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Exzellenz-InitiativeWenn Köln nur wüsste, was Köln alles kann

3 min
Werbeplakat der Exzellenz-Initiative für die Wirtschaft von Köln in der City

Krasse Farben und coole Geschichten: Kölns Wirtschaft wirbt für die Wirtschaft von Köln

Köln kann Zukunft: Führende Unternehmen der Stadt werben mit einer mutigen Kampagne für die stärken der Kölner Wirtschaft - Krasse Farben und coole Geschichten

Die Wirtschaft geht auf die Straße. Seit gestern ist die Initiative „Köln kann Zukunft“ auf bald 300 Flächen in der Stadt und auch am Flughafen präsent. Zunächst zehn Motive sollen den Auftakt bilden für eine Imagekampagne der besonderen Art: Die Kölner Wirtschaft will raus aus der Wahrnehmungsecke, will zeigen, was in ihr steckt und damit einen „zweiten Stolzmoment“ schaffen, wie es Gerald Böse, Chef der Koelnmesse, zur Vorstellung der Kampagne gestern sagte.

Hinter dem Werbefeldzug für ein ökonomisch selbstbewusstes Köln steht die „Wirtschaftsallianz Exzellent Köln“, die, wie es die Protagonisten gestern erzählten, am Rande des Kommunal-Wahlkampfs und vieler gar nicht so schöner Geschichten über die blasse Perle am Rhein zustande gekommen ist. „Da muss etwas passieren“, berichtete Andreas Feicht von der Rhein-Energie.

Wirtschaft fürs Herz

Am Anfang waren es vier Chefs, drei davon aus städtischen Unternehmen, dazu noch der Kölner Vorzeige-Familienunternehmer Frank Blase (Igus). Sie taten, was in Deutschland noch immer funktioniert: Sie gründeten einen Verein. Und der nimmt nun viel Geld und Kölner Kommunikations-Know-how in die Hand, um die Wirtschaft von der Straße auch in den Kopf, und dann – hoffentlich – mitten ins Herz der Kölner zu bekommen.

Ein „Ökosystem von Kommunikation“ soll aus der Plakatkampagne werden, kündigte Timo von Lepel, Geschäftsführer von Netcologne, gestern an. Neben den Postern gibt es Aktivitäten auf den üblichen Social-Media-Kanälen und bald auch einen Podcast. Die muntere, interaktive Website (www.koeln-kann-zukunft.de) ist inklusive Stellenanzeigen auch schon freigeschaltet. Für all das hat die Exzellenz-Initiative die Agentur Kranz ausgewählt, die Label und Kampagne von „koeln ist cool“ erdacht und umgesetzt hat und nun multimedial für mehr Glanz über Kölns Ökonomie sorgen soll.

Selbstlob Fehlanzeige

Am Anfang steht eine sehr gewöhnungsbedürftige Ästhetik, keine bunten Bilder, kein dick aufgetragenes Selbstlob, statt dessen karge Schrifttypen, postmoderne Farben und leicht provozierende Aussagen wie „Köln lebt hinterm Mond“ – womit der Exzellenz-Verein darauf aufmerksam machen will, dass jeder europäische Astronaut, der für den Weltraum trainiert, in Köln ausgebildet wird.

So soll es selbstironisch weitergehen, um dann Storys von Kölner Erfolgen zu erzählen, auch wenn sie sich – noch - im Verborgenen abspielen. Drei Jahre lang soll das Ökosystem wachsen, am besten wäre es nach dem Willen der Macher, wenn möglichst viele Kölner diese guten Geschichten bald selbst erzählten – „mouth to mouth“.

Das erste Video ist schon 120.000 Mal abgerufen worden, das erste Reel hat gut 3500 Likes. In drei Jahren soll sich das Wissen der Kölner über die Stärken ihrer Wirtschaft mindestens verdoppelt haben, so lautet ein Ziel. 33 exzellente Institutionen sind bereits zahlende Mitglieder, der berühmteste Verein der Stadt ist jetzt auch mit dabei.