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Schnelles InternetGroßprojekt bringt den Glasfaserausbau im Kreis Euskirchen enorm voran

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Die Vertreter der Kommunen und der beteiligten Firmen haben sich im Halbkreis um einen Sandhügel gruppiert, um mit Schaufeln den ersten Spatenstich durchzuführen.

Den Sand fliegen ließen die Teilnehmer beim Spatenstich für den Gigabitausbau im Kreis Euskirchen, der in Wolfgarten stattfand.

Im Kreis Euskirchen wurde ein 61 Millionen Euro teures Ausbauprojekt gestartet, durch das in zehn Kommunen mehr als 23.000 Haushalte an Glasfasernetz angeschlossen werden können.  

Spatenstiche zum Start von Glasfaserprojekten hat es im Kreis Euskirchen in den vergangenen Jahren schon einige gegeben. Der symbolische Akt in Wolfgarten könnte nun einer der letzten dieser Größenordnung gewesen sein. Mit ihm wurde ein kreisweites Ausbauprojekt offiziell gestartet, bei dem rund 17.680 unterversorgte Adressen mit insgesamt etwa 23.250 Haushalten in zehn Kommunen an das Glasfasernetz angeschlossen werden. Das Investitionsvolumen: 61 Millionen Euro.

Die Bauarbeiten laufen bereits seit dem 1. Juni und haben in Wolfgarten begonnen. Im Abstand von jeweils ein bis zwei Monaten sollen auch die neun weiteren Bauabschnitte folgen. Insgesamt ist für das Ausbauprojekt eine Bauzeit von 33 Monaten vorgesehen.

Nur die Gemeinde Weilerswist ist im Projekt nicht dabei

„Zehn von elf Kommunen im Kreis Euskirchen profitieren von diesem Projekt“, sagte Landrat Markus Ramers. Nicht dabei sei lediglich die Gemeinde Weilerswist. Dort hätten sich die Telekommunikationsunternehmen entschieden, den Ausbau eigenwirtschaftlich zu realisieren.

In den ländlich geprägten Regionen des übrigen Kreisgebiets bestehe dagegen eine Wirtschaftlichkeitslücke, die einen eigenfinanzierten Ausbau verhindere. Um diese zu schließen, sei das aktuelle Förderprogramm aufgelegt worden. Ziel der Bundesregierung sei es, Deutschland bis 2030 flächendeckend mit Glasfaser zu versorgen.

Eine gute Internetverbindung ist wichtig für die Arbeit, für Telemedizin, aber auch für die Unterhaltung.
Markus Ramers, Landrat des Kreises Euskirchen

Nach dem Förderprogramm für die sogenannten „Weißen Flecken“ stehen nun die „Grauen Flecken“ im Fokus. Diese wurden von der Kreisverwaltung erfasst und in das Förderverfahren eingebracht. Es gehe um eine zukunftsfähige Infrastruktur, betonte Ramers. Die Kreisverwaltung habe das Förderverfahren koordiniert, die Anträge gestellt und begleite nun auch die Umsetzung des Projekts.

Der Hausanschluss ist für die Kunden kostenfrei

„Eine gute Internetverbindung ist wichtig für die Arbeit, für Telemedizin, aber auch für die Unterhaltung“, sagte Ramers. Im Zuge der Maßnahme werden insgesamt 413 Kilometer Leerrohre verlegt. Der Bund übernimmt 50 Prozent der Kosten, das Land Nordrhein-Westfalen weitere 30 Prozent beziehungsweise bei finanzschwachen Kommunen sogar 40 Prozent. Den verbleibenden Eigenanteil tragen die jeweiligen Kommunen.

Da, wo es schön ist, ist der Ausbau teuer.
Sebastian Frings, Glasfaser Plus

„Da, wo es schön ist, ist der Ausbau teuer“, sagte Sebastian Frings von Glasfaser Plus, einem Gemeinschaftsunternehmen der Telekom und der Investmentgesellschaft IFM. Das Unternehmen übernimmt sowohl den Ausbau als auch den späteren Betrieb des Netzes. Beim Termin in Wolfgarten sei deutlich geworden, wie sehnsüchtig die Menschen im Ort auf den Glasfaserausbau warteten. Zugleich versprach Frings eine langfristige Perspektive: „Wo wir sind, da werden wir auch bleiben, denn der Betrieb wird sich rechnen.“

Wichtig sei jedoch, dass die verlegten Leitungen nicht automatisch zu einem Hausanschluss führten, betonte Stefan Mysliwitz, Regio-Manager der Telekom. „Die Kunden müssen selbst aktiv werden und ihren Anschluss buchen“, sagte der Regionalmanager. Der Hausanschluss sei dabei kostenfrei. Im ersten Bauabschnitt in Schleiden werde das Angebot bereits gut angenommen. Den Abschluss des Gesamtprojekts, der für 2029 geplant ist, soll später der Ausbau in Euskirchen bilden.

„Dieser Platz ist etwas Besonderes“, sagte Schleidens Bürgermeister Ingo Pfennings beim Spatenstich mit Blick auf die Nähe zum Nationalpark. Nach der Flutkatastrophe habe die Stadt bewusst die Entscheidung für den Glasfaserausbau getroffen. „Das ist gerade für Wohnorte mit vielen Pendlern von großer Bedeutung“, betonte Verwaltungschef Pfennings.


Das Projekt soll 2029 abgeschlossen sein

Der kreisweite Glasfaser-Ausbau ist in insgesamt zehn Abschnitte unterteilt. Nach derzeitiger Planung soll zunächst Schleiden mit 1560 förderfähigen Adressen ausgebaut werden. Mechernich folgt als Abschnitt zwei mit 4516 Adressen.

Danach sind Bad Münstereifel (2411 Adressen), Hellenthal (2118), Euskirchen (2226), Blankenheim (1290), Kall (1361), Nettersheim (1394), Zülpich (621) und Dahlem (183) vorgesehen.

Ein Hand hält ein aufgesplittetes Glasfaserkabel.

So dünn, dass nur noch ihre Isolierung zu sehen ist, sind die Glasfasern in den Kabeln, die jetzt verlegt werden sollen.

Die Verantwortlichen weisen jedoch darauf hin, dass es im Verlauf des Projekts noch zu Änderungen in der Reihenfolge kommen kann. Das Gesamtprojekt wird mit öffentlichen Fördermitteln unterstützt.

Für den Ausbau der noch verbleibenden rund 18.000 Adressen im Kreisgebiet sind Investitionen von mehr als 60 Millionen Euro vorgesehen. Auch die beteiligten Kommunen tragen einen Teil der Kosten.

Nach derzeitiger Planung soll das gesamte Förderprojekt bis Ende 2029 abgeschlossen sein.