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Weniger umweltfreundlichPlug-In-Hybride stoßen mehr CO2 aus als angenommen

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PLug-In-Hybride

Plug-In-Hybride sind nicht so umweltfreundlich wie angenommen. (Symbolbild)

Bergisch Gladbach – Bei Plug-In-Hybriden klaffen tatsächlicher Verbrauch auf der Straße und Normverbrauch erheblich auseinander. Das haben exemplarische Stichproben des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach ergeben.

Plug-In-Hybride können an der Steckdose aufgeladen werden.

„Der Realverbrauch liegt bei den untersuchten Modellen im Mittel um das Zwei- bis Dreifache über den auch für die CO2-Flottenberechnung relevanten Normwerten“, schreibt der Autoexperte und CAM-Direktor Stefan Bratzel in einer aktuellen Studie. Entsprechend höher ist auch der CO2-Ausstoß.

Plug-In-Hybride können an der Steckdose aufgeladen werden. Ihre Batterien erlauben ein rein elektrisches Fahren von etwa 50 Kilometer. Dadurch ergibt sich ein niedriger Spritverbrauch auf 100 Kilometer.

„Der tatsächliche Verbrauch weicht eklatant vom Normverbrauch ab“.

So weise etwa ein Plug-In-Passat von VW einen Normverbrauch von 1,7 Litern aus. Laut dem Vergleichsportal „Spritmonitor.de“ liege der Realverbrauch bei 4,39 Litern auf 100 Kilometern. Nach den Angaben verbraucht ein BMW 530e statt 1,7 real 5,69 Liter Sprit, ein Mercedes E 300 de statt 1,6 auf der Straße 5,62 Liter und ein Volvo XC 90 statt 2,1 Liter 7,04 Liter auf 100 Kilometer. Bratzel wertet das als Hinweise darauf, dass bei Plug-In-Hybriden „der tatsächliche Verbrauch eklatant vom Normverbrauch abweicht“.

Keine Rechtfertigung für steuerliche Vorteile

Wie stark hängt vom Fahrer und dessen Fahrzeugnutzung ab. Wer sein Auto regelmäßig an die Steckdose hängt, kann wirklich größere Strecken rein elektrisch zurücklegen. Wird das Auto überwiegend für lange Autobahnfahrten genutzt, ist der Anteil der elektrisch zurückgelegten Strecke relativ klein.

„Plug-In-Hybride sind nur bei einem entsprechendem Nutzerprofil mit wenig Langstreckenanteilen und einem konsequenten Ladeverhalten umwelt- und klimafreundlich“, urteilt Bratzel. Wegen des real kaum existierenden Klimavorteils lasse sich die bestehende steuerliche Begünstigung der Fahrzeuge nicht rechtfertigen.

Die Niederlande hat die steuerliche Förderung von Plug-In-Hybriden zuletzt zurückgenommen.

Plug-In-Hybride erhalten einen Umweltbonus von 3000 Euro, wenn sie weniger als 50 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen und auf einer Liste der förderfähigen Fahrzeuge der BAFA enthalten sind. Für batterie-elektrische Fahrzeuge und Autos mit Brennstoffzelle gibt es 4000 Euro.

Jeweils die Hälfte davon trägt der Autobauer. Batterie-elektrische Autos, die bis Ende 2020 zugelassen werden, sind auch zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit. Diese Förderung gibt es für Plug-In-Hybride nicht. Als Dienstwagen werden sie aber wie E-Autos geringer besteuert als Verbrenner.

Die Niederlande hat die steuerliche Förderung von Plug-In-Hybriden zuletzt zurückgenommen. Sie müsse auch in Deutschland überdacht werden, so Bratzel. Kritik an der Förderung von Plug-In-Hybriden gab es auch schon vom BUND und dem ökologischen Verkehrsclub VCD.