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Haltestelle StadionBahnsteig für FC-Fans soll für viel Geld neu gebaut werden

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Die Haltestelle RheinEnergieStadion.

Die Haltestelle für FC-Fans muss für 90 Meter lange Bahnen fit gemacht werden. Doch mit einer einfachen Verlängerung ist es nicht getan.

Die Haltestelle „Rheinenergie-Stadion“ für den Sonderverkehr zu den Heimspielen des 1. FC Köln ist keine Haltestelle wie jede andere. Nun soll der Bahnsteig für die Sonderzüge zu den Heimspielen des 1. FC Köln neu gebaut werden. Die Bahnsteige müssen den 90 Meter langen Bahnen angepasst werden, die künftig auf der Linie 1 eingesetzt werden. Bei den besonderen Anforderungen dieser Haltestelle keine kleine Aufgabe. Dementsprechend wird auch die Rechnung nicht klein ausfallen. Für eine Maximalvariante würde nicht weniger als 41,2 Millionen Euro fällig. Der Verkehrsausschuss soll in seiner heutigen Sitzung Geld für die Planung freigeben.

Eigene kleine Leitstelle

Die Besonderheiten der Haltestelle: genutzt wird sie im Grunde nur alle 14 Tage, dann wird es aber rummelig, zehntausende FC-Fans kommen in einem engen Zeitfenster an. Weil die dafür eingesetzten Sonderbahnen nicht zu dem regulären Betrieb der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) gehören, müssen sie in den Takt eingeflochten werden. Deshalb gehört zu der Haltestelle eine kleine Leitstelle. Über sie können KVB-Mitarbeiter die Signal entsprechend steuern. Und weil es unter den Fans nicht immer friedlich zugeht, ist der Turm mit Leitstelle zugleich auch Wachturm.

Was künftig für die ganze Strecke der Linie 1 gelten wird, davon ist auch diese Sonderhaltestelle nicht ausgenommen: Die KVB wollen auf der sogenannten Ost-West-Achse 90 Meter lange anstatt 60 Meter lange Stadtbahnen einsetzen. Damit sollen die Kapazitäten auf der chronisch überlasteten Linie erweitert werden. Also mal eben den jetzigen Bahnsteig verlängern? So einfach ist es leider nicht. „Eine Variantenuntersuchung zeigt, dass eine einfache Verlängerung der Bahnsteige an der Haltestelle aufgrund technischer und infrastruktureller Restriktionen im Bestand sowie landschaftsschutzrechtlicher Belange nur mit einem erheblichen baulichen, finanziellen und umweltbezogenen Mehraufwand umsetzbar ist“, heißt es dazu in einer Beschlussvorlage der Verwaltung. Auf Deutsch: Es wird kompliziert und teuer.

Die Bahnsteige müssen verlängert werden.

Wie kompliziert, lässt sich daran ablesen, dass es nicht weniger als sieben Varianten dazu gibt, wie der Um- und Ausbau aussehen könnte. Darunter eine „Maximalvariante“. Bei der läge die neue Haltestelle für die Sonderzüge nördlich der jetzigen Anlage. Zwei 90 Meter lange Bahnen sollten an dem neuen Halt parallel abgewickelt werden können. Damit die Fahrgäste die Gleise möglichst barrierefrei und gefahrenlos überqueren können wird unter anderem ein Brückenbauwerk mit Rampen und Aufzügen vorgeschlagen. Und weiter: „Durch eine Einhausung der Brücken sowie der an die Brücken anschließenden Rampen und Treppen würde verhindert, das Gegenstände auf die Gleise geworfen werden können. Beide Bahnsteige würden überdacht“, heißt es in der Vorlage.

Auch neues Technikgebäude

Doch allein mit dem Verlegen der Haltestelle ist es nicht getan. Auch das zweigeschossige Technik- und Aufenthaltsgebäude der KVB müsste verlegt und damit neu gebaut werden. In der oberen Etage würde dann wieder ein Leitstand eingerichtet. „Mittels einer mit dem Gebäude verbundenen Überwachungsbrücke, die über die Bahnsteige und Bahngleise führt, sollen die Bahnsteige durch das Betriebspersonal der KVB sowie weitere Einsatzkräfte vollständig einsehbar sein“, führt die Verwaltung aus. Für eine solche Kontrollbrücke müssten aber auch die Oberleitungen tiefer gelegt werden. Kein Wunder also, dass für diese maximale Ausbaustufe ein maximaler Preis aufgerufen werden muss. Die Verwaltung geht von Kosten in Höhe von 41,2 Millionen Euro aus.

Möglich, dass sich der Verkehrsausschuss am Ende für eine abgespeckte Variante entscheidet. Variationen gibt es genug. Die sieben vorgelegten Varianten bilden alle „Spielarten“ ab. Eine Ausdehnung der Haltestelle nach Westen, nach Ost oder gar nach Westen wie auch nach Osten. Doch die Verwaltung gibt den Politikern einen Vorschlag mit auf den Weg, wonach doch bitte die Entscheidung für eine der vier Varianten getroffen werden soll, die eine nördliche Verlagerung vorsehen.

Planungskosten von rund einer Millionen Euro

Doch welche Variante es am Ende auch sein wird, der Weg dorthin wird kein kurzer sein. Aufgrund der Komplexität soll ein externes Planungsbüro beauftragt werden. Zudem brauche es ein Gutachten, das aufzeigt, wie die „Entfluchtung der Fanströme“ sicher erfolgen kann. Diese Planungsleistungen sollen im ersten Quartal 2026 ausgeschrieben werden. In 2027 könnte dann der Planungsbeschluss für die Vorzugsvariante erfolgen. 2028 stünde der Baubeschluss auf dem Plan. Frühstens 2029 könnten unter Umständen die Bagger am Stadion anrücken. In einem ersten Schritt soll der Verkehrsausschuss Mittel in Höhe von 1,1 Millionen Euro frei geben, damit in die Planung eingestiegen werden kann.