In der Region dürften Essenslieferungen verspätet bei den Kunden angekommen sein. Die NGG hatte die Fahrerinnen und Fahrer von Lieferando am Mittwoch und Donnerstag zum Streik aufgerufen.
LieferandoGewerkschaft NGG zieht positives Streik-Fazit

100 Mitarbeitende von Lieferando hatten am Mittwoch in Köln an einer Streikkundgebung teilgenommen.
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Mit dem Streik bei dem Essenslieferanten Lieferando zeigt sich die Gewerkschaft NGG zufrieden. „Wir ziehen ein positives Fazit“, sagte Marc Kissinger, NGG-Geschäftsführer in Köln. "Ich gehe von erheblichen Einschränkungen im Betriebsablauf aus", so Kissinger weiter.
An den Streiks in Köln, Bonn und Leverkusen hätten sich 100 Fahrerinnen und Fahrer beteiligt. Am Donnerstag habe Lieferando in Leverkusen das Mittagsgeschäft eingestellt. Bereits am Mittwoch waren die Rider, wie sie sich selbst nennen, in einem Protestzug durch die Kölner Innenstadt gezogen.
Lieferando-Mutter will 2000 Jobs in Deutschland streichen
Die Fahrerinnen und Fahrer kämpften um ihre Jobs und um einen Sozialtarifvertrag, so die NGG mit. Auslieferung sollten – wie bereits in Österreich – über Subunternehmen erfolgen. Diese böten häufig nur unsichere, schlecht bezahlte Jobs ohne Mitbestimmung. Das drohe in Leverkusen. Bonn und Köln sind dagegen offenbar nicht akut von Personaleinsparungen betroffen.
Just Eat Takeaway mit seiner bekannten Marke Lieferando hatte im Juli mitgeteilt, den eigenen Lieferbetrieb in Deutschland zu reduzieren. Infolge von Auftragsverlagerung an Flottenpartner plane Takeaway Express, die Logistikgesellschaft der Muttergesellschaft, eine Reduktion seiner Flotte um bundesweit 20 Prozent. „Ab Ende des Jahres dürften in diesem Zuge bis zu 2000 Fahrer entlassen werden“, hieß es in einer Mitteilung.
NGG hofft auf Direkteinstellungsgebot
Die NGG hofft auf ein Direkteinstellungsgebot, wie es es in der Fleischindustrie gibt. Eine derartige gesetzliche Regelung verbietet grundsätzlich den Einsatz von Leiharbeit und Werkverträgen in bestimmten Bereichen.
Die Gewerkschaft verlangt unter anderem Verhandlungen über einen Sozialtarifvertrag. Für die rund 8000 Fahrer, die zunächst nicht von geplanten Entlassungen betroffen sein sollen, fordert die NGG etwa 15 Euro Einstiegslohn, 6 Wochen Erholungsurlaub pro Jahr, ein 13. Gehalt und Zuschläge für Nacht und Wochenendarbeit.