Nach mehr als 75 Vorträgen in fast 40 Jahren ist Schluss. Mit einem Vortrag über die „Seidenstraße“ hat sich das Ehepaar Armgard und Armin Klaßen jetzt von seinen Zuhörern verabschiedet. Jahrzehnte lang haben die beiden mit Vorträgen über ihre Reisen durch die ganze Welt viele Zuhörer begeistert.
Ende der Siebziger hielten die Klaßens im Physiksaal des Engelbert-von-Berg-Gymnasiums ihren ersten Lichtbildvortrag, die schönsten Nationalparks des nordamerikanischen Westens war das Thema. Ein Hörer schlug damals vor, ihre Vorträge über die Volkshochschule anzubieten. Als das funktionierte, erweiterten Armgard und Armin Klaßen ihre vorher rein visuellen Vorträge um die Hör-Ebene. „Studium Universale“ für die Schüler der Wipperfürther Gymnasien nennt das Ehepaar diesen Ansatz. Mit ihren Vorträgen wollten sie „einen kostenlosen Beitrag zum kulturellen Leben der Bürger der Region“ bieten.
Vorträge sollen Wissen über die Welt vermitteln
Ihre Vorträge waren mehr als bloße Reiseberichte. Den Klaßens war immer daran gelegen, kulturelle, historische, geografische und naturwissenschaftliche Hintergründe zu vermitteln, scheinbar mit Erfolg: „Danke für die wunderschönen Eindrücke von unserer erstaunlichen Welt. Nicht zuletzt habe ich auch geschichtlich, politisch, geografisch sowie geologisch einiges gelernt“, schreibt eine ehemalige EvB-Schülerin in einem Brief an die beiden. Schnell wurde die Qualität der Vorträge bekannt, sodass die EvB-Aula immer gut gefüllt war.

Das Bild der Klaßens zeigt Reparaturarbeiten am Karakorum Highway, eine der gefährlichsten Straßen der Seidenstraßenroute.
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Die Klaßens bereisten in den vergangenen Jahrzehnten viele entlegene Winkel der Erde, als Höhepunkt nennt das Paar seine Reise zum Nordpol 1993. Bei der Auswahl ihrer Reiseziele dachten sie auch immer darüber nach, an welchen Orten sie interessante Kenntnisse und schöne Bilder für ihren nächsten Vortrag erlangen könnten.

Dieses Foto haben die Klaßen bei einer Reise nach Papua-Neuguinea vor einigen Jahren geschossen.
Copyright: Klaßen
Sie seien dankbar für die Unterstützung der VHS und des EvB-Gymnasiums. Denn auch wenn das frühere Lehrerehepaar inzwischen in Bonn-Godesberg leben, fanden die Vorträge im EvB nach wie vor statt.
Jetzt, mit 86 Jahren, hören sie aber auf. Die körperlichen Belastungen mit der schweren Technik würden zu groß, sagen sie.
Ihre Zuhörer zeigten beim letzten Vortrag Armgard und Armin Klaßen ihre Dankbarkeit mit lang anhaltendem Applaus.
