Abo

Sport- und SpielflächeGrundschüler in Kall wehren sich gegen Müll und Vandalismus

3 min
Die Helfer und die Kinder stehen und knien vor einem Banner mit der Aufschrift „Haltet unsere Sport- und Spielflächen sauber“.

Zum Aufräumtag trafen die Grundschulkinder sich mit Mitarbeitern des Bauhofs und der Grünkolonne.

Müll und Vandalismus auf der Spiel- und Sportfläche wollten die Kaller Grundschüler nicht akzeptieren. Nun wurde die Anlage auf Vordermann gebracht.

Die Jungen und Mädchen der Kaller Grundschule nutzen gerne die benachbarte Spiel- und Sportfläche. Doch kaputte Spielgeräte, Glasscherben und Zigarettenkippen vermiesten ihnen zunehmend den Spielespaß. Deshalb wandten sie sich an Bürgermeister Emmanuel Kunz. Im Rahmen einer gemeinsamen Aktion wurde die Fläche am Dienstag von den Kindern, Mitarbeitern des Bauhofs und Helfern der Grünkolonne auf Vordermann gebracht und Schilder aufgehängt.

Auf der 14.000 Quadratmeter großen Spiel- und Sportfläche an der Auelstraße gibt es eine Beachvolleyballanlage, einen Soccer Cage, der auch für Basketball und Handball genutzt werden kann, Tischtennisplatten, ein Trampolin, ein großes Klettergerüst und verschiedene Calisthenics-Stationen. Ferner gibt es Sitzgelegenheiten, Tische und einen Pavillon. Abgerundet wird das Angebot mit einem Boule-Feld und einen Boulderblock, einer 400-Meter- und einer 100-Meter-Bahn sowie Leichtathletikflächen für Weitsprung, Kugelstoßen und andere Disziplinen. Rund 2,1 Millionen Euro hat die Anlage gekostet.

Drei Mädchen mit Greifzangen stehen neben einem Abfalleimer.

Mit Greifzangen sammelten Pheline (l.) und die beiden Tildas Müll auf der Anlage ein.

Ein Mitarbeiter des Bauhofs und zwei Mädchen arbeiten mit Holzteilen.

Mit Mitarbeitern des Bauhofs bauten die Kinder der Grundschule Insektenhotels und Nistkästen.

„Die Fläche ist seit Mai 2025 in Betrieb und wird sehr gut angenommen. Das Problem ist der Vandalismus und die Vermüllung“, sagte der Bürgermeister. Er halte so ein Verhalten auf einem Spielplatz für sehr bedenklich. „Wir müssen hier fast täglich Müll einsammeln, obwohl genügend Abfalleimer vorhanden sind“, ergänzte der stellvertretende Bauhofleiter Florian Marx.

Dem Bürgermeister gemeinsam einen Brief geschrieben

„Wir haben rund 300 Kinder an der Schule und nutzen die Anlage regelmäßig“, sagte Lehrerin Michaela Schneiders. Doch die Kinder hätten immer wieder über Müll und kaputte Spielgeräte geklagt. „Ein Kind hat sich sogar an einer Glasscherbe geschnitten“, berichtete die Lehrerin.

Die Kinder der 2c seien dann auf die Idee gekommen, dem Bürgermeister gemeinsam einen Brief zu schreiben und ihn auf die Probleme aufmerksam zu machen. „Außerdem haben sie Vorschläge gemacht, was man dagegen tun kann“, erzählte Schneiders. Unter anderen hatten sie Schilder gemacht, die Besucher auffordern, pfleglich mit der Anlage umzugehen. „Wir wollen auf unserem Spielplatz sicher spielen“, ist darauf beispielsweise zu lesen.

„Die Kinder sollen so auch lernen, selbst etwas zu tun und sich gleichzeitig Hilfe zu holen“, so die Lehrerin. Dabei gehe es auch darum, wer in solchen Fällen der richtige Ansprechpartner ist. Im Rahmen eines „Aufräumtages“ wurde die Anlage dann auf Vordermann gebracht und mit zahlreichen Schildern versehen.

Mitarbeiter des Ordnungsamts sollen verstärkt kontrollieren

„Ab sofort sind Glasflaschen und E-Scooter auf der Anlage verboten“, sagte Kunz. Schilder machen die Besucher darauf aufmerksam. Mitarbeiter des Ordnungsamtes würden künftig häufiger kontrollieren und auch einschreiten, wenn sich jemand nicht an die Regeln halte. Dabei gehe es auch darum, Eltern und Kinder für das Thema zu sensibilisieren. „Wenn wir mit unseren gut 300 Kindern als Vorbild vorangehen, kann das schon etwas bewirken“, ist Schneiders optimistisch.

Die drei Mädchen Tilda, Tilda und Pheline waren mit Greifzangen auf der Anlage unterwegs. „Wir haben Zigaretten, Papier, Glas und Dosen gesammelt“, berichteten die Zweitklässlerinnen. Sie hoffen, dass die Spielplatzbesucher künftig nicht mehr so viel Müll hinterlassen.

Andere Kinder waren mit Mitarbeitern des Bauhofs dabei, Insektenhotels und Nistkästen zu bauen. „Das Material hat der Bauhof mitgebracht. Das war toll“, freute sich die Lehrerin. Außerdem wurden mehrere Schilder aufgehängt.