Der Film Barbie sprengt derzeit an der Kinokasse die Rekorde und hat schon eine Milliarde eingespielt. Doch nicht nur dort wird ordentlich Geld verdient.
KassenschlagerBarbie lässt nicht nur die Kinokassen klingeln

Im Barbie-Film werden Barbie und Ken von Margot Robbie und Ryan Gosling gespielt.
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Barbara Millicent Roberts dürfte — entsprechende Ehrungen einmal einfach unterstellt — in mindestens zwei Unternehmen Mitarbeiterin der Woche geworden sein. Barbie, wie sie üblicherweise genannt wird, hat nämlich die Umsätze der Film- und Fernsehgesellschaft Warner Bros. kräftig angeschoben und den Spielzeugkonzern Mattel in aller Munde gebracht.
Und der US-Regisseurin Greta Gerwig verschaffte die knapp 30 Zentimeter große weltberühmte Spielzeugpuppe einen Platz in der Filmgeschichte. Die Satire mit Margot Robbie (33) als Barbie und Ryan Gosling (42) als Ken in den Hauptrollen spielte in nur zweieinhalb Wochen an den Kinokassen mehr als eine Milliarde Dollar ein. Gerwig ist die erste Frau, der das gelang.
Weitere Filme sind bereits in Planung
Der Film hätte ihre optimistischten Prognosen übertroffen, heißt es bei Warner Bros. Dass der Film die Milliardengrenze geknackt habe, sei ein Meilenstein, der von der Brillanz und dem Engagement Gerwigs zeuge, einen Film abzuliefern, den Barbie-Fans jeden Alters auf der Kinoleinwand sehen wollten. Während die Barbie-Puppe bislang nur in Animationsfilmen vorkam, schuf Gerwig, die mit ihrem Mann Noah Baumbach auch das Drehbuch schrieb, einem abendfüllenden Film mit echten Darstellern, in dem Barbie und Ken einen Ausflug ins wirkliche Kalifornien unternehmen.
Als „Meilenstein“ hatte den Film bereits Mattel-Konzernchef Ynon Kreiz bei der Vorlage des Halbjahresberichts des Spielzeugriesen vor knapp zwei Wochen bezeichnet. Es sei der erste große Kinofilm für das Unternehmen. und das Schaufenster für die Fähigkeit des Unternehmens, Spitzen-Kreativtalente anzuziehen und mit ihnen zuammenzuarbeiten. Der Film spreche für das Potenzial von Mattel Films und den bedeutsamen Fortschritt der Strategie, den vollen Wert des geistigen Eigentums zu nutzen.
Weitere Filme sind geplant. Hatte Mattel doch auf diesem Feld Nachholbedarf. Konkurrenten wie Lego nutzen das Kino schon längst.
Den Umsatz mit Spielzeug soll der Film noch in diesem Jahr anschieben. In der ersten Jahreshälfte hatte ausgerechnet Barbie geschwächelt. Der Umsatz rund um die Puppe war im ersten Halbjahr um 23 Prozent auf 456,6 Millionen Dollar gesunken, wobei das Minus im zweite Quartal kleiner wurde.
Neue Barbie-Kollektion zum Filmstart
Mattel hatte eine neue Kollektion zum Film angekündigt: Outfits, die Barbie und Ken tragen, Accesssoires, das dreistöckige Traumhaus oder den Sportwagen Corvette, viel davon im klassischen Barbie-Pink. „Mit der Kollektion können Fans aller Altergruppen ihre Lieblingscharaktere und -szenen aus dem Film mit nach Hause nehmen und nachempfinden“, so Lisa McKnight, die für die Barbie-Linie bei Mattel verantwortliche ist.
Mit diesen Sammelobjekten nimmt das Unternehmen eine neue Käufergruppe ins Visier. In Deutschland ist der Film zwar für Sechsjährige freigegen, im wichtigeren Markt den USA müssen Kinobesucher allerdings 13 sein — Jugendliche also, die nicht mehr unbedingt mit Puppen spielen.
Auch die aufgerufenen Preise dürften eher erwachsene Sammler für die Puppen und Accessoires hinlegen. Kostet doch eine Barbie aus der „The Movie“-Serie knapp 75 Euro, die Corvette der Mattel-Marke Hot Wheels ist auch schon einmal doppelt so teuer. Auch das Traumhaus schlägt mit etwa 150 Euro zu Buche.
Gekauft wird aber offenbar. Seit Kinostart wurden in Deutschland 19 Prozent mehr „Barbie“-Lizenzartikel verkauft als in den beiden Wochen zuvor, so die Konsumforscher der GfK. Besonders „Barbie“-Spielzeug verkaufe sich prächtig; aber auch Essens- und Küchenprodukte gingen häufig über den Ladentisch. „Barbie“-Bekleidung konnte den Absatz sogar um mehr als das Siebenfache steigern, zeigten Daten aus dem Merchandise-Panel von GfK Entertainment.
Und auch die deutschen Charts stürmte die Puppe. „Barbie – The Album“ sprang nach Veröffentlichung auf Rang sechs, der bislang höchste Einstieg eines Soundtracks in diesem Jahr. Zusätzlich sind fünf Filmsongs in der Single-Hitliste vertreten. (mit dpa)
Das Unternehmen Mattel
Gegründet 1945 ist der US-Konzern Mattel die Nummer 2 der Spielzeugindustrie hinter Lego. 2022 erwirtschaftete der Konzern einen Umsatz von 5,4 Milliarden Dollar (etwa 4,5 Milliarden Euro). Seine Produkte verkauft das Unternehmen in 150 Ländern der Erde. Die bekanntesten Marken sind Barbie, die dem Konzern 1,5 Milliarden Umsatz 2022 einbrachte, und Hot Wheels. Zur Gruppe gehören auch Fisher-Price, UNO oder Masters of the Universe. Barbies werden seit 1959 verkauft, heute 80 Millionen Puppen pro Jahr. 1961 bekam sie Ken zur Seite. Barbie hat etwa 250 Berufe, darunter Astronautin, Pilotin Ärztin, Unternehmerin oder Feuerwehrfrau. (raz)
