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Kosten bis zu 90 Millionen EuroGroße Sanierung oder Neubau für die IHK

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Visualisierung des IHK-Gebäudes nach der Sanierung

Köln – Im Ringen um eine Zentrale für die IHK Köln soll bis Jahresende eine Entscheidung fallen. Ein Neubau in der Innenstadt – zumindest innerhalb der Ringe oder in Deutz – oder eine Sanierung des alten Gebäudes im Bankenviertel stehen zur Debatte. Aber in einer neuen Variante, wie die Vollversammlung der Kammer am Montagabend beschlossen hat.

Die Vorgeschichte

Die Zentrale aus den 50er Jahren ist marode. Für einen eingezogenen Kostendeckel von 40 Millionen Euro war sie nicht herzurichten. 57 Millionen sollte es kosten. Denkmalschutz, Brandschutz und Schutz vor Starkregen  hatten ihren Preis. Und für das Geld hätte es auch nur Reparaturen gegeben. Zu teuer, fand die Vollversammlung und suchte nach einem neuen Domizil.

2019 wurde ein Gebäude in Köln-Mühlheim erworben, mit dem die  inzwischen neu gewählte Vollversammlung mit Nicole Grünewald als Präsidentin aber nicht warm wurde. Zu klein, nicht zentral gelegen  – mit Gesamtkosten von 39,2 Millionen die billigste, aber nicht die wirtschaftlichste Variante. Das hatten die Rechnungsprüfer der IHKs moniert. Der Prozess rund um die IHK-Zentrale wurde neu aufgesetzt.

Die Anforderungen

Ein Ort für Netzwerken, Veranstaltungen, Beratung und Weiterbildung in einem repräsentativen Gebäude in zentraler Lage sollte die Zentrale sein.  Ein Treffpunkt auch mit gastronomischem Angebot. Das Aus für das Lofthaus.

Die Varianten

Die Vollversammlung musste am Montagabend über drei Varianten befinden. Eine Reparatur des bestehenden Gebäudes fiel dabei durch. Die wäre jetzt für 61 Millionen zu haben gewesen. Mit Risikozuschlägen, Kosten für  Zwischenquartier und Umzüge hätten sie sich auf 81 Millionen addiert, so ein Gutachter von Drees und Sommer.

Variante zwei ist ein alter Bekannter. Vor mehr als zehn Jahren hatten Schilling-Architekten einen Vorschlag für das alte Gebäude unterbreitet, der  überarbeitet werden könnte. Der Kern: Das durch Zwischenebenen zergliederte Erdgeschoss soll zum Börsenplatz hin ebenerdig werden. Ein Entree mit Aufenthaltsqualität. Es soll auch ein modernes, offenes Bürokonzept entstehen.

Baulücken in der Dachfläche sollen gefüllt, eine Verbindung die U-Form des Gebäudes in Richtung Dom schließen, so dass ein weiterer Zugang zu den Arbeitsplätzen entsteht, der Börsensaal soll teilbar werden. Entstehen würden 11 500 Quadratmeter Fläche – genug für Mitarbeitenden, Wirtschaftsarchiv und Prüfungsräume, die jetzt angemietet sind.

Mit dem Denkmalschutz habe es Vorgespräche gegeben, hieß es. Da gebe es wohl Verhandlungsmöglichkeiten. Auch Statiker müssen noch klären, ob ein ebenerdiges Erdgeschoss zu realisieren ist. „Die Probleme scheinen lösbar“, so Grünewald. Kosten würde die Sanierung etwa 68 Millionen für den Bau, insgesamt 90 Millionen.

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Antreten muss diese Sanierung gegen einen Neubau mit ebenfalls ausreichender Bürofläche sowie Platz für Seminar- und Prüfungsräume und das Wirtschaftsarchiv. Hier würde die Kosten für den Bau 66 Millionen, die Gesamtkosten etwa 80 Millionen betragen. Abhängig ist das etwa vom Erlös für das alte Gebäude, das verkauft würde. Viel Geld also. „Mit beiden Varianten haben wir die Chance, ein Gebäude zu bekommen, das alle Anforderungen einer modernen, offenen und attraktiven IHK erfüllt“, sagte Grünewald.

33 Millionen Eigenkapital hat die Kammer laut Hauptgeschäftsführer Uwe Vetterlein. Aber die Kosten für Kreditzinsen und Abschreibungen pro Jahr seien bei den Varianten mit 1,7 und 1,4 Millionen pro Jahr niedriger als die Miete für zusätzliche Räume beim zu kleinen Lofthaus mit etwa zwei Millionen.

Die Fragezeichen

Letztlich muss die Sanierung überhaupt machbar sein. Und in Altbauten lauern oft versteckte Mängel, die die Kosten treiben. „Ein Neubau ist kalkulierbarer“, so Grünewald. Andererseits muss ein geeignetes Grundstück für einen Neubau zur Verfügung stehen. Hier zeigt sich Vetterlein aber optimistisch.

Das Vorgehen

Bis Jahresende sollen die offenen Fragen geklärt sein, so dass sich die Vollversammlung für ein Domizil entscheiden kann. Ende des Jahrzehnts will die IHK das renovierte alte oder ein neues Gebäude beziehen.