Köln – Beamte eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) haben am Mittwoch in der Innenstadt einen sogenannten „Loverboy“ festgenommen. Der 24-Jährige soll eine junge Frau (19) in seiner Wohnung zur Prostitution gezwungen und sie zuvor mit sexuell missbraucht haben. Ermittelt wird auch gegen sechs mutmaßliche Komplizen, Frauen und Männer zwischen 20 und 26 Jahren. Eine Mittäterin soll die Frau im August angeworben haben.
Tatverdächtige sollen Geld der Freier behalten haben
Mehrere Wochen befand sich die 19-Jährige unter dem Einfluss des Tatverdächtigen. Im September gelang ihr die Flucht zur Polizei. „Die Ausübung der Prostitution sollen die Beschuldigten kontrolliert und die Geldzahlungen der Freier eingesteckt haben“, sagte Polizeisprecher Wolfgang Baldes. Meist beginnen diese „Loyerboy“-Delikte mit einem Liebesverhältnis der Frauen zu den späteren Tätern. Genau das macht diese Fälle juristisch herausfordernd, weil die Grenze zwischen einvernehmlichen und erzwungenen Handlungen herausgearbeitet werden muss.
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Zwei Wohnungen hat die Polizei am Mittwoch in der Innenstadt durchsucht, dabei seien Mobiltelefone, Datenträger und auch geringe Mengen Betäubungsmittel sichergestellt worden. Das Loverboy-Phänomen beschäftigt Polizei und Jugendamt seit mehreren Jahren. Die Dunkelziffer der Frauen, die an die vermeintlich große Liebe geraten und dann zur Prostitution gezwungen werden, sei groß. „Die Opfer können aus allen Gesellschaftsschichten kommen“, sagte ein Ermittler zu Beginn des Jahres im Gespräch mit der Rundschau. Meist stammen sie nach Beobachtung der Polizei aus nicht intakten Familien und Verhältnissen der „emotionalen Vernachlässigung“. Dies mache sie empfänglich für die Masche der Täter. Der Zwang zur Prostitution wird mit einer Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten bestraft.


