Die Kölner Messe setzt nach einem guten Start ins Jahr auf stark anziehende Geschäfte. Im abgelaufenen Jahr konnte sie den Verlust nach vorläufigen Zahlen reduzieren.
Kölner Messe im AufwindZahl der Messen und Umsatz sollen deutlich steigen

Das Kongresszentrum Confex soll Platz für bis zu 6000 Besucher bieten.
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Die Kölner Messe erwartet für das laufende Jahr nach den scharfen Einbußen der Corona-Vorjahre eine weitere Normalisierung des Geschäfts. „2023 reden wir nicht mehr über abgesagte Messen, im Gegenteil: Alle Zeichen stehen auf Durchführung“, sagte Messechef Gerald Böse. Die Messe plant mit 74 Veranstaltungen, darunter 46 Eigen-, sowie 23 Gastveranstaltungen und fünf Firmen-Events. Die Umsätze sollen dadurch 380 Millionen Euro. Diese Planung hänge aber von den weiteren Entwicklungen der geopolitischen und wirtschaftlichen Lage ab.
Tiefe Spuren der Corona-Pandemie
Im abgelaufenen Jahr haben die Erlöse voraussichtlich 237 Millionen erreicht, nach 134,2 Millionen im Jahre 2021 und 2020 nur 94,3 Millionen Euro. „Zwar hat kaum eine Messe die Größe der Veranstaltungen vor Corona erreicht, gleichwohl zeigt der Aufwärtstrend, dass wir auf dem Weg zurück zu alter Stärke sind“, zog Böse eine Bilanz des abgelaufenen Jahres. Die Erleichterung darüber, sich nach einer langen Zeit wieder physisch zu treffen und internationale Geschäfte im persönlichen Austausch auf- und ausbauen zu können, sei während des gesamten Messejahres bei allen Beteiligten deutlich spürbar gewesen, ergänzte Messe-Geschäftsführer Oliver Frese. Statt 71 geplanten gab es 59 Veranstaltungen – 18 Eigen- und 20 Gastveranstaltungen sowie drei Firmen Events in Köln und außerdem 18 Messen im Ausland.
Wichtige Messen in Köln waren die Digitalvermarktungsmesse DMexco, die Motorradmesse Intermot die Büromöbelmesse Orgatec, die Art Cologne oder auch die Eisenwarenmesse, bei der rund 1400 Aussteller aus 50 Ländern ihre Waren und Dienstleistungen zeigten. Vor der Corona-Pandemie hatte die Messe allerdings etwa doppelt so viele Aussteller angelockt. Wie andere Messen litt sie darunter, dass kaum Aussteller oder Besucher aus China anreisen konnten. Und auch der Publikumsmagnet Gamescom konnte im abgelaufenen Jahr nur 265 000 Besucherinnen und Besucher empfangen – vor Corona im Jahr 2019 waren das noch 100 000 mehr.
Verlust von etwa 60 Millionen
Immerhin konnte die Messe den Verlust auf etwas über 60 Millionen Euro reduzieren, 2021 musste sie noch einen Fehlbetrag von 81,4 Millionen Euro ausweisen. Hoffnung auf bessere Geschäfte in der Zukunft machen laut Messe neue Veranstaltungen. Unter den 14 neuen Formaten sind in Köln etwa die polisMobility und die insureNXT, zwei Eigenformate für die Zukunft von Mobilität in Städten sowie der Versicherungswirtschaft. Im Ausland gingen Abspaltungen von etablierten Kölner Messen an den Start. Im laufenden Jahr und 2024 folgen eine Ausgabe der Süßwarenmesse ISM sowie der Ernährungsmesse Anuga in Japan.
Trotz der Pandemie investiert die Kölner Messe, wenn auch einzelne Projekte aus dem Programm koelnmesse 3.0 zeitlich gestreckt und nach hinten verschoben wurden. Im November 2022 feierte die Messe das Richtfest für das neue Confex, ein Ort für Messen, Kongresse und Events. Mit ihm kann die Messe ab 2024 erstmalig über 6000 Kongressgäste an einem Ort zusammenbringen – und das in einem flexiblen, vollständig digitalisierten Raum, der Live- und hybride Events erlaubt. Erstes Veranstaltungshighlight ist für die Messe im November 2024 der UFI Global Congress des Messeweltverbands zu dem die gesamte Veranstaltungsbranche nach Köln kommen werde, so die Messe.
Nachhaltigkeit
Bis 2035 will die Kölner Messe Koelnmesse den Betrieb ihrer Gebäude CO2-neutral gestalten. Teils sind Maßnahmen dazu ist bereits umgesetzt: Durch den Betrieb eines eigenen Blockheizkraftwerkes spart die Koelnmesse jährlich rund 3200 Tonnen CO2 . Seit Anfang 2022 bezieht sie zu 100 Prozent Ökostrom. (raz)