Lindlar – Die alten Münker-Hallen beim Aldi-Supermarkt in Altenlinde sollen abgerissen werden. Entstehen soll hier nach den ersten Planungen ein neues Viertel mit Einfamilienhäusern, Doppel- und Mehrfamilienhäusern. Entwickelt wird das rund 3,8 Hektar große Gelände von einem privaten Investor. Die Firma KölnGrund will die Grundstücke teils komplett bebauen, teils sollen auch private Bauherren zum Zuge kommen. Wilhelm Pickert, Geschäftsführer von KölnGrund stellte die ersten Pläne nun dem Bauausschuss vor. Denn vor einem neuen Bebauungsplan muss zuvor der Flächennutzungsplan geändert werden. Der sieht hier noch Gewerbe statt Wohnbebauung vor. Beide Pläne wurden vom Ausschuss bei zwei Enthaltungen auf den Weg gebracht. Kritik kam von der FDP-Fraktion. Denn: Gewerbeflächen sind in Oberberg inzwischen knappes Gut. Erika Lob von der FDP warnte daher davor, leichtfertig Gewerbe- in Wohnflächen umzuwandeln.
Einzelne Bauplätze und Mehrfamilienhäuser
Die Hallen, die in den 1950er Jahren errichtet wurden, stehen seit Jahren größtenteils leer. „Wir sind froh, dass wir hier keine Industriebrache kriegen“, sagte Gerd Werner (CDU) zu dem Projekt. SPD und Grüne betonten in ihrer Zustimmung, dass für das Wohngebiet „keine neuen Flächen verbraucht werden“, so Karl Tym (SPD).
Der private Investor muss für die Entwicklung viel Aufwand betreiben. So legte Köln Grund schon Schallschutz- und auch ein Geruchsgutachten vor. Denn: Das Areal liegt neben einem Bauernhof. „Wir wollen das von vorneherein einkalkulieren“, betonte Pickert. Das Projekt solle sich in die gewachsenen Strukturen im Ort möglichst nahtlos einfügen.

Die Planskizze zeigt, wie das neue Wohngebiet aussehen könnte. Oben rechts in der Bildecke verläuft die Straße Altenlinde.
Copyright: KölnGrund/Stadtplanung Zimmermann
Die ersten Planungen für das Areal stellte Ulrich Faßbinder vom Büro Stadtplanung Zimmermann im Ausschuss vor. Demnach sind Mehrfamilienhäuser mit zwei bis drei Geschossen im Stil von Stadtvillen im oberen Teil des Gebiets zur Straße Altenlinde geplant. Einfamilienhäuser und Doppelhäuser sollen ein- bis zweigeschossig werden und Giebeldächer erhalten. Insgesamt sollen nach diesen Planungen auf dem Gebiet 65 Wohneinheiten entstehen.
Die bestehende Zufahrt zum Parkplatz des Discounters am alten Wasserturm soll nicht verändert werden. Die Parzellen mit den weiteren Grundstücken, die zwischen 300 und 1000 Quadratmetern groß werden, liegen an einer Ringstraße. Die Ringstraße wird dann über die Discounter-Zufahrt an die Straße Altenlinde angebunden. Eine zweite Anbindung führt zur Straße Am Sülzer Berg.
Eingeplant sind ein Kinderspielplatz und eine Grünfläche unterhalb des Discounter-Parkplatzes, wo ein Regenrückhaltebecken angelegt werden soll. Von der Schwarzenbachstraße aus gesehen, soll das Neubaugebiet weniger dominant wirken, als die jetzigen Hallen, so Faßbinder.
Den Punkt Altlasten bei den Hallen sprach Jürgen Dreiner-Wirz (SPD) an: „Wie sieht es da aus, wissen Sie, was Sie erwartet?“, fragte er im Ausschuss. Schließlich seien die Gebäude Jahrzehnte alt. Urlich Faßbinder kündigte dazu ein eigenes Gutachten an. Doch schon von ersten Untersuchungen „wissen wir, was uns erwarten dürfte“. Die Nachfrage nach den Bauplätzen ist laut KölnGrund schon jetzt da. „Wir haben bereits Anfragen von Lindlarern, die hier bauen wollen“, bestätigt Pickert.
Der Zeitplan
Ab 2018 konkret. Der Zeitplan für das Projekt steht bislang erst in groben Zügen. „Wichtig ist, dass wir den Einleitungsbeschluss haben“, ist Pickert froh. In dem Verfahren werden nun die Bürger beteiligt. Bis Ende des Jahres dürfte das Verfahren laufen und 2018 stünden dann konkrete Termine fest.
Bürgerbeteiligung. Nach der Entscheidung im Bauausschuss arbeitet das Rathaus jetzt am Bebauungsplan und der Änderung des Flächennutzungsplans. Die Entwürfe für die Bürgerbeteiligung sollen dann laut dem nun gefassten Beschluss nach der nächsten Sitzung des Fachausschusses veröffentlicht werden, die für den 22. Juni angesetzt ist.
