Das Deutschlandticket wird zum Jahreswechsel teurer, das „eezy“-Ticket aber nicht.
Immer beliebter„eezy“-Ticket bleibt in NRW zum Jahreswechsel preisstabil

Köln: Ein Logo des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg klebt an einem Fahrkartenautomaten auf der Station Hansaring.
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Der elektronische Tarif „eezy“ für Gelegenheitsfahrten im öffentlichen Nahverkehr von Nordrhein-Westfalen wird zum Jahreswechsel nicht teurer. Neben dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) planen auch die anderen drei Nahverkehrsverbünde VRS, AVV und Westfalentarif keine Preiserhöhung für das „eezy“-Ticket zum Stichtag 1. Januar 2027. Das hat eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergeben.
Im Unterschied dazu erhöht sich zum 1. Januar 2027 der Preis des Deutschlandtickets von 63 auf 66,80 Euro im Monat. Auf diese Erhöhung hatten sich die Verkehrsministerministerien bereits Ende September verständigt.
Steigende Beliebtheit des Gelegenheitstarifs
Beim VRR bleibt zum 1. Januar 2027 der Preis für den elektronischen Tarif „eezy“ ebenso unverändert wie der für das Einzelticket für Kinder, gab der VVR bereits bekannt. „eezy“ habe eine wachsende Bedeutung: Die Fahrten mit dem elektronischen Tarif seien im ersten Halbjahr 2026 um 75 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen, wie der VRR für sein Gebiet mitteilte.
Der Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) und der Aachener Verkehrsverbund (AVV) werden bei ihrem gemeinsamen Rheinlandtarif zum 1. Januar 2027 keine Tarifanpassung vornehmen. „Dies betrifft auch die Preise für eezy.nrw im Rheinland“, sagte eine Sprecherin auf Anfrage der dpa. Die Tarifgrenze zwischen Köln und Aachen war erst zum 1. Juni 2026 gefallen. Zunächst soll nun ermittelt werden, wie sich seitdem die Einnahmen entwickelt haben.
Unterjährige Erhöhungen möglich
Erst nach der Auswertung einer ausreichend großen Menge an Einnahmendaten werde sich entscheiden, zu welchem Zeitpunkt und in welcher Höhe die Ticketpreise gegebenenfalls im kommenden Jahr steigen werden. „Eine Entscheidung der zuständigen Gremien ist nicht vor Ende November zu erwarten“, erklärte die Sprecher zum weiteren Vorgehen von VRS und AVV.
Der Verkehrsverbund Westfalentarif wird zum 1. Januar 2027 seine Ticketpreise nicht erhöhen, wie eine Sprecherin auf Anfrage sagte. Sie verwies auf die angekündigte Tarifstrukturreform bei dem Verkehrsverbund. Die Tarifmaßnahme komme deshalb erst zum 1. April 2027. Voraussichtlich zum Jahresende würden die Ergebnisse feststehen. Der Verkehrsverbund werde dann informieren.
VRR erhöht Ticketpreise um 4,9 Prozent
Der VRR hat als einziger der vier Nahverkehrsverbünde in NRW eine Preiserhöhung zum 1. Januar 2027 beschlossen, und zwar um durchschnittlich 4,9 Prozent. Da das Deutschlandticket den größten Teil der Verkäufe ausmache, betreffe diese Preiserhöhung nur noch 17 Prozent der Ticketumsätze im VRR.
Das „eezy“-Ticket gibt es nur online. Man braucht eine passende App. Nutzen kann man etwa die Apps der großen Verkehrsverbünde VRR oder VRS oder die Apps einzelner Stadtwerke. Bei Fahrbeginn klickt man auf „Check-in“ - beim Aussteigen auf „Check-out“. Die App berechnet dann anhand der gefahrenen Strecke den Fahrpreis und bucht ihn vom hinterlegten Zahlungsmittel ab.
NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) hatte jüngst wieder die Vorteile des elektronischen Tarifs „eezy.nrw“ betont: Der digitale Tarif wähle immer den günstigsten Preis pro Strecke aus. „Außerdem ist der Monatsbetrag gedeckelt, so dass es nie teurer wird als mit einem Deutschlandticket“, unterstrich er.
Ein Antrag von NRW und Hamburg über die Einführung eines „bundesweiten elektronischen Gelegenheitstarif“ nach dem Vorbild von „eezy.nrw“ war von der Tagesordnung der Verkehrsministerkonferenz vor wenigen Tagen abgesetzt worden. Krischer kündigte an, NRW werde das Thema beim nächsten Treffen der Verkehrsminister weiterverfolgen. „Wir wollen bundesweit natürlich keinen Preisdeckel, das würde das Deutschlandticket konterkarieren“, sagte Krischer. (dpa)
