Was tun, wenn das Kind mit Läusen nach Hause kommt? Wir haben die wichtigsten Tipps zur Behandlung der Parasiten für Sie zusammengestellt:
Keine Panik
Um die unangenehmen Blutsauger zu bekommen, reicht es aus, wenn eine einzige Laus den Kopf befällt. Einmal angekommen kann sie bis zu hundert Eier legen. Die Parasiten werden häufig bei engem Kopf-Kontakt von Menschen übertragen. Da sich Kinder in den kalten Monaten oft drinnen aufhalten und dabei ihre Köpfe beim Spielen zusammenstecken, tritt genau zu dieser Zeit häufig ein Lausbefall auf. Wenn das Kind mit Läusen nach Hause kommt, sollte jedoch keine Panik ausbrechen.
Läusesuche
Zuerst muss nach den Läusen gesucht werden. „Läuse treten vor allem am Haaransatz hinter den Ohren und im Nackenbereich auf“, erklärt Thomas Preis, Sprecher der Apotheker in Köln und Vorsitzender des Apothekerverbands Nordrhein. „Als Laie sollte man die Haare des Kindes dort mit einem Läusekamm durchkämmen.“ Danach kann der Kamm auf einem weißen Handtuch abgestrichen werden. Falls das Kind von Läusen befallen ist, sind die Nissen auf dem Handtuch zu sehen.
Wenn Läuse entdeckt werden, heißt es für die Betroffenen erst einmal Zuhause bleiben. Theoretisch darf das Kind am Folgetag der ersten Behandlung mit einem Mittel aus der Apotheke wieder zur Schule oder in den Kindergarten gehen. Wichtig ist allerdings, dass der Arzt den Behandlungserfolg vorher bestätigt.
Informieren
„Wenn ein Kind Läuse hat, muss die Schule oder der Kindergarten darüber unterrichtet werden“, erklärt Thomas Preis. Die Einrichtungen sind dann dafür zuständig, den Läusebefall dem zuständigen Gesundheitsamt zu melden. Auch die Eltern von Freundinnen und Freunden des betroffenen Kindes sollten informiert und die Kinder gegebenenfalls behandelt werden.
Mythen über Läusebefall
Behandlung
Um Läuse loszuwerden, ist rasche Behandlung wichtig – nur so kann das Problem schnell in den Griff bekommen werden. Hausmittel wie Teebaumöl oder Essig sind laut Thomas Preis aber nicht geeignet, um dauerhaft „läusefrei“ zu bleiben. „Ich empfehle, die Kinder mit einem Mittel aus der Apotheke zu behandeln, in dem Dimeticon enthalten ist“, erklärt der Apotheker. „Gegen dieses Silikon können die Läuse erstens keine Resistenzen bilden und zweitens wird es von der Kopfhaut der Kinder nicht aufgenommen.“
Das Robert Koch-Institut empfiehlt folgende Vorgehensweise: Am ersten Tag sollte die Kopfhaut mit einem Insektizid, also einem Läuse tötendem Mittel mit dem Wirkstoff Dimeticon, behandelt und die Haare anschließend nass mit einem Nissenkamm ausgekämmt werden. Am fünften Tag empfiehlt das Institut „die Haare erneut auszukämmen, um früh nachgeschlüpfte Larven zu entfernen, bevor sie mobil sind“.
Zwischen dem achten und zehnten Tag sollte man noch einmal mit einem Insektizid behandeln. „Nur so können spät geschlüpfte Larven abgetötet werden“, erklärt Thomas Preis. Eine Kontrolluntersuchung durch nasses Auskämmen sollte am 13. Tag vorgenommen werden. Die letzte Kontrolle kann am 17. Tag durch erneutes Auskämmen der nassen Haare stattfinden.
Entlausen
Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sowohl Bettwäsche als auch Handtücher bei 60 Grad waschen und die gesamte Kleidung nach der Behandlung vollständig wechseln. „Kuscheltiere können für mindestens drei Tage in einen verschlossenen Plastikbeutel gepackt werden“, sagt Preis. Möbel brauchen nicht mit einem Desinfektionsmittel behandelt werden, weil eine Übertragung über Gegenstände sehr selten ist.
Nachbehandlung
„In jedem Falle sollte auch auf die Nachbehandlung geachtet werden, denn aus den Nissen können noch Wochen später neue Läuse schlüpfen“, erklärt Thomas Preis. Wichtig ist auch, dass Kinder regelmäßig untersucht und auch Familienmitglieder sowie enge Freunde kontrolliert werden. Präventionsmaßnahmen gibt es jedoch wenige. „Die beste Vorbeugung ist eine regelmäßige Kontrolle von Haaren und Kopfhaut“, sagt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.