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Jobcenter-VergleichWo die Vermittlung am besten läuft – und wo nicht

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Eine Studie des IW beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Vermittlungsquoten der Jobcenter im Bund.

Eine Studie des IW beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Vermittlungsquoten der Jobcenter im Bund.

Während manche Jobcenter mehr als jeden dritten Leistungsbezieher in Arbeit bringen, schaffen andere kaum jeden siebten. Auffällig: Der Süden liegt vorn, NRW und große Städte wie Köln und Düsseldorf hinken hinterher.

Nicht nur für Jobsuchende eine spannende Frage: In welchen Kommunen können die dortigen Jobcenter im bundesweiten Vergleich die besten Zahlen für die Arbeitsstellen-Vermittlung aufweisen? Schließlich haben auch Unternehmen sowie die Städte und Gemeinden großes Interesse daran, dass ihre Jobcenter leistungsstark und effizient arbeiten.

Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zur Vermittlungsarbeit der Jobcenter in Deutschland zeigt auf, dass es für die Jahre 2021 bis 2024 in den verschiedenen Regionen Deutschlands sowie im ländlichen Raum und in den großen Städten teils deutliche Unterschiede gab. In manchen Jobcentern gelingt es, binnen eines Jahres „mehr als jeden dritten Arbeitslosenleistungsbezieher in den Arbeitsmarkt zu integrieren, anderen dagegen nur knapp jeden siebten“. Auffällig ist, dass der Süden Deutschlands in großen Teilen deutlich besser abschneidet als der Norden, Ost-Deutschland und insbesondere auch Nordrhein-Westfalen (NRW).

Wirtschaftlich starke Regionen tun sich leichter

NRW-weit am besten schneidet laut der IW-Studie das Jobcenter Höxter mit einer jährlichen Integrationsquote von 24,3 Prozent ab, was Platz 128 von rund 300 untersuchten Centern bedeutet. Auf Rang 154 folgt dann in der NRW-Rangliste das Center Heinsberg mit 23,3 Prozent Integrationsquote. Köln hingegen liegt abgeschlagen auf Rang 304 (Quote von 19,4 %), damit aber noch vor Düsseldorf (Rang 320) mit einer Quote von 18,7 Prozent. Überraschend auf einem hinteren Platz liegt Bonn (Rang 383, Quote: 15,7%) und reiht sich damit direkt hinter Städten mit vergleichsweiser hoher Arbeitslosigkeit ein wie Wuppertal (Rang 382) und Mülheim an der Ruhr (Rang 381).

Wie die Studie zudem ermittelte, hänge die Häufigkeit der Integration von Arbeitssuchenden nicht zuletzt auch von der Wirtschaftskraft der jeweiligen Region ab. Dazu wurden unter anderem die vorliegende Arbeitslosenquote in den Jobcenterregionen und das örtliche Stellenangebot untersucht. Dabei kam heraus, dass Köln, aber auch Düsseldorf, nah an die aufgrund der Rahmenbedingungen erwartbaren Vermittlungszahlen herankommen, während ein Jobcenter Memmingen (Rang 2) die geschätzten Erwartungen.

Auffällig sei jedoch noch ein weiteres Muster gewesen, das der IW in der Studie aufführt: Die zehn erfolgreichsten Jobcenter werden sämtlich als gemeinsame Einrichtung von Kommune und Bundesagentur für Arbeit betrieben. Unter den zehn schwächsten stehen dagegen sechs Jobcenter in alleiniger kommunaler Trägerschaft. „Insgesamt integrieren die gemeinsamen Einrichtungen zehn Prozent häufiger in Arbeit als kommunal verwaltete Jobcenter“, erklärt IW-Arbeitsmarktexpertin Stefanie Seele. „Die Politik sollte sich daher in allen Jobcentern genau anschauen, welche Faktoren in Verwaltung oder Vermittlung die Integrationsquoten verbessern“, so Seele.

In den von den IW-Experten untersuchten Jahren gab es im Übrigen einen einsamen Spitzenreiter, der jeweils für mehr als 39 Prozent der Arbeitssuchenden reguläre Jobs vermitteln konnte: das Jobcenter der fränkischen Kleinstadt Ansbach.