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WipperfürthBeim Mundartabend ging es heiter und besinnlich zu

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Rund 100 Besucher waren zum Platt kallen in das Wipperfüther Pfarrheim gekommen und lauschten dem Vortrag von Heribert Ommer.

Wipperfürth – Dass der Verkehr schon vor knapp 50 Jahren ein viel diskutiertes Thema in der Hansestadt waren, erfuhren die rund 100 Teilnehmer von „Noch ens Platt kallen“ am Mittwochabend im Pfarrheim. Stadtfilmer Werner Boxberg hatte eine 49 Jahre alte Tonbandaufnahme und ein mehr als 50 Jahre altes Tonbandgerät mitgebracht. Zu hören sind darauf mehrere ,1969 bei der Karnevalssitzung der Kajuja gehaltene Reden, die um das Thema Verkehr kreisen. Alles in bestem Wipperfürther Platt. Einer der Vortragenden ist Rolf Kissler. Und über dieses Wipperfürther Original hatte Bernd Sax eine Geschichte mitgebracht, die er im Anschluss vortrug.

Seit sechs Jahren wird op Platt gekallt

Thomas Bosbach, einer der Motoren der beliebten Mundart-Veranstaltungen, die es seit sechs Jahren gibt, begrüßte die Gäste zum Platt kallen, das vom Heimat- und Geschichtsverein (HGV) mit Unterstützung des Hauses der Familie veranstaltet wird. HGV-Vorsitzender Erich Kahl verwies auf die Jahresgabe „Historische Orte in Wipperfürth“, die auch im Buchhandel verkauft wird und teilte einige Formalien mit, bevor Heribert Ommer über den Wipperfürth-Besuch des neuen Schulrates aus Bergisch Gladbach berichtete. Der kam, wie Anfang der 50er Jahre häufig der Fall, mit einem „Hermännchen“, einem Moped angefahren. Und als das Maschinchen vor dem Kölner Tor-Platz nicht mehr wollte, zeigte sich, dass der gute Mann von der Technik keine Ahnung hatte. Im Gegenzug zu einem Bauernjunge, der mit Schultornister auf dem Rücken vorbeikam und das Moped im Handumdrehen wieder zum Laufen brachte. Als er den Jungen dann schnell zur Schule schicken wollte, kam heraus, dass der Lehrer ihn nach Hause geschickt hatte, da er nicht wollte, dass der Bauernjunge die Klasse beim Besuch des Schulrates blamiert.

Vom Plätzchenbacken in seiner Kindheit berichtete Manfred Fischer aus Scheel.

Wie es früher so zuging beim Plätzchenbacken und in der Adventszeit, berichtete Manfred Fischer aus Scheel. Der ein oder andere fühlte sich bei den Anekdoten in die eigene Kindheit versetzt.

Im Labyrinth der Wipperfürther Baustellen

Ins Hier und Jetzt holte Dieter Johnen die Gäste wieder zurück, als er unterhaltsam über die zahlreichen Baustellen und ihre Herausforderungen für die Wipperfürther berichtete. Auch manch kritisches Wort war bei seinen Reimen durchaus dabei. Der große Beifall des Publikums war ihm sicher, ebenso dem Duett Inge Büth und Heribert Ommer, die einen Sketch von Loriot in Wipperfürther Platt übertragen hatten und beim Vortrag einiges an schauspielerischem Talent erkennen ließen. Thomas Bosbach regte anschließend auch augenzwinkernd an, eine Platt-Theatergruppe zu gründen.

Die Adventszeit seiner Kindheit und die aktuellen Baustellen thematisierte Dieter Johnen.

Besinnlich weihnachtlich fiel der Beitrag von Bruno Becker aus und Dieter Johnen sorgte mit seinem Gedicht über die Adventszeit früher für Nachdenken über den heutigen Umgang mit der Weihnachtszeit. Mit seiner Weihnachtsgeschichte setzte Heribert Ommer dann den passenden Schlusspunkt.

Thomas Bosbach wünscht sich, dass auch im kommenden Jahr nicht nur viele Wipperfürther als Zuhörer kommen, sondern auch der Eine oder Andere mit eigenen Beiträgen zur Pflege und dem Erhalt der Wipperfürther Mundart beiträgt.