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Lebenszeichen aus der Tiefe
Erster Kontakt zu Buckelwal „Timmy“ nach Funkstille

2 min
Der Buckelwal wird in seiner Barge vom Schlepper Fortuna B entlang der dänischen Küste in Höhe unterhalb von Skagen, im sogenannten Skagerrak, durch die Ostsee gezogen (Luftaufnahme aus einem Flugzeug).

Der Buckelwal wird in seiner Barge vom Schlepper Fortuna B entlang der dänischen Küste in Höhe unterhalb von Skagen, im sogenannten Skagerrak, durch die Ostsee gezogen (Luftaufnahme aus einem Flugzeug).

Erste Lebenszeichen: Der Peilsender von Wal „Timmy“ sendet wieder Daten. Die Signale sind jedoch schwach.

Der Buckelwal „Timmy“ wurde am Samstagmorgen gegen 9.00 Uhr in die Freiheit entlassen. Nach viertägigem Transport durch den Schlepper „Fortuna B“ verließ das Tier die Transportbarge im Übergangsbereich zwischen Nord- und Ostsee.

Nachdem zunächst Unklarheit über seinen Verbleib herrschte, liefert der installierte Peilsender seit dem Nachmittag erste Daten. Die Übermittlung erfolgt jedoch unregelmäßig; Experten schließen nicht aus, dass die Technik beim Verlassen der Barge beschädigt wurde. Den bisher empfangenen Signalen zufolge bewegt sich der Wal jedoch in die vorgesehene Richtung.

Technische Schwierigkeiten bei der Ortung

Am Freitagabend hatten Experten der Rettungsinitiative einen Tracker an dem Tier angebracht, um dessen Wanderung in den Atlantik wissenschaftlich zu begleiten. Damit der Sender aktiviert wird, ist ein durchgehender Wasserkontakt von mindestens zehn Sekunden erforderlich. Da Wale als Säugetiere regelmäßig zum Atmen an die Oberfläche kommen, wird dieser Kontakt häufig unterbrochen.

Eines der letzten Lebenszeichen von Buckelwal „Timmy“ in der Nordsee.

Eines der letzten Lebenszeichen von Buckelwal „Timmy“ in der Nordsee.

 Zudem erfolgt die Datenübertragung ausschließlich an der Wasseroberfläche. Ein schwaches Mobilfunknetz im betroffenen Seegebiet sowie kurze Auftauchphasen erschweren die Übermittlung der Positionsdaten zusätzlich.

Verzögerungen durch Wetterlage

Das Schutznetz an der Barge, das den Buckelwal bei seinem Transport aus der Ostsee bislang vom offenen Wasser trennte, ist entfernt worden. Gleichzeitig wurde der Lastkahn sichtbar weiter geflutet.

Das Schutznetz an der Barge, das den Buckelwal bei seinem Transport aus der Ostsee bislang vom offenen Wasser trennte, ist entfernt worden. Gleichzeitig wurde der Lastkahn sichtbar weiter geflutet.

Die Freilassung war ursprünglich bereits für Freitag geplant, verzögerte sich jedoch aufgrund der Wetterbedingungen. Laut Seewetteramt des Deutschen Wetterdienstes herrschten Windstärken von bis zu 6 und Wellenhöhen von bis zu 1,5 Metern. Diese Bedingungen machten eine sichere Passage für die Transportbarge zeitweise unmöglich, weshalb der Verband vorübergehend Kurs Richtung Süden nehmen musste.

Ob der gewählte Zeitpunkt und Ort der Freilassung den ursprünglichen Planungen entsprach oder vorzeitig erfolgte, ist Gegenstand aktueller Prüfungen. Während die beteiligten Tierärztinnen die Freilassung vor Ort mitverfolgten, meldeten sich auch Tierschutzorganisationen zu Wort. PETA nahm das Ereignis zum Anlass, auf die Gefahren durch Fischernetze hinzuweisen und forderte die Ausweisung weiterer Meeresschutzgebiete in Nord- und Ostsee.