Abo

Rheinisches RevierGrünes Licht für Rheinwasserleitung zu den Tagebau-Seen

2 min
Sonnenkollektoren in der Manheimer Bucht: So könnte der künftige Hambacher See im Braunkohlentagebau Hambach aussehen.

Sonnenkollektoren in der Manheimer Bucht: So könnte der künftige Hambacher See im Braunkohlentagebau Hambach aussehen.

Im Rheinischen Revier soll in den Tagebauen eine Seenlandschaft entstehen. Dazu ist Wasser aus Rhein nötig, das über eine Leitung aus Dormagen kommt.  

RWE hat die Genehmigung zum Bau der Rheinwasserleitung in die Tagebaue erhalten. Die dafür zuständige Bezirksregierung Arnsberg habe grünes Licht gegeben, teilte der Vorsorger am Donnerstag mit. Damit kann der Bau der rund 45 Kilometer langen Leitung von Dormagen in die Tagebaue Hambach und Garzweiler starten.

Vorbereitende Arbeiten soll es bereits in den kommenden Tagen geben, so RWE. Der eigentliche Baustart beginne im März entlang der ehemaligen Fernbahntrasse am Tagebau Hambach bei Elsdorf. Die Bauarbeiten bei Dormagen, wo im Norden bei Rheinkilometer 712 das Entnahmebauwerk entsteht und dann zunächst drei Rohre das Wasser befördern und dabei einen Höhenunterschied von fast 60 Metern überwinden, beginne im Sommer. Ebenso die Arbeiten am Verteilbauwerk Grevenbroich-Allrath, wo die Trasse dann geteilt wird und weiter nach Hambach und Garzweiler geführt wird. Teils sind die Rohre über zwei Meter dick.

Ab 2030 soll der Tagebau Hambach mit Rheinwasser gefüllt werden

Zunächst soll ab 2030 Wasser in den Tagebau Hambach fließen. Ab 2036 soll der Tagebau in Garzweiler gefüllt werden. „Der Bau der Rheinwassertransportleitung ist ein wesentlicher Schritt für die abschließende Rekultivierung des Rheinischen Reviers mit neuen Tagebauseen und attraktiven Landschaften“, sagte Lars Kulik, Vorstandsmitglied der RWE Power.

Etwa 40 Jahre lang dauert es, bis die Seen gefüllt sind und zu den wasserreichsten in Deutschlandgehören werden. Denn die Tagebaue sind teils über 300 Meter tief. Die Seen sollen bereits genutzt werden, wenn sie noch nicht vollständig gefüllt sind. Später sind Marinas geplantoder künstliche Inseln, auch Rad- und Wanderwege am Ufer entstehen. Der Tagebau Inden soll durch Wasser aus der Rur gefüllt werden. Das Flusswasser ist laut RWE auch nötig, um Feuchtgebiete im Naturpark Schwalm-Nette zu sichern und den Grundwasserhaushalt der Region zu stabilisieren. Grundwasser war über Jahrzehnte für die Tagebaue abgesenkt worden.