Lamm, Fisch, vegetarisch5 klassische Oster-Rezepte mit besonderem Kick

Lesezeit 7 Minuten
Ein bunt gedeckter Oster-Tisch macht Lust auf gemeinsames Essen.

Ein bunt gedeckter Oster-Tisch macht Lust auf gemeinsames Essen.

Wer Ostern Familie und Freunde um den Tisch versammelt, überlegt jetzt: Was gibts zu essen? Tolle Rezepte aus vier neuen Kochbüchern.

Wer das Auferstehungsfest klassisch begeht, tischt die Dreifaltigkeit der österlichen Küche auf: „Grünes“ an Gründonnerstag, Karfreitag den Fisch und als kulinarisches Highlight: das Osterlamm am gleichnamigen Sonntag. Abwechslung bietet aber auch die Zubereitung der Gerichte. Wir haben für Sie ein paar besonders schöne Kochbücher gewälzt und fünf Rezepte zusammengestellt, mit denen ganz wunderbare Gerichte für die Ostertage gelingen.

Kölner Stadt-Anzeiger

Kölner Restaurants und Rezepte: Zu Tisch – Unser Genuß-Newsletter

Vegetarisches, wie das Zupfbrot und die Tiroler Spinatknödel, stammen aus Ronja Kolls „Die 100 besten Rezepte der besten Foodblogger“. Die Autorin hat sich dafür querbeet durch die Internetküche gearbeitet und eine wilde Mischung aus verschiedenen Ländern, Vor- und Hauptspeisen, Desserts, Kuchen und Drinks von Bloggerinnen und Bloggern zusammengestellt.

Unser Fleisch-Hauptgang stammt von Nigel Slater: Gäbe es nur ein einziges Kochbuch, das mit auf die einsame Insel dürfte, so wäre es sein jüngstes „A Cook's Book“. Hier vereint der Brite seine 200 Lieblingsrezepte, die er während der Corona-Zeit aufgeschrieben hat. Das Buch ist eine große Empfehlung, sehr persönlich und poetisch. Schöne Bilder und Geschichten ergänzen die einfachen Gerichte und machen große Lust aufs Kochen.

Was wäre Ostern ohne Süßes?

Unsere „Ganze Scholle Finkenwerder Art mit Krabben und Speckbohnen“ stammt aus Hella Wittes Kochbuch „Fischverliebt“. Das erst kürzlich erschienene Werk ist mehr als eine Rezeptsammlung: Mit viel Leidenschaft erzählt Hella Witte Geschichten von vor und hinter ihrer bekannten Ladentheke auf dem Münchener Viktualienmarkt, sie gibt ihr geballtes Fachwissen über Fische preis und verrät, warum sie die Meeresbewohner so faszinieren – ein Buch für Fischliebhaber.

Und zu guter Letzt: Was wäre Ostern ohne Süßes? Der feine Eierlikör-Gugelhupf stammt von Veronique Witzigmann. In ihrem 240 Seiten starken Backbuch „Süsses“ verrät die Tochter von Starkoch Eckart Witzigmann neben zuckrigen Rezepten auch viel Theorie und Basics aus der Patisserie- und Backküche. Wer sich schon immer mal an die großen Klassiker wie Sachertorte oder Frankfurter Kranz wagen wollte, findet hier ausgereifte Rezepte. Ein Standardwerk für Hobbybäcker.

Ostersnack: Zupfbrot 

Zupfbrot mit Parmesan, Rezept aus Kochbuch 
Die besten 100 Rezepte der Foodblogger

Zupfbrot mit Parmesan, Rezept aus Kochbuch Die besten 100 Rezepte der Foodblogger

Ganz einfaches, schnelles und leckeres Rezept für Kräuter- und Knoblauch-Liebhaber. Das Zupfbrot eignet sich gut für den kleinen Hunger zwischendurch oder auch als Beilage zum Essen. Besonders lecker schmeckt es mit frischen Kräutern der Saison - zu Ostern bietet sich der Bärlauch an – aber auch mit Rosmarin oder Thymian ist dieses Brot ein Fest. Fertig in 45 Minuten - Schwierigkeitsgrad 1.

