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Kommentar

Stopp russischer Energieimporte
In diesem Fall hat Donald Trump Recht

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Die EU will unabhängiger von russischem Gas werden - und weniger erpressbar. (Archivbild)

Die EU will unabhängiger von russischem Gas werden - und weniger erpressbar. 

Die Europäische Union hat sich auf einen kompletten Importstopp von russischem Gas und Öl geeinigt. Der Schritt war längst überfällig.

US-Präsident Donald Trump hat ohne Zweifel eine große Freude an der Rechthaberei, das demonstriert der Republikaner regelmäßig in Social-Media-Nachrichten, in denen er gerne seine Kritiker und Konkurrenten belehrt. Meistens zeugen die Schimpftiraden des US-Präsidenten dabei zwar mehr von einem beleidigten Ego als von Faktentreue.

Ab und zu aber hat der Republikaner aber tatsächlich Recht, etwa wenn er die Heuchelei der Europäer beim Thema Energieimporte aus Russland anprangert. Denn einerseits warnt die Europäische Union seit Jahren lautstark vor der Gefahr Russlands und betont, dass die Sicherheit des alten Kontinents vom Ausgang des Krieges in der Ukraine abhängt. Andererseits aber führt die Gemeinschaft weiterhin so viel russisches Öl und Gas ein, dass Moskau dadurch mehr Geld verdient, als die Europäische Union an Militärhilfen für die attackierte Ukraine leistet.

Wie glaubwürdig kann die Europäische Union bei ihrer Unterstützung für Kiew sein, wenn sie weiter die Kriegskasse von Wladimir Putin füllt? Natürlich haben die Mitgliedstaaten ihre Abhängigkeit in Sachen fossile Brennstoffe seit der Invasion Russlands in die Ukraine im Jahr 2022 massiv reduziert, was zugegebenermaßen einem Kraftakt glich, insbesondere in Deutschland. Halbherzig waren viele der Maßnahmen aber trotzdem.

Es dauerte nun fast vier Jahre, bis die Europäische Union nun vollends ihren großen Worten auch tatsächlich Taten folgen lässt. Am Mittwoch einigte sich der Staatenbund endlich auf einen kompletten Importstopp von russischem Gas und Öl. Der Schritt war längst überfällig. Gleichwohl erfordert das Ende der Gaseinfuhren bis spätestens zum Ende des Jahres 2027 für die nächsten Monate noch mehr Tempo beim Ausbau der erneuerbaren Energien und der Netzinfrastruktur. Es sollte spätestens seit Mittwoch eine Priorität von allen EU-Ländern sein.