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Gastspiel in KölnCircus Roncalli eröffnet Ausstellung in der Kreissparkasse am Neumarkt

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Auftakt in der Kreissparkasse: Bernhard Paul mit seiner Frau Eliana (links) und seinen Kindern Lili, Vivi und Adrian.

Auftakt in der Kreissparkasse: Bernhard Paul mit seiner Frau Eliana (links) und seinen Kindern Lili, Vivi und Adrian.

Am 12. April feiert der Circus Roncalli in Köln Premiere. Direktor Bernhard Paul freut sich insbesondere auf das Kölner Publikum.

Das Programm soll im April und im Mai auf dem Neumarkt offenbar für sich sprechen. Viele Details sind dem Zirkusdirektor zum Jubiläums-Spektakel des Circus Roncalli an diesem Tag nicht zu entlocken. Eines steht für Bernhard Paul aber fest: Das Programm zum 50-jährigen Jubiläum des traditionsreichen Kölner Zirkus-Unternehmens sei „sehr gelungen“. Jeden Tag freue er sich über das Ergebnis, das derzeit schon in Recklinghausen zu sehen ist. Das dortige Gastspiel ist seit Jahren eine Art Generalprobe. An ein paar Stellschrauben dreht das Roncalli-Team in und um die Manege herum danach noch, damit zur Kölner Premiere am 12. April alles perfekt ist.

Frühere Tourneen waren bei Roncalli traditionell mit blumigen Titeln überschrieben. Von der „größten Poesie des Universums“ vor 50 Jahren, über die „Reise zum Regenbogen“, das „Teatro Paradiso“ oder die jüngste Hommage an die Welt der Kunst – „ART Ist ART“. Da kommt die neue Produktion eher nüchtern daher: „50 Jahre Circus-Theater-Roncalli“ lautet der Titel der Jubiläumstournee“. Ein Best-of mit legendären Nummern wie der des Seifenblasenkünstlers Pic oder die des Direktors als Clown Zippo ist allerdings nicht zu erwarten. Eine Rahmenhandlung rund um die einzelnen Nummern gibt es wie gewohnt ebenfalls nicht. „Wir waren nie ein Theaterstück“, sagt Paul. Eine „Stimmungscollage“ sei die bessere Bezeichnung für die verbindenden Element der Shows.

Ausstellung eröffnet: Bernhard Paul und Rita Markus-Schmitz, Vorstandsmitglied der Kreissparkasse.

Ausstellung eröffnet: Bernhard Paul und Rita Markus-Schmitz, Vorstandsmitglied der Kreissparkasse.

Beim Pressetermin in den Räumen der Kreissparkasse Köln direkt am Neumarkt wird Paul von seiner Familie begleitet. Von seiner Frau Eliana Larible und seinen drei Kindern. Adrian leitet inzwischen Roncallis „Apollo Varieté“ in Düsseldorf, Vivi unterstützt ihren Vater als Stellvertreterin, Lili steht auch in diesem Jahr wieder mit ihrer Kontorsionskunst in der Manege. Zu Wort kommen die Kinder bei der Presse-Konferenz kaum. Lili habe etwas Besonderes für die Tournee vorbereitet. Was genau? „Das ist eine Überraschung“, sagt sie.

Bernhard Paul hat einige Geschichten, die er beim Termin in der Kreissparkasse erzählen möchte. Allen voran die von seinen Problemen mit der Stadt Köln, die gescheiterten Pläne eines Zirkus-Museums oder den ebenfalls gescheiterten Wunsch, in Köln einen Weihnachtsmarkt auszurichten (die Rundschau berichtete). Anders als der Stadt sei dem Publikum in Köln nichts vorzuwerfen. „Wir verdanken dem Kölner Publikum viel. Ich freue mich sehr auf das Kölner Publikum.“ Schon in Recklinghausen werde das neue Programm mit stehenden Ovationen gefeiert. In Köln, glaubt Paul, werde das Publikum stimmungsmäßig erfahrungsgemäß noch einmal einen draufsetzen.

Bernhard Pauls Suche nach herausragenden Clowns

Neu sind Pauls Themen allesamt nicht. Immer wenn er auf dem Neumarkt seine Zelte aufschlägt, platziert sie der Zirkusdirektor öffentlichkeitswirksam. Doch auch in der Manege gibt es Themen, über die es sich lohnt zu reden. Wieder einmal ist Paul etwa auf die Suche gegangen nach herausragenden Clowns. Ein Thema, das dem Zirkus-Macher angesichts seiner eigenen Clown-Vergangenheit besonders am Herzen liegt. Mit dem Ukrainer Semen Shuster alias Housch Ma Housch habe er solch einen Meister seines Fachs gefunden. Erstmals in Köln dabei ist auch Clown Kevinski (Kevin Gorczyniski) aus den Niederlanden, bereits beim letzten Gastspiel dabei waren das Musiktalent Canutito Jr. (Alan Dereck) aus Peru sowie seit Jahren Publikumsliebling und Weißclown Gensi.

Zu den beeindruckendsten Nummern zählt für Paul die Einrad-Nummer, die den englisch-tschechischen Zirkuskünstler Pavel Valla Bertini bis knapp unter die Kuppel führt. „So etwas hat man noch nie gesehen“, sagt Paul. Ebenso unglaublich sei der Auftritt des Duos „Hair Suspension“, das die seltene Kunst des Zopfhangs beherrscht. Dabei bewegen sich die Artisten allein an ihren Haaren aufgehängt in die Höhe. Dazu kommen Nummern auf dem Trampolin, Ringjonglage, Zauber- und Illusionsnummern oder Hand-auf-Hand-Akrobatik.

Der Circus Roncalli gastiert vom 12. April bis zum 25. Mai auf dem Neumarkt. Gespielt wird in der Regel zweimal pro Tag von Mittwoch bis Sonntag. Bis auf die Premiere sind noch für alles Shows Tickets ab 33,20 Euro verfügbar.www.roncalli.de


Anlässlich des Roncalli-Jubiläums ist derzeit die Ausstellung „Liebe zur Nostalgie – Mut und Innovation: 50 Jahre Roncalli“ in der Kassenhalle der Kreissparkasse am Neumarkt zu sehen.

Am Eingang begrüßen zwei über 80 Jahre alte handbemalte Holzpferde die Besucher. Hauptbestandteil der Ausstellung ist eine Bild- und Plakatsammlung, die die Geschichte des Kölner Zirkus-Unternehmens nachzeichnet. Dazu kommen Original-Requisiten, eine historische Litfaßsäule, ein nostalgischer Balkonwagen Kostüme, ein Miniatur-Modell des Zirkuszelts und umfassendes Archivmaterial. Die Schau ist bis zum 13. April in der Kreissparkasse zu sehen.