ZUTATEN FÜR 4 PERSONEN:

  1. 150 g Butter + mehr für die Form
  2. 4 EL Kräuter (frisch oder TK)
  3. Salz
  4. Pfeffer
  5. 1 Knoblauchzehe
  6. 400 g Hefeteig (fertig gekauft oder selbst gemacht)
  7. Mehl für die Arbeitsfläche
  8. 1 Ei

ZUBEREITUNG:

1.  Butter mit Kräutern, Salz und Pfeffer verrühren. Den Knoblauch schälen, fein würfeln und zugeben. Den Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze (160 °C Umluft) vorheizen. Den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche kurz durchkneten und zu einem Rechteck ausrollen. Die Kräuterbutter dünn darauf verstreichen.

2.  Den Teig in ca. 4 cm breite Streifen schneiden und nacheinander stapeln. In eine gefettete Form beliebig zusammensetzen.

3. Das Ei verquirlen und die Teigoberfläche damit einpinseln. Das Zupfbrot im Ofen ca. 45 Minuten backen. Anschließend abkühlen lassen und servieren.

Das Rezept stammt aus dem Kochbuch: „Die 100 besten Rezepte der besten Foodblogger“, Ronja Kolls, Callwey Verlag, 240 Seiten, 200 Fotos, 39,95 Euro, ISBN: 978-3-7667-2579-0

Fleisch: Lammbraten mit Za’atar und Bohnen-Mograbieh

Roast Lamb Zatar aus dem Kochbuch: Nigel Slater „A Cook's Book“

Roast Lamb Zatar aus dem Kochbuch: Nigel Slater „A Cook's Book“

ZUTATEN FÜR 6 PERSONEN

  1. 3 Knoblauchzehen
  2. 4 EL Olivenöl
  3. 3 EL Za'atar-Würzmischung
  4. Saft von 2 Zitronen
  5. Kleine Lammkeule, 1,5 kg

ZUTATEN FÜR DAS MOGRABIEH

  1. 300 g Mograbieh (Perl-Couscous)
  2. 300 g dicke Bohnen
  3. 4 EL Olivenöl
  4. 100 g Radieschen in Scheiben geschnitten
  5. 1 Handvoll Dill gehackt

Knoblauchzehen schälen, im Mörser oder Küchenmaschine mit Olivenöl Za'atar und Prise Salz pürieren und Zitronensaft unterrühren. Lammkeule in eine Bratform legen und ringsum mit einem Grillspieß einstechen. Die Hälfte der Marinade darüber verteilen. 1-2 Stunden ruhen lassen.

Backofen auf 180 °C vorheizen. Keule im Ofen etwa 1 1/4 bis 1 1/2 Stunden braten, je nachdem wie durchgebraten man das Flesich mag.Zwischendurch 3-4 mal mit den Säften übergießen. Nach der halben Kochzeit die restliche Marinade über dem Lamm verteilen.

Das Mograbieh in leicht gesalzenem Wasser 20 Minuten kochen und dann abgießen. Die Dicken Bohnen je nach Größe 8 bis 10 Minuten in Salzwasser kochen. Abgießen und kurz unter kaltem Wasser abschrecken. Mit Daumen und Zeigefinger aus den Häuten drücken. Bohnen und Olivenöl unter das Mograbieh ziehen, Radieschenscheiben und Dill unterrühren.

Lammkeule aus dem Ofen holen und vor dem Aufschneiden 20 Minuten ruhen lassen. Mit dem Bohnen-Mograbieh servieren.

Das Rezept stammt aus dem Kochbuch Nigel Slater, A Cook’s Book“, DuMont Buchverlag512 Seiten, 142 Fotos, 42 Euro, ISBN 978-3-8321-6912-1

Fisch: Ganze Scholle Finkenwerder Art mit Krabben und Speckbohnen

Ganze Scholle aus dem Kochbuch Fischverliebt, Hella Witte

Ganze Scholle aus dem Kochbuch Fischverliebt von Hella Witte

Tipp der Autorin: Achten Sie auf die dicken orangefarbenen Punkte auf der dunklen Hautoberseite des Fisches. Diese sind ein Indikator dafür, dass die Scholle ganz frisch ist. Die Zubereitung „Finkenwerder Art“ stammt übrigens von einem Fischerdorf nahe Hamburg.

