Beim Bäcker hat sich zuletzt wohl mancher die Augen gerieben, als es ans Bezahlen ging. Dass Brötchen und Brot deutlich teurer geworden sind, bestätigte jetzt auch das Statistische Bundesamt.
Brot und BrötchenDer Besuch beim Bäcker ist deutlich teurer geworden

Die Vielfalt in der Brottheke ist nirgendwo so groß wie in Deutschland.
Copyright: dpa
Nirgendwo gibt es eine Brotvielfalt wie in Deutschland. Über 3000 Sorten sind im deutschen Brotregister der Innungsbäcker eingetragen. Bornsche Kruste, das Mischbrot Wally Nuss oder Emmer Urkorn wurden zuletzt verzeichnet. Sogar die Unesco hat das deutsche Brot als immaterielles Kulturgut anerkannt wie auch die französische Esskultur oder den argentinischen Tango.
Unterschiedliche Mehlsorten, unterschiedliche Mischungen, Biobrote, die alle noch mit unterschiedlichen Körnern bestreut werden können, sorgen für Abwechslung auf dem Frühstücks- oder Abendbrottisch. Handwerklich hergestellte Brote und Brötchen haben aber auch ihren Preis. Da kosten Brötchen aus Dinkelteig mit Körnern auch schon einmal 1,3o Euro. Das Grundnahrungsmittel Brot hat seinen Preis, und der hat überproportional angezogen, wie jetzt auch das Statistische Bundesamt im Vorfeld des Tags des deutschen Brots am 5. Mai bestätigt hat.
Preissteigerung von 34,4 Prozent
Die Preise für Brot und Brötchen kletterten von 2019 bis 2023 um 34,4 Prozent. Ähnlich wie bei anderen Nahrungsmitteln war die Teuerung laut der Statistiker damit überdurchschnittlich hoch. Stiegen doch die Verbraucherpreise insgesamt im selben Zeitraum um 17,3 Prozent. Während sich die allgemeinen Verbraucherpreise von 2019 bis 2021 noch parallel entwickelten, ging seitdem die Schere auseinander.
Gründe für die Preisanstiege gibt es viele. Das können die gestiegene Kosten für Energie und Rohstoffe sein, aber auch steigende Personalausgaben. Immerhin schwächt sich aktuell der Preisanstieg etwas ab. Laut statistischem Bundesamt kosteten Brot und Brötchen im März 2,9 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die Verbraucherpreise insgesamt legten im selben Zeitraum um 2,2 Prozent zu.
Bäcker mit Nachwuchssorgen
Bäcker haben Nachwuchssorgen. 2022 schlossen noch gut 1640 Personen in Deutschland einen neuen Ausbildungsvertrag zur Bäckerin beziehungsweise zum Bäcker ab. Damit hat sich die Zahl der Neuverträge in den vergangenen zehn Jahren halbiert. 2012 hatte es noch knapp 3290 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge im Bäckerhandwerk gegeben. Der Rückgang bei den Neuverträgen aller Ausbildungsberufe fiel im selben Zeitraum mit 18,9 Prozent deutlich geringer aus.
