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Wetterchaos in Europa195.000 Haushalte in Frankreich nach Wintereinbruch ohne Strom

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30.10.2018, Frankreich, Firminy: Eingeschneite Autos stehen auf einem Parkplatz. Nach einem heftigem Wintereinbruch steckten zeitweise mehr als 800 Autos auf blockierten Regionalstraßen fest.

Offenbach – Von der Umwelt abgeschnittene Städte und Dörfer, gestrandete Autofahrer, Hunderttausende Haushalte ohne Strom: Unwetter haben Teile Europas ins Chaos gestürzt.

Deutschland war am Dienstag wieder in Ost und West geteilt, zumindest wettermäßig: Während in der Eifel der erste Schnee fiel, wurden in Berlin die Sonnenstühle hervorgeholt. Bereits am Mittag wurden in der Hauptstadt knapp 22 Grad gemessen. Ein Blick auf Europa.

FRANKREICH

Nach einem heftigem Wintereinbruch ist in Frankreich in 195.000 Haushalten der Strom ausgefallen. Mehr als 1000 Menschen mussten die Nacht zum Dienstag wegen heftigen Schneefalls in Notunterkünften verbringen. Zeitweise steckten mehr als 800 Autos auf blockierten Regionalstraßen fest, wie die Departements Haute-Loire und Loire mitteilten. Einige Räumfahrzeuge kamen nur schwer durch, weil gestrandete Autofahrer ihre Wagen verlassen und Lastwagenfahrer Fahrverbote für Gebirgsstraßen ignoriert hatten. 

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16.10.2018, Frankreich, Trebes: Beschädigte Autos, die teilweise übereinander liegen, spiegeln sich am Tag nach dem Hochwasser in Trebes im Wasser. Starke Regenfälle in der Nacht zu Montag hatten die Überschwemmungen im Département Aude ausgelöst. Flüsse und Bäche traten teils meterhoch über ihre Ufer. In der Gemeinde Trèbes östlich von Carcassonne erreichte das Hochwasser nach Behördenangaben einen Stand von mehr als sieben Metern. Mehrere Menschen kamen ums Leben.

Auf mehreren Bahnstrecken in der Region Lyon war kein Zugverkehr möglich, wie die französische Bahn meldete. Vom Stromausfall betroffen war vor allem das Zentrum des Landes, teilte der Netzbetreiber Enedis am Dienstag in Paris mit. Techniker versuchten, die Stromversorgung so schnell wie möglich wiederherzustellen. Unter dem Gewicht des Schnees waren Freileitungen gerissen und mussten repariert werden. Für Teile von Südfrankreich warnten die Behörden indes auch für Mittwoch noch vor heftigem Regen und Überschwemmungen. Auf Korsika begannen die Menschen, die Schäden eines heftigen Sturms vom Vortag mit Windgeschwindigkeiten von weit über 100 Kilometern pro Stunde zu beseitigen.

ITALIEN

Orkanwinde peitschen die Riviera, Bäche werden zu reißenden Flüssen, Bäume erschlagen Menschen: Eine Schlechtwetterfront mit Starkregen und Sturmböen lähmt weite Teile des Landes seit Tagen. Bislang sind mindestens zehn Menschen gestorben. In Südtirol wurde am Montagabend ein Feuerwehrmann von einem Baum erschlagen.

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30.10.2018, Italien, Rapallo: Boote wurden nach schweren Unwettern an Land gespült wurden. Fast ganz Italien ist wegen Unwettern im Alarmzustand.

In der nordwestlichen Region Ligurien wurden alle Häfen geschlossen, der Touristenort Portofino südöstlich von Genua wurde von der Außenwelt abgeschnitten, weil eine Straße beschädigt wurde. Im Küstenort Rapallo riss der Sturm Luxusjachten aus ihren Vertäuungen und ließ sie aufs Ufer krachen. Ein kurioses Bild bot sich in einem überfluteten Ristorante in Venedig: Kellner brachten die Pizza in Gummistiefeln.

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SPANIEN

Heftiger Schneefall und Unwetter haben viele Regionen in Chaos gestürzt. Auf Menorca mussten rund 30 000 Haushalte wegen eines Tornados, der die Balearen-Insel am Wochenende getroffen hatte, seit knapp 48 Stunden ohne Strom ausharren, wie die Regionalbehörden mitteilten.

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29.10.2018, Spanien, Rocesvalles: Ein Mann und eine Frau wanden durch den Schnee, in Nordspanien. Die Behörden sagen für diese Woche starke Schneefälle und niedrige Temperaturen in Nordspanien voraus.

Viele Straßen und Autobahnen waren in den Autonomen Gemeinschaften Asturien und Galicien wegen des Schnees weiter unbefahrbar, eine wichtige Zugverbindung war seit Montag unterbrochen.

DEUTSCHLAND

Nachdem der Oktober überwiegend noch sommerlich warm war, kam der Herbst mit großen Schritten. In der Westhälfte blies ein kräftiger Wind bis hin zu orkanartigen Böen auf Bergen und über Nordseeinseln. In Lagen um 400 Meter Höhe schneite es. Die Temperaturen lagen bei 3 bis 8 Grad. Im Osten dagegen war es 18 bis 22 Grad warm.

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30.10.2018, Berlin: Bei Temperaturen um 22 Grad Celsius springt eine junge Frau am Strandbad Müggelsee ins kühle Nass.

Grund für den Temperaturanstieg ist nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) eine Warmfront durch ein von Süden vorüberziehendes Tiefdruckgebiet. „Das Temperaturgefälle Ost-West bleibt erhalten, ist aber nicht mehr ganz so ausgeprägt“, sagte DWD-Meteorologin Jacqueline Kernn mit Blick auf die kommenden Tage.

TSCHECHIEN/SLOWAKEI

Ein heftiger Sturm hat in Tschechien Bäume umgestürzt und Dächer abgedeckt. Die Feuerwehren rückten am Dienstag zu Hunderten Unwetter-Einsätzen aus. Wegen beschädigter Freileitungen waren nach Angaben der Versorger rund 30 000 Haushalte vorübergehend ohne Strom. Mehrere Bahnstrecken waren nicht mehr passierbar. Besonders betroffen war die Region um Trutnov (Trautenau) im Nordosten des Landes. In der benachbarten Slowakei fuhr ein Triebwagenzug der Bahn gegen einen umgestürzten Baum. Bei dem Unfall im Bezirk Turcianske Teplice (Bad Stuben) wurden 5 der rund 75 Fahrgäste verletzt, wie die Agentur Tasr unter Berufung auf die Rettungskräfte berichtete. (dpa)