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Soziale NetzwerkeNach „Hot Chips“gibt es nun eine neue Mutprobe – Verbraucherschützer warnen

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Symbolbild: Kartoffelchips gibt es jetzt auch mit sehr hohem Salzgehalt  für eine neue Challenge in den Sozialen Netzwerken. 

Nach den „Hot Chips“ mit viel Chili gibt es offenbar eine neue Mutprobe in den sozialen Netzwerken. Dabei werden Chips mit hohem Salzgehalt gegessen. Die Verbraucherzentrale Hessen warnt. 

­Die Wirkung ist offenbar durchschlagen. „Ich kotze gleich“, wird etwa in einem Youtube-Video als Untertitel zu kaum verständlichen Worten eingeblendet, in dem zwei junge Männer Chips essen. Der Verzehr ist eine neue Mutprobe, wie die Verbraucherzentrale Hessen mitteilt: Es geht um Salt Chips. Die neue Challenge verbreite sich nach der Social-Media-Challenge mit „Hot Chips“ gerade, wie zahlreich kommentierte und geklickte Videos auf YouTube, TikTok und Co. zeigten. 

Die sargähnliche Verpackung der Salz-Chips mit einem sich erbrechenden Smiley erinnere an die „Hot Chips“. Diese stellen aufgrund ihres hohen und schwankenden Capsaicin-Gehalts – ein Stoff aus der Chilischote, der Nervenzellen erregt, die für Wärme- und Schmerzreize verantwortlich sind – eine Gesundheitsgefahr dar und wurden Ende 2023 in einigen Bundesländern vom Markt genommen, so die Verbraucherschützer.

Ein Salt-Chip kostet bis zu 17,99 Euro

Salt Chips werden laut Verbraucherzentrale als Fünf-Gramm-Packung für teure 12,99 bis 17,99 Euro verkauft. Diese enthält einen einzelnen Chip aus Mais- und Weizenmehl, Salz und Zusatzstoffen. Der Salzgehalt liegt bei 40 Prozent: Das sind zwei Gramm Salz pro Chip.

­Der Verzehr von zwei Gramm Salz in einem Salt Chip führe eventuell zu Brechreiz und Kopfschmerzen, ganz sicher zu großem Durst. Bei über 16-Jährigen hinterlässt ein einmaliger Verzehr laut Verbraucherzentrale Hessen keine bleibenden Schäden. Zwei Gramm Kochsalz ist etwas weniger als ein halber Teelöffel voll und ein Drittel der empfohlenen maximalen Zufuhr von sechs Gramm für Erwachsene pro Tag.

Die Chips sollten nicht in die Hände von Kindern gelangen.
Verbraucherzentrale Hessen

Ein halbes bis ganzes Gramm Kochsalz pro Kilogramm Körpergewicht sei aber für Kinder und Erwachsene lebensgefährlich. Bei einigen Salt Chips ist ein Warnhinweis zu finden, dass das Produkt aufgrund des hohen Salzgehalts nicht für Personen unter 16 Jahren geeignet ist. „Die Chips sollten nicht in die Hände von Kleinkindern gelangen", so die Verbraucherschützer.

Sechs Gramm Salz pro Tag können für Dreijährige lebensbedrohlich sein

Bei einem zwei- bis dreijährigen Kind mit 12 Kilogramm Körpergewicht könnten schon sechs Gramm Salz am Tag lebensbedrohlich sein, das wären drei Chips“, warnt Stella Glogowski, Leiterin der Fachgruppe Lebensmittel und Ernährung bei der Verbraucherzentrale Hessen.

In ihrer täglichen Ernährung sollten Erwachsene nicht mehr als sechs Gramm Salz verzehren. Frauen verzehren jedoch durchschnittlich acht Gramm und Männer zehn Gramm Salz pro Tag. Bei dauerhaft erhöhtem Salzkonsum steigt das Risiko für Bluthochdruck und in Folge das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis hin zu Schlaganfall und Herzinfarkt.

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