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E-AutosNeuzulassungen verschwinden immer häufiger ins Ausland

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Ein E-Auto lädt an einer Ladesäule Strom auf.

Junge gebrauchte E-Autos aus Deutschland sind offenbar auch im Ausland begehrt. 

Neu zugelassene E-Autos werden oft bereits nach wenigen Monaten ins Ausland verkauft. Das verschlingt Steuergeld in dreistelliger Millionenhöhe.

Ein erheblicher Anteil an reinen Elektroautos rollt offenbar nicht lange auf Deutschlands Straßen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Autoexperten Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach. „Mehr als 16 Prozent der im Jahr 2022 in Deutschland neu zugelassenen Elektrofahrzeuge (BEV) finden sich nicht im Fahrzeugbestand wieder“, so Bratzel. Damit nehme der Schwund an E-Autos im Vergleich zum Vorjahr noch einmal zu.

„Diese Entwicklung bekräftigt den Verdacht, dass ein erheblicher Anteil der neu zugelassenen Elektro-Pkw bereits nach der vorgeschriebenen Mindesthaltedauer von sechs Monaten als junge Gebrauchte gewinnbringend ins Ausland exportiert wurde“, so Bratzel. Allein im Jahr 2022 könnte dieses lukrative Geschäft in etwa 380 Millionen Euro an Steuergeldern gekostet haben. Deutschland subventioniere damit den Markthochlauf der Elektromobilität im Ausland in besonderem Maße.

76.000 E-Autos nicht im deutschen Fahrzeugbestand

Zwischen Januar und Dezember 2022 wurden in Deutschland etwas über 470.000 batterie-elektrische Fahrzeuge (BEV) neu zugelassen. Gleichzeitig stieg der Fahrzeugbestand nur um knapp 400.000 Einheiten auf 1.013.009 BEVs an. Damit ergibt sich laut Bratzel eine Differenz von rund 76.000 E-Autos bzw. 16,2 Prozent der Neuzulassungen, die nicht in den deutschen Fahrzeugbestand übergehen.

Im Vorjahr wurden noch rund 356.000 BEVs neu zugelassen, während der Bestand um etwa 309.000 Autos anstieg. Die Differenz betrug zum damaligen Zeitpunkt knapp 47.000 E-Autos oder 13,1 Prozent der Neuzulassungen. „Es ist davon auszugehen, dass der Großteil dieser Fahrzeuge nach Einzug der Förderprämie von bis zu 9.000 Euro und einer Haltedauer von sechs Monaten ins Ausland weiterverkauft wurde“, so Bratzel.

Tesla-Modelle werden noch häufiger ins Ausland verkauft

Dabei gibt es offenbar erhebliche Unterschiede zwischen den Automarken. Beim US-Hersteller Tesla fehlt laut Bratzel nahezu jede dritte Neuzulassung in der Elektroflotte. Wurden zwischen Oktober 2021 und September 2022 etwa 52.000 Tesla-Modelle beim Kraftfahrt-Bundesamt angemeldet, so erhöhte sich der Bestand im gleichen Zeitraum um lediglich rund 36.000 Fahrzeuge. Auch deutsche Premiummarken weisen demnach stark überdurchschnittliche Differenzen auf. Bei BMW, Audi und Mercedes-Benz fehle rund jedes fünfte BEV im deutschen Fahrzeugbestand.

Günstigere Elektrofahrzeuge sind weniger betroffen. Die Differenz von Neuzulassungen und Fahrzeugbestand liegt bei Renault (Zoe) nur bei 9,1 Prozent, bei VW bei 13,9 Prozent beei Hyundai bei 14,9 Prozent. In absoluten Zahlen scheiden gehen bei VW etwa 7.000 E-Autos verloren, bei Hyundai sind es 4.300 und bei Renault 2.800.

E-Auto-Prämie: Neue Förderregeln bremsen den Schwund

Im laufenden Jahr dürfte der Schwund geringer sein, glaubt Bratzel. Die Förderprämie wird von bis zu 9000 Euro auf maximal 6.750 Euro, jeweils mit dem Anteil der Hersteller, gesenkt. Gleichzeitig wird die Mindesthaltedauer von sechs auf zwölf Monate verlängert.