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Kommentar zu Michael GarvensNicht ganz saubere Scheidung nach 16 Jahren

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Ex-Flughafenchef Michael Garvens.

Köln – Nach fast 16 Jahren erfolgreicher Arbeit von Michael Garvens am Flughafen wurde die Trennung in knapp zehn Zeilen verkündet. Da ist die Rede von Einvernehmen. Aber diese Scheidung dürfte wie so viele nicht ganz sauber gelaufen sein. Da musste zwischen den Parteien eine "Sprachregelung" vereinbart werden, außerdem Stillschweigen über die genauen Inhalte. Garvens' Anwalt Rolf Bietmann nennt die Lösung immerhin noch "auch wirtschaftlich vertretbar". Das klingt nach Abfindung, was angesichts eines noch bis Januar 2022 laufenden Vertrags von Garvens niemanden überraschen sollte.

Natürlich gab es massive Vorwürfe, die von Rechtsanwälten und Wirtschaftsprüfern untersucht worden sind. So soll der Flughafen etwa dadurch geschädigt worden sein, dass Rechnungen ohne Gegenleistungen beglichen worden sein sollen und Mitarbeiter bei vollen Bezügen freigestellt wurden. Andererseits waren die Vorwürfe teils schon lange bekannt. Und die Freistellung eines Mitarbeiters hat auch der Aufsichtsrat abgesegnet.

Garvens hat die Vorwürfe auch immer zurückgewiesen. Und wären sie tatsächlich alle Garvens anzulasten und lückenlos zu belegen gewesen, hätte der Aufsichtsrat ihm auch den Stuhl vor die Tür setzen können und müssen. Hat er aber nicht.

Viel anderes als eine Trennung blieb aber kaum zu tun. Da ist wohl allzu kräftig Porzellan zerschlagen worden in den letzten fünf Wochen zwischen den Aufsichtsräten und dem Flughafen-Chef. Wie da noch eine Zusammenarbeit hätte funktionieren sollen, ist kaum vorstellbar. Aber genau das wäre nötig gewesen angesichts zahlreicher Aufgaben, die der Flughafen zu meistern hat. Allein das Investitionsprogramm und die Frage, ob der Bund Anteilseigner bleibt, erfordert, dass alle an einem Strang ziehen. Da mussten beide Seiten getrennte Wege gehen, um Schaden vom Flughafen abzuwenden.

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