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Schwimmen und BewegungZülpicher Kinder freuen sich auf den „Narwali“-Container

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Blick auf das Schwimmbecken, die blauen Wände und die weiße Decke.

In dem drei mal zwölf Meter großen Becken sollen Kinder bei Wassergewöhnungskursen erste Schwimmerfahrungen sammeln.

Von Kall ist der „Narwali“-Schwimmcontainer nun zur Zülpicher Chlodwigschule umgezogen. Er soll den Schwimmunterricht für die Kinder ergänzen.

„Des einen Leid ist des anderen Freud“ lautet ein Sprichwort, das sich am Mittwochvormittag auch auf die Vorstellung des „Narwali“-Schwimmcontainers im Zülpicher Forum übertragen ließ. Nachdem das Projekt in den vergangenen Wochen bereits in Kall von Verantwortlichen und Nutzern sehr positiv angenommen wurde, hieß es nun für Bürgermeister Emmanuel Kunz, Abschied zu nehmen.

„Schwimmen und Bewegung bedeuten viel Freude, aber auch Sicherheit. Wir haben einen großen Erfolg mit dem Projekt feiern können und hätten es gerne noch länger bei uns behalten. Trotzdem wünsche ich jetzt natürlich auch hier in Zülpich genauso viel Spaß mit ‚Narwali‘“, sagte Kunz mit ein wenig Wehmut. Sein Amtskollege Ulf Hürtgen hingegen freute sich sehr über den Standortwechsel und erhielt bei seinem Jubel lautstarke Unterstützung durch die anwesenden Schülerinnen und Schüler der Chlodwigschule.

Die beiden Frauen stehen neben einer Person in einem Walkostüm.

Sportlehrerin Jana Lauff (l.) und Konrektorin Jutta Sommer von der Chlodwigschule freuten sich ebenfalls über die neuen Schwimmmöglichkeiten für den Zülpicher Nachwuchs.

„Ich glaube, die Abstimmung, ob ‚Narwali‘ hier bleiben soll oder nicht, war damit einstimmig“, scherzte der Bürgermeister der Römerstadt. „Wir haben alle schon von schlimmen Unglücken gehört, die passiert sind, weil jemand nicht schwimmen konnte. Darum ist es eine ganz tolle Sache, die hier auf die Beine gestellt wurde, um Kinder schon früh an das Schwimmen zu gewöhnen“, so der Zülpicher Rathaus-Chef.

Nachwuchs hat immer seltener Gelegenheit, schwimmen zu lernen

Da immer mehr Bäder von Schließungen betroffen seien und der Nachwuchs immer seltener Gelegenheit habe, schwimmen zu lernen, freute sich auch Jutta Sommer, Konrektorin der Chlodwigschule, sehr über das Projekt. „Schwimmen kann Leben retten. Nicht nur das eigene, sondern auch das von anderen Menschen.“

Die drei Männer stehen nebeneinander und präsentieren den Narwali-Pokal.

Nach dem erfolgreichen Aufenthalt von „Narwali“ in Kall wünschte Bürgermeister Emmanuel Kunz (M.) seinem Zülpicher Amtskollegen Ulf Hürtgen (r.) ebensoviel Erfolg mit dem Projekt. Links steht der Geschäftsführer des Kreissportbunds Düren, Wolfgang Schmitz.

Ab der zweiten Klasse fänden in der Zülpicher Grundschule regelmäßig Unterrichtsstunden im Schwimmbecken statt, dennoch sei „Narwali“ eine gern gesehene Erweiterung des Angebotes. „Für uns ist das sehr wichtig und wir nehmen es gerne in Anspruch. So sind auch schon unsere kleinen Mäuse aus der ersten Klasse bestens auf den Schwimmunterricht vorbereitet.“

Tatsächlich sehen sich die Verantwortlichen des Kreissportbundes Düren genau in dieser ergänzenden Rolle, wie Wolfgang Schmitz betonte. „Wir möchten keine Schwimmbäder ersetzen, das ist weder unsere Aufgabe noch unser Ziel“, so der Geschäftsführer. „Wir haben mit unserem Container aber die Möglichkeit, direkt zu den Schulen zu kommen und mit acht bis neun Kursen am Tag die Jungen und Mädchen an das Wasser zu gewöhnen.“

Ausgestattet mit Bodenheizung und einer Gegenstromanlage

Dennoch könne der „Narwali“-Container mit den Vorgaben anderer Bäder durchaus mithalten, fügte der technische Leiter Stefan Knops hinzu. „Die Wasseraufbereitung läuft zusätzlich über UV-Licht, um auch auf mikrobakterieller Ebene zu reinigen, und auch der Chlor- und pH-Wert wird ständig überwacht, dreimal täglich sogar von Hand.“

Bei einer Größe von drei mal zwölf Metern, einer Beckentiefe zwischen 0,9 und 1,30 Meter und zusätzlicher Ausstattung wie Bodenheizung, einer Wassertemperatur von rund 31 Grad Celsius und einer Gegenstromanlage könne die Scheu vor dem Wasser genommen und Sicherheit gewonnen werden. „Während der Schulzeit und auch bei den Nachmittagskursen für Kinder sind immer zwei Trainer mit dabei, die in kleinen Gruppen die Wassergewöhnungskurse leiten.“

Abseits vom Becken bieten zudem separate Duschen und Umkleiden ausreichend Platz für den Nachwuchs. Während der Projektvorstellung am Mittwoch zeigten sich die Schülerinnen und Schüler der Chlodwigschule bereits in bester Stimmung. Optimal aufgewärmt durch das Mitmachprogramm von Liedermacher Uwe Reetz, stürmten die Jungen und Mädchen im Anschluss selbst vor die Bühne, um das für das Projekt namensgebende Maskottchen „Narwali“ in ihrer Mitte zu begrüßen. Sollte der Zülpicher Nachwuchs für den Schwimmcontainer ebenso viel Begeisterung aufbringen wie für das Eröffnungsprogramm, könnten die zusätzlichen Schwimmmöglichkeiten in der Römerstadt schnell ausgebucht sein.

Bis Freitag, 3. Juli, laufen die Wassergewöhnungskurse für Kinder unterschiedlicher Altersgruppen, das Eltern-Kind-Schwimmen und die Aqua-Fitness-Kurse für Erwachsene in dem Container auf dem Parkplatz nahe der Chlodwigschule, Blayer Straße 37, in Zülpich. Anmeldungen erfolgen über die Homepage des Projekts.