ZUTATEN FÜR 2 PERSONEN

  1. 400 g Prinzessbohnen
  2. 2–4 Scheiben Bauchspeck
  3. 2 EL Butter
  4. Salz
  5. 2 küchenfertige Schollen
  6. Pflanzenöl
  7. 1 Zitrone
  8. Mehl, Salz und Pfeffer
  9. 50 g Nordseekrabben zum Belegen

ZUBEREITUNG SPECKBOHNEN:

Die Bohnen waschen und die Enden abschneiden. In gesalzenem Wasser 10 Min. kochen. Abgießen und in Eiswasser abkühlen, so bleibt die grüne Farbe erhalten. Aus den Bohnen vier Bündel formen und diese mit je einer Speckscheibe umwickeln. In der Pfanne in heißer Butter von allen Seiten goldbraun braten

ZUBEREITUNG SCHOLLE:

Die Schollen leicht mehlieren und in Pflanzenöl auf jeder Seite 5 Min. goldbraun braten und dabei salzen und pfeffern. Zum Schluss das Nordseekrabbenfleisch daraufgeben. Die Schollen mit den Speckbohnen auf vorgewärmten Tellern anrichten und je ½ Zitrone dazugeben. Ein wunderbares Mai-Essen, denn in diesem Monat schmeckt die Scholle besonders gut.

Das Rezept stammt aus dem Kochbuch „Fischverliebt“, Hella Witte, Callwey Verlag, 208 Seiten, 45 Euro, ISBN: 978-3-7667-2620-9

Veggie: Spinatknödel mit brauner Butter und gehobeltem Parmesan

Spinatknödel mit brauner Butter aus dem Kochbuch: „Die besten 100 Rezepte der Foodblogger“

Spinatknödel mit brauner Butter aus dem Kochbuch: „Die besten 100 Rezepte der Foodblogger“

Damit holt man sich den Urlaub nach Hause: Spinatknödel mit brauner Butter und Parmesanhobel schmecken wie Ferien in Südtirol. Fertig in 35 Minuten – Schwierigkeitsgrad 2.

ZUTATEN FÜR 12 KNÖDEL

  1. 150 g altbackene Brötchen vom Vortag
  2. Ca. 100 ml lauwarme Milch
  3. 1 mittelgroße Zwiebel
  4. 1 Knoblauchzehe
  5. 2 EL Butter
  6. 500 g TK-Spinat, aufgetaut und fein gehackt
  7. 1 Ei (Größe L)
  8. 2 EL Mehl
  9. Salz
  10. Pfeffer
  11. Frisch geriebene Muskatnuss
  12. Ca. 3 EL Paniermehl
  13. Zum Anrichten
  14. Heiße, braune Butter
  15. Frisch gehobelter Parmesan

ZUBEREITUNG

1. Die Brötchen klein würfeln und mit der lauwarmen Milch übergießen. Beides vorsichtig mit den Händen vermischen, bis das Brot vollständig in der Milch eingeweicht ist. Zwiebel und Knoblauch schälen, Zwiebel fein würfeln und Knoblauch zerkleinern. Beides in einer kleinen Pfanne in der Butter hellgolden dünsten. Den Spinat ausdrücken.

2. Das Ei und das Mehl zu den Brötchen geben und vermischen. Den Spinat und die Zwiebelmasse untermengen. Kräftig mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. So viel von dem Paniermehl zugeben und den Knödelteig mit den Händen gründlich verkneten, bis er gut bindet. Abschmecken und ca. 15 Minuten ruhen lassen.

3. Anschließend einen Probeknödel in Tischtennisballgröße formen und in kochendem Salzwasser ca. 10 Minuten ziehen lassen. Sollte sich der Knödel im Wasser auflösen, noch etwas Paniermehl unter den Teig geben. Aus dem restlichen Teig mit feuchten Händen 12 Knödel formen und diese im leicht siedenden Salzwasser in ca. 10 Minuten gar ziehen lassen, bis sie an der Oberfläche schwimmen. Dann mit einem Schaumlöffel herausheben und warm stellen.

4. Zum Anrichten die Knödel in tiefe Teller geben, mit heißer, brauner Butter beträufeln und mit Parmesanhobeln bestreuen.

