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Geschäft war im Sommer schon ZielErneut Schüsse auf Juwelier in Köln abgegeben – zwei Männer festgenommen

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Um kurz vor vier Uhr fielen in der Breite Straße mehrere Schüsse auf ein Uhrengeschäft. Die Polizei fahndet nach einem dritten Verdächtigen.

In Köln sind erneut Schüsse gefallen. In der Breite Straße in der Kölner Innenstadt wurden am Mittwochmorgen (21. Oktober) mehrere Schüsse auf ein Fachgeschäft für hochwertige Uhren abgegeben. Dabei handelt es sich um dasselbe Geschäft, auf das bereits im August zwei Mal innerhalb weniger Tage geschossen wurde, wie die Polizei bestätigte.

Kurz darauf nahm die Polizei zwei Tatverdächtige im Alter von 18 und 42 Jahren fest. Bei dem 42-Jährigen stellten die Beamten eine Schusswaffe sicher. Nach Informationen dieser Redaktion handelt es sich dabei um eine Maschinenpistole oder ein einklappbares Schnellfeuergewehr. Demnach ist der 42-Jährige Somalier, der 18-Jährige Deutscher. Nach einem dritten Tatverdächtigen wird noch gefahndet.

Wieder Schüsse in Köln: Erneut trifft es ein Uhrengeschäft in der City

Gegen 3:50 Uhr alarmierten Zeugen die Polizei, weil sie schussartige Geräusche im Bereich der Breite Straße wahrgenommen hatten, teilte die Polizei weiter mit.

Zeugen beobachteten anschließend drei Personen, die auf E-Scootern über die St. Apern-Straße flüchteten. Zeitgleich entdeckte ein Mitarbeiter der Videoleitstelle drei E-Scooter-Fahrer, die über die Hohenzollernbrücke nach Deutz unterwegs waren. Streifenteams stellten kurz darauf zwei der Verdächtigen auf der Deutz-Mülheimer-Straße in Höhe des Messegeländes. Der Dritte flüchtete in Richtung Zoobrücke.

Er soll eine dunkle Kappe getragen haben und einen Ziegenbart tragen. Die Ermittlungen zu seiner Identität dauern an, so die Polizei. Zeugen, die Angaben zur Tat und/oder dem flüchtigen Tatverdächtigen machen können, werden gebeten, sich bei der Kriminalpolizei unter der Rufnummer 0221 2290 oder per E-Mail an poststelle.koeln@polizei.nrw.de zu melden.

Am Tatort im Bereich Breitestraße/Gertrudenstraße entdeckten Polizisten mehrere Einschusslöcher in der Fassade des Uhrengeschäftes sowie Patronenhülsen auf dem Gehweg davor. Spezialisten der Spurensicherung sicherten am Vormittag die Spuren vor Ort.

Die Hintergründe sind noch unklar. Laut Polizei werden auch Bezüge zu vorherigen Schussabgaben auf das Geschäft geprüft. Bereits im August rückte die Polizei innerhalb kurzer Zeit zweimal an, weil Schüsse das Uhrengeschäft getroffen hatten. Der Inhaber wollte sich auf Anfrage dieser Redaktion nicht zu den Vorfällen äußern. Die beiden Festgenommenen sollen am Donnerstag einem Haftrichter vorgeführt werden.

Erst am vergangenen Wochenende hatte es erneut Schüsse in Köln und Brühl gegeben. In der Nacht zum Samstag (17. Oktober) wurden Schüsse auf ein Wohnhaus in Merkenich und auf ein Restaurant am Maternusplatz in Rodenkirchen abgegeben. Im Haus in Merkenich hielt sich zu diesem Zeitpunkt niemand auf. Die Polizei fahndet in beiden Fällen nach zwei unbekannten Schützen.

Am Sonntag zwischen Mitternacht und 1 Uhr wurde zudem ein Wohn- und Geschäftshaus in Brühl beschossen. Der Hausbesitzer entdeckte die Schäden am Morgen.

Polizeieinsatz nach Schüssen an der Breitestraße.

Polizeieinsatz nach Schüssen an der Breite Straße in der Kölner Innenstadt.

Diese Vorfälle reihen sich in eine Serie von Schüssen auf Geschäfte und Wohnhäuser in und um Köln ein. Die Kölner Polizei ermittelt seit Pfingsten in über 30 Fällen.

Nach Informationen dieser Redaktion aus Sicherheitskreisen führen die Ermittlungen zu unterschiedlichen Milieus: zur türkischen organisierten Kriminalität, unter anderem den sogenannten Daltons, und in die Rockerszene. Nicht alle Fälle hängen zwangsläufig zusammen; in einzelnen Fällen könnten außerdem auch private Konflikte abseits der organisierten Kriminalität eine Rolle spielen.

Als verbindendes Muster mehrerer Taten gilt „Violence as a Service“: Hintermänner lassen junge Menschen gegen Bezahlung Anschläge ausführen, die häufig weder Opfer noch Auftraggeber kennen. Bekannt wurde die Methode im Zusammenhang mit dem sogenannten Kölner Drogenkrieg 2024.

Die Daltons, eine kriminelle Gruppierung aus der Türkei, sollen Geschäftsleute erpressen, bei denen sie Vermögen vermuten. Die Gruppe nimmt zunehmend auch Geschäftsleute in Deutschland ins Visier. Schüsse auf Häuser und Ladenlokale sollen die Betroffenen einschüchtern und zu hohen Zahlungen bewegen. Laut Oliver Huth, Landesvorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK) setzten die Daltons wiederum in erster Linie auf Schützen aus den eigenen Reihen.

Die Betroffenen sind häufig Geschäftsleute mit türkischen Wurzeln, die nach bisherigen Erkenntnissen selbst nichts mit Kriminalität zu tun haben.

Ob die Schussabgaben auf das Uhrengeschäft in der Breite Straße in Köln mit der Serie zusammenhängen, ist bislang nicht bekannt.