Polizei mussten sechs von ihnen in Krankenhäuser transportiert werden. Eine Person erlitt schwere Verletzungen, Lebensgefahr besteht jedoch laut den behandelnden Ärzten nicht. Unter den Verletzten befindet sich auch ein 13-jähriger Junge.
An dem sportlichen Großereignis sollten über das Wochenende rund 120 Mannschaften teilnehmen, weshalb der Sportplatz zeitgleich als großes Zeltlager genutzt wurde. Gegen 23.00 Uhr zog eine Gewitterfront mit heftigem Starkregen und schweren Sturmböen über das Gelände. Als die Teilnehmenden versuchten, ihre Zelte gegen die Sturmböen zu sichern, schlug ein Blitz direkt auf dem Zeltplatz ein. Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste waren mit einem Großaufgebot vor Ort, um die Verletzten zu versorgen.
„Extreme“ Gewitter und 50-jähriges Hochwasser in Rheinland-Pfalz
Nicht nur in Baden-Württemberg, auch in Rheinland-Pfalz hielten die Unwetter die Einsatzkräfte die gesamte Nacht über in Atem. Der Rhein-Lahn-Kreis war von den Wassermassen besonders betroffen. Die Behörden sprachen von einem Hochwasser, wie es statistisch nur alle 50 Jahre vorkommt. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe gab zeitweise eine Warnung vor extremem Hochwasser heraus, woraufhin die Behörden eine Koordinierungsstelle für den Katastrophenschutz einrichteten.
Innerhalb weniger Stunden schwollen die Pegel kleinerer Flüsse und Bäche auf ein Vielfaches an. So lag der Wasserstand des Dörsbachs an der Messstation Kloster Arnstein gegen 17.00 Uhr noch bei niedrigen 27 Zentimetern, bevor er bis 20.45 Uhr auf fast zwei Meter (1,96 Meter) anstieg. Im Laufe der Nacht beruhigte sich die Lage wieder, und die Pegel sanken.
Im Bereich Katzenelnbogen musste wegen der akuten Überflutungsgefahr ein Mittelaltermarkt kurzfristig abgesagt werden. Zudem evakuierten die Einsatzkräfte ein dortiges Zeltlager vorsorglich. Die Feuerwehr war im Dauereinsatz und musste allein im betroffenen Landkreis zu mehr als 60 Einsätzen wegen überschwemmter Straßen und umgestürzter Bäume ausrücken. (jag)