TIPP: Dazu passt sehr gut ein frischer Salat, wie z.B. Rucola mit Cherrytomaten und einer leckeren Vinaigrette. Und wenn man dann noch einen schönen Südtiroler Wein dazu trinkt, dann ist man schon fast jenseits der Alpen ...

Das Rezept stammt aus dem Kochbuch: „Die 100 besten Rezepte der besten Foodblogger“, Ronja Kolls, Callwey Verlag, 240 Seiten, 200 Fotos, 39,95 Euro, ISBN: 978-3-7667-2579-0

Süsses: Eierlikörkuchen

Eierlikörkuchen aus dem Buch: Süsses, Veronique Witzigmann

Eierlikörkuchen aus dem Buch: Süsses, Veronique Witzigmann

Fertig in 25 Minuten (ohne Eierlikör), Backzeit: 50 Minuten

ZUTATEN FÜR EINEN KUCHEN:

  1. 250 g Puderzucker
  2. 10 g Bourbon-Vanillezucker
  3. Abrieb von 1/2 Bio-Orange
  4. 5 Eier (M)
  5. 200 ml Öl
  6. 250 ml Eierlikör (siehe unten)
  7. 250 g Weizenmehl (Type 405)
  8. 16 g Backpulver
  9. 25 g Zartbitter-Mandel-Orangen-Schokolade für die Glasur
  10. 80 g Vollmilchkuvertüre
  11. 80 g Zartbitterkuvertüre
  12. Gugelhupfform 24 cm Durchmesser
  13. Butter zum Ausstreichen der Form

ZUBEREITUNG:

Die Backform gut mit Butter ausstreichen. Den Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Für den Teig den Puderzucker in eine Schüssel sieben, dann Vanillezucker, Orangenabrieb und Eier dazugeben und mit dem Handmixer ca. 5 Minuten cremig rühren. In einem Messbecher Öl und Eierlikör grob mischen. Zu der Eimasse gießen und unterrühren. Das Mehl und das Backpulver in eine Schüssel sieben, vermischen und portionsweise in die Eierlikörmasse einarbeiten. Zuletzt die Schokolade hacken und unterheben. Den Teig in die Form füllen und ca. 50 Minuten auf mittlerer Schiene im Ofen backen (Stäbchenprobe). Herausnehmen, Kuchen kurz in der Form abkühlen lassen und dann auf ein Kuchengitter stürzen.

Die klein gehackten Kuvertüren separat in Edelstahlschüsseln geben und auf einem warmen Wasserbad schmelzen. Jeweils in einen kleinen Spritzbeutel füllen. Die Spitze ganz vorne dünn (für einen feinen Strahl) abschneiden und erst mit der dunklen Kuvertüre feine Linien rundum über den Gugelhupf ziehen. Etwas antrocknen lassen, dann die Vollmilchkuvertüre ebenso auftragen. 

FÜR DEN EIERLIKÖR:

  1. 1 Vanilleschote
  2. 8 Eigelb (M), Zimmertemperatur
  3. 200 g Zucker
  4. 250 g Sahne
  5. 150 ml Wodka
  6. 50 ml Grand Marnier
  7. 100 ml Vollmilch

ZUBEREITUNG EIERLIKÖR

Eine Metallschüssel auf ein warmes Wasserbad setzen. Vanilleschote aufschlitzen und das Mark herauskratzen. Die Eigelbe mit Zucker und Vanillemark in die Schüssel geben und mit einem Schneebesen verrühren. Nach und nach die restlichen Zutaten einfließen lassen und dickcremig aufschlagen. Weiterschlagen, bis eine gleichmäßige, gebundene, cremige Masse entstanden ist. Schüssel vom Wasserbad nehmen und Masse noch ein paar Minuten kalt rühren. Eierlikör in vorbereitete, sterilisierte Flaschen abfüllen.

Das Rezept stammt aus dem Kochbuch „Süsses“ von Veronique Witzigmann, Callwey Verlag, 240 Seiten, 150 Fotos, 45 Euro,  ISBN: 978-3-7667-2554-7

Hinweis: Dieser Artikel wurde von uns erstmals im April 2023 ausgespielt.

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