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SchieflageVolksbank Kleverland bittet um Unterstützung

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Logo der Volksbank an einer Niederlassung

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Nach riskanten Immobiliengeschäften muss eine weitere Bank aus dem Genossenschaftssektor um Unterstützung bitten: die Volksbank Kleverland. Der Spitzenverband will durchgreifen. 

Die Gruppe der Volks- und Raiffeisenbanken kommt nicht zur Ruhe. Die vergleichsweise kleine Volksbank Kleverland hat, wie jetzt bekannt wurde, bei der Sicherungseinrichtung des Bundesverbands der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) um Unterstützungshilfen gebeten. Mit diesen Garantien sollen die Risiken aus notleidenden Krediten abgefangen werden, für die nach Mitteilung der Bank „erheblicher Wertberichtigungsbedarf“ bestehe. Die Unregelmäßigkeiten in der Bank waren schon länger bekannt, der verantwortliche Vorstandschef war Ende vergangenen Jahres deshalb abberufen worden, die Bank hatte später Strafanzeige gegen ihn erstattet.

Zwar macht der BVR keine Angaben darüber, welche seiner Mitgliedsunternehmen in den vergangenen Monaten um Hilfen nachsuchten, doch dürften mit der Volksbank Kleverland binnen zweieinhalb Jahren ein halbes Dutzend Institute aus dem genossenschaftlichen Bankenverbund angefragt haben, um ihr Geschäft in selbst verschuldeten Notlagen abzusichern. Der Verband versucht nun, gegenzusteuern.

Grob fahrlässiges Verhalten

Der BVR hat vor wenigen Wochen ein Programm verabschiedet, mit dem der Sicherungsfonds deutlich besseren Durchgriff auf die betroffenen Banken erhalten soll. Ein Verhaltenskodex für Vorstände und Aufsichtsräte ist ebenfalls Teil des Pakets, dessen Details extern noch nicht kommuniziert sind. BVR-Präsidentin Marija Kolak wählte deutliche Worte: Man habe klare Erwartungen an die „Sorgfalt der Geschäftsführung in einer Genossenschaftsbank und an die Erfüllung der Sorgfaltspflichten der Institutssicherung“, erklärte sie. Sie beklagte, dass man „bei Verantwortlichen in einzelnen Banken hochriskante Geschäfte, Missmanagement oder grob fahrlässiges Verhalten“ gesehen habe. Dies sei nicht akzeptabel, weshalb die Organisation entsprechend reagiert habe.

Zwar zählt die ebenfalls in die Schlagzeilen geratene Volksbank Köln-Bonn nicht zu den Instituten, die aufgrund finanzieller Schieflage beim BVR vorstellig wurden. Ihre umstrittenen Geschäfte im Zusammenhang mit der Finanzierung des Kölner Großbordells „Pascha“ haben im Image der Finanzgruppe aber ebenfalls tiefe Kratzer hinterlassen und die Verbandsführung in Frankfurt entsprechend in Sorge versetzt.

Geschäftsmann hinter Gittern

Im Mittelpunkt des Falls steht ein Kredit über fünf Millionen Euro, den die Volksbank Köln Bonn als Zwischenfinanzierung für den Kauf des „Pascha“ bereitstellte. Diesen soll ein Geschäftsmann eingefädelt haben, der inzwischen wegen krimineller Schleusergeschäfts mit reichen Chinesen hinter Gittern ist. Wegen der Affäre war ein Vorstand der Bank vor wenigen Wochen beurlaubt worden. Die in Bonn beheimatete Volksbank hat außerdem die Rechtsanwaltskanzlei Flick Gocke Schaumburg damit beauftragt, den Fall zu untersuchen. Bereits Ende des Monats sollen erste Ergebnisse vorliegen

Zurück an den Niederrhein. Zum Strafverfahren gegenüber ihrem ehemaligen Vorstand habe man keine Erkenntnisse, sagte ein Sprecher unserer Zeitung. Dank der Hilfen aus dem Sicherungsfonds könne man die eigenen, gut gehenden Geschäfte fortführen, ohne auf eigene Vorsorgereserven zurückgreifen zu müssen, hieß es.

Die Volksbank Kleverland zählt zu den kleineren Genossenschaftsbanken. Mit einer Bilanzsumme von gut einer Milliarde Euro lag sie zuletzt auf Platz 287 im Größenranking der gut 600 Volks- und Raiffeisenbanken. Sie war vor gut 20 Jahren bereits einmal dazu gezwungen, sich an den BVR um Hilfen zu wenden. Wie viele andere kleine Institute aus dem Genossenschaftskreis, befindet sich auch die Bank aus Kleve in Fusionsverhandlungen. Sie plant, mit der Volksbank an der Niers in Goch zusammenzugehen, lässt das Vorhaben wegen der Turbulenzen derzeit aber ruhen. „Zunächst müssen wir uns auf uns konzentrieren und unsere Hausaufgaben machen“, sagte ein Sprecher unserer Zeitung.

Milliarden zur Verfügung

Die Sicherungseinrichtung des BVR ist für Notfälle geschaffen worden. Dazu sparen die Mitgliedsbanken hohe Summen an, ihrem Stützungsfonds stehen bis zu zehn Milliarden Euro zur Verfügung, so Branchenschätzungen. Doch versucht die Sicherungseinrichtung, Bankenstützungen auch dadurch zu verhindern, indem sie einzelne Kreditinstitute möglichst frühzeitig eng begleitet und gegebenenfalls eine Neuaufstellung verlangt. Diese Eingriffsmöglichkeiten sollen jetzt noch verschärft werden. Zuletzt war neben der Volksbank Kleverland auch die Volksbank Braunschwei-Wolfsburg in die Schlagzeilen geraten. Sie steht seit einigen Monaten als Präventionsfall unter Beobachtung des BVR. Hintergrund sind auch hier kritische Immobiliengeschäfte.