Abo

Bauhof unterwegsDie Pflasterstraßen in Wipperfürth verschwinden

2 min

Asphalt statt Pflastersteine. Nahe Egerpohl wird gerade die Fahrbahn saniert.

  1. Über Kilometer sind kleine Nebenstraßen der Stadt gepflastert. Nahe Egerpohl wird nun eine Strecke neu asphaltiert und sie Steine verschwinden.
  2. Wir fragten nach, warum die Straßen überhaupt gepflastert wurden und was jetzt mit den Tausenden Steinen geschieht.

Wipperfürth – Umgeben von 180 Grad heißem Asphalt haben die Kollegen des gemeinsamen Bauhofs von Wipperfürth und Hückeswagen derzeit einen der heißesten Arbeitsplätze der Umgebung. Um die 1400 Tonnen nagelneuen Straßenbelag bauen sie in die Strecke zwischen Egerpohl und Lendringhausen ein.

Die Arbeiten sollen bis Ende dieser Woche dauern. Aktuell liegt die Truppe sogar vor dem Zeitplan. „Wir haben mit vier Runden kalkuliert, die die Lastwagen pro Tag zum Mischwerk in Gummersbach-Becke pendeln. Aber wir schaffen fünf, das macht täglich 70 Tonnen Baumaterial mehr als geplant“, berichtet Kolonnenführer Detlef Roggen vor Ort. In drei Lagen wird der neue Belag aufgetragen – zuerst die Profilierung, dann die Tragschicht und schließlich die feine Deckschicht. Am Dienstag haben die Arbeiter das kurvenreiche und steile Stück von Egerpohler Seite aus fast gemeistert.

2700 Quadratmeter Alt-Pflaster

Das Besondere an dieser Baustelle: Bevor der Asphalt anrollen konnte, entfernte der Bauhof die bisher komplett mit Pflastersteinen gestaltete Fahrbahn. Allein in den ersten Tagen fielen um die 2700 Quadratmeter Alt-Pflaster an, teilt die Stadtverwaltung mit.

So sieht das Pflaster aus, das viele kleine Orte in Wipperfürth verbindet.

Detlef Roggen, seit 1974 beim Bauhof beschäftigt, erinnert sich noch gut an einen Ratsbeschluss Ende der Siebzigerjahre. „Damals beschloss man den Ausbau mit Pflaster, weil man hoffte, dieses sei beständiger als Asphalt.“ Fortan habe man zahlreiche Wege gepflastert, so nahe Dohrgaul, Egen und eben rund um Lendringhausen. Die dortigen Anwohner schätzen, dass es zwischen 1987 und 1989 verlegt wurde.

Das geschieht mit den Steinen

2700 Quadratmeter Altpflaster wurden aufgenommen. Die Pflastersteine werden wiederverwertet: Einen Teil haben sich Händler gesichert, andere Steine werden gebrochen und sollen dann als Füllmaterial auf den Wipperfürther Wirtschaftswegen dienen, verrät Ralf Hagen vom Tiefbauamt der Stadt.

„Es handelt sich dabei um Wege, die abseits gelegene Hofschaften verbinden und damit hauptsächlich durch die Landwirtschaft genutzt werden“, erklärt Ralf Hagen, Leiter des Tiefbauamtes. Das überwiegend maschinelle Pflasterverfahren sei damals zügig umzusetzen gewesen. Allerdings: „Da die landwirtschaftlichen Maschinen mit der Zeit immer größer und schwerer geworden sind, wurde das Pflaster immer stärker in Mitleidenschaft gezogen, insbesondere an den Rändern.“

Heute wisse man, dass das Pflaster keine geeignete Decke für überwiegend landwirtschaftlich genutzte Wege sei, heißt es von der Stadtverwaltung.

Deshalb ersetze man es wieder durch Asphalt, wie aktuell zwischen Egerpohl und Lendringhausen. Detlef Roggen stellt den altgedienten Steinen trotzdem ein gutes Zeugnis aus. „Man muss ja bedenken, dass diese Straßen 30 Jahre lang gelegen haben.“