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Defizit in MillionenhöheErhalt des Kölner Odysseums spaltet die Parteien

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Odysseum Bricklive

Die Lego-Ausstellung „Bricklive“ zieht im Moment Besucher ins Odysseum.

  1. Der Streit um den Erhalt des Kölner Odysseums geht weiter.
  2. Die SPD will an einem zukunftsfähigen Modell für den für Kinder wichtigen Lernort arbeiten.
  3. Derzeit sorgt das Odysseum jährlich für Defizite im Millionenbereich.

Köln – Nächste Runde im Ringen um die Zukunft des Odysseum: Der Rat solle sich zu dem „außerschulischen wissenschaftlichen Lernort“ bekennen und sich dafür einsetzen, das „Odysseum an diesem Standort dauerhaft zu sichern“. Das fordert die SPD in einem Dringlichkeitsantrag für die Ratssitzung am Dienstag.

Eigentümerin des Abenteuermuseums ist die Stiftung Wissen der Sparkasse Köln Bonn, den Betrieb verantwortet die Explorado Operations Köln GmbH. Gemeinsam mit beiden soll die Verwaltung prüfen, wie ein „zukunftsfähiges Modell“ für das Odysseum „unter Beteiligung der Stadt Köln“ aussehen kann.

Wie weitreichend diese städtische „Beteiligung“ sein soll, bleibt vage. Inhaltlich wird es ein bisschen konkreter. Es solle berücksichtigt werden, dass das Odysseum „als Science Center und außerschulischer Lernort erhalten bleibt und nicht zu einem gewerblichen Freizeitpark zurückentwickelt wird“. Seit März liegen bereits Pläne auf dem Tisch, das 1000 Quadratmeter große Science Center für die jugendlichen Besucher zu verkleinern und stattdessen mehr Spaßangebote zu machen, zum Beispiel durch Trampoline. Diese sollen mehr Besucher anziehen.

SPD will Sponsoring und Drittmittel prüfen

Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes (SPD), die auch im Kuratorium der Stiftung sitzt, hatte ein Engagement der Stadt ins Spiel gebracht. Im Odysseum werden „unverzichtbare Anreize für Kinder und Jugendliche geschaffen, sich mit technischen und naturwissenschaftlichen Themen auseinanderzusetzen und später auch Berufe in diesen Branchen zu ergreifen“, bekräftigt sie nun.

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Die SPD möchte, dass geprüft wird, wie über Sponsoring und Drittmittel Geld beschafft werden kann. Es soll Kontakt zu großen Arbeitgebern aufgenommen werden. Auch die Industrie- und Handelskammer (IHK) und die Handwerkskammer seien in die Überlegungen „eng einzubinden“. Die IHK selbst dürfte sich finanziell gar nicht beteiligen, „aber wir können natürlich in der Frage vermitteln, ob Unternehmen Interesse haben“, schlägt Dr. Ulrich Soénius, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK, vor.

Dr. Ralph Elster, kulturpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, hält es für wichtig, dass junge Menschen für mathematisch-naturwissenschaftliche Themen begeistert werden. Allerdings sei ein zweistelliger Millionenbetrag notwendig, um die Sammlung aktuell zu halten, das Haus zu sanieren und so „einen Erlebnisort zu schaffen, zu dem die Schüler in Scharen hinpilgern“. Angesichts anderer kostenintensiver Großprojekte sieht er ein städtisches Engagement kritisch. Das Odysseum wurde 2009 eröffnet. Durch das Abenteuermuseum entsteht bei der Stiftung Wissen regelmäßig ein Defizit, das von der Sparkasse Köln Bonn ausgeglichen wird.

Defizit im Millionen-Bereich

Im vergangenen Jahr soll das Defizit bei etwa zwei Millionen Euro gelegen haben. Die Verantwortung für das Odysseum liege bei der Sparkasse, sagt Grünen-Fraktionschefin Brigitta von Bülow. Die Stadt werde weder den Betrieb subventionieren noch die Immobilie übernehmen: „Wir werden den Antrag ablehnen“, kündigt sie an.

Und die Stiftung selbst? Sie verweist darauf, dass ein Konzept bereits vorliege. In den letzten drei Monaten seien Gespräche mit der Stadt geführt worden – man warte nun auf die politischen Entscheidungen.