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ExpertenratVor dem Urlaub noch impfen lassen

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Vor allem in südlichen Regionen besteht das Risiko, sich mit Hepatitis A zu infizieren.

Ein Muschelessen, ein Eisgetränk, ein Händedruck: Im Urlaub kann man sich schnell eine gefährliche Leberentzündung einfangen. Ein Infektionsrisiko mit dem Hepatitis A-Virus besteht jedoch nicht nur auf Fernreisen, sondern auch in Osteuropa und dem gesamten Mittelmeerraum. Und die Viren reisen mit zurück nach Hause: Mehr als jede zweite Hepatitis-A-Infektion, die in Deutschland diagnostiziert wird, wurde aus einem Mittelmeerland eingeschleppt.

Zusammen mit der Hepatitis B zählt die Hepatitis A zu den häufigsten Krankheiten unter Reisenden - vor denen aber oft eine Impfung schützen kann. Je nach Reiseland, Reisedauer und Art der geplanten Aktivitäten können weitere Impfungen wichtig sein. Anlässlich der Europäischen Impfwoche beantworten heute vier Experten an unserem Servicetelefon alle Fragen zum Thema Impfschutz für den Urlaub.

Wichtig ist es etwa, die Ansteckungswege zu kennen. Um sich im Urlaub mit Hepatitis A zu infizieren, müssen Urlauber nämlich keineswegs ein besonders riskantes Verhalten an den Tag legen. Der Verzehr verunreinigter Nahrungsmittel oder Getränke ist die häufigste Ansteckungsquelle. Wegen der langen Inkubationszeit bricht die Krankheit oft aber erst nach der Rückkehr aus. Für das Jahr 2011 wurden mehr als 800 akute Fälle an das Robert-Koch-Institut übermittelt.

Die Hepatitis B hingegen wird bei ungeschütztem Sex oder über kleinste Mengen Blut übertragen: Der Besuch im Nagelstudio oder zum Beispiel beim türkischen Barbier kann schon ein Risiko bedeuten. Hepatitis-Viren verursachen eine Entzündung der Leber. Die Hepatitis A ist eine akute Form, die in der Regel vollständig ausheilt. Im Gegensatz zur Hepatitis B: Bei etwa jedem zehnten Hepatitis-B-Infizierten wird die Krankheit chronisch. Dann kann es Jahre nach der Ansteckung zu einer Leberschrumpfung ("Zirrhose") oder Leberkrebs kommen. Die Impfung gegen Hepatitis A empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) allen Reisenden in Gegenden mit einem mittleren bis hohen Ansteckungsrisiko. Die Impfung ist nicht generell eine Kassenleistung. Anders die Impfung gegen Hepatitis B, die hierzulande seit 1995 generell für alle Säuglinge, Kinder und Jugendliche empfohlen wird. Für Reisende in gefährdete Länder und mit engem Kontakt zur Bevölkerung gilt ebenfalls eine Impfempfehlung.

Je nach Reiseziel können weitere Impfungen sinnvoll sein. Welche das im Einzelfall sind, kann ein Gespräch mit einem Reisemediziner klären. So empfiehlt die Stiko bei bestimmten Auslandsreisen eine Meningokokken-Schutzimpfung, die vor lebensbedrohlichen Hirnhautentzündungen und Blutvergiftungen schützen kann. In manchen Regionen ist eine Impfung gegen die von Zecken übertragene Frühsommermeningoenzephalitis (FSME) empfehlenswert. Je nach Reiseziel und -zeit kann auch eine Malariaprophylaxe sinnvoll sein. Und Lücken im Impfpass sollten vor einer Reise in jedem Fall geschlossen werden: "Versichern Sie sich, dass Ihr Impfschutz gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Polio und Masern komplett ist", sagt Reisemediziner Dr. Burkhard Rieke. (ju/aho)