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Vielseitig einsetzbarHGK in Köln entwickelt einen neuen Gastanker

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Ein Bild, wie das Schiff aussehen wird.

Die HGK entwickelt ein Küstenmotorschiff, das auch auf Flüssen wie dem Rhein fahren kann

Einen neuen Gastanker für Küstengewässer und Flüsse entwickelt eine Tochter der Kölner HGK. Er transportiert etwa aufgefangenes CO₂ zu Lagerstätten. 

HGK Shipping konzipiert ein neuartiges Küstenmotorschiff, das auch Flüsse befahren kann. Die 125 Meter lange und 17,50 Meter breite „Vanguard“ kann in ihren Tanks unter anderem kalt verflüssigtes Ammoniak und verflüssigtes Kohlenstoffdioxid transportieren, teilte die HGK-Tochter am Mittwoch mit.

Das Schiff erspart das Umladen in den Häfen. Das reduziert laut HGK die dabei bestehenden Risiken und spart Zeit. Dies gelte sowohl für Verkehre zur angedachten Anlieferung des Wasserstoffs, beispielsweise aus Spanien und Portugal, als auch für die Beförderung von abgeschiedenem CO₂ zu den vorgesehenen Offshore-Feldern, die häufig in der Nordsee liegen.

Eine Art Segel unterstützt den Motor

Um den Transport möglichst nachhaltig und ressourcenschonend zu gestalten, unterstützt eine Art Segel den dieselelektrischen Antrieb. Darüber hinaus wurden Erfahrungen anderer Designs, durch die die Schiffe auch bei Niedrigwasser fahren können, in die Konzeption integriert.

„Die zunehmende Dekarbonisierung von Produktionsprozessen verändert Güterströme", sagte Steffen Bauer, der Chef von HGK Shipping.  Die ‚Vanguard‘ biete der Industrie von Skandinavien bis zur Iberischen Halbinsel und mit den Seehäfen als Portale zum europäischen Wasserstraßennetz zusätzliche Kapazitäten für die sichere und klimafreundlichere Beförderung von verflüssigtem Ammoniak und Kohlenstoffdioxid.

Vanguard kann auch den Oberrhein befahren

Der Rhein sei für die „Vanguard“ bis zum Oberrhein schiffbar. Dazu werden die Segel abgeklappt. Das Schiff biete der hier konzentrierten chemischer Industrie eine leistungsfähige Alternative zu fehlenden oder erst in ferner Zukunft zu realisierenden Pipeline-Strukturen.  

Das „Vanguard-Projekt“ ergänzt das im April kommunizierte Vorhaben „Pioneer“, das den Transport von Gasen sowohl in kalt verflüssigter als auch in druckverflüssigter Form ermöglicht. Die zugrundeliegenden Schiffskonzepte unterstützen laut HGK die Industrie beim Abtransport der Kohlenstoffdioxidrückstände, die in den verschiedenen Produktionsprozessen in flüssiger Form abgeschieden und gesammelt werden. Mithilfe der Verfahren zur Carbon-Abtrennung und Speicherung (CCS) oder der Verwendung von CO₂ können Emissionen vermieden oder in chemischen Prozessen weiterverwendet werden.

Das zweite wichtige Einsatzgebiet dieser neu entwickelten Gastankschiffe ist die Anlieferung des Wasserstoffderivats Ammoniak für dessen Weiterverarbeitung, zur Versorgung der Märkte mit nachhaltiger, grüner Energie.