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Musical in der VolksbühneGuido Cantz feiert mit „Himmel und Kölle“ Premiere

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Guido Cantz als Taxifahrer mit Pfarr-Haushälterin Moni (Vera Bolten) auf der Bühne von „Himmel und Kölle“.

Guido Cantz als Taxifahrer mit Pfarr-Haushälterin Moni (Vera Bolten) auf der Bühne von „Himmel und Kölle“.

Nach 270 Shows feiert das Musical mit viel Prominenz erneut Premiere in der Volksbühne am Rudolfplatz. 

„Dat levve ruckelt sich zurech“. Moni, die Pfarr-Haushälterin bringt es auf den urkölschen Punkt. Denn nach diesem lebensfrohen Motto wird in Köln auch gerne mal öfter Premiere gefeiert. Das Erfolgsmusical „Himmel und Kölle“ ist nach bereits 270 Shows seit Samstag zurück in der Volksbühne am Rudolfplatz. Und will erst mal bleiben. Auf dem rosaroten Teppich stimmen sich die Premieren-Gäste kulinarisch ein, kommen ins Gespräch, schwärmen von alten Zeiten. Schauspieler, Sportler, Politiker, Musiker, Comedians – viele sind gekommen, manche feiern schon zum zweiten Mal Premiere. Zum ersten Mal dabei ist Handball-Weltmeister und Weltmeister-Trainer Heiner Brand. „Ich hab viel davon gehört, dass die Leute alle begeistert waren und traurig, dass die Spielzeit zu Ende war.“

Das Stück lebe von den Urteilen und Vorurteilen über Köln, sagt der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach, der zum 4. Mal zuschaut. Jeder fände sich genauso darin wieder und könne gut darüber lachen. „Da haben auch andere ihren Spaß dran, weil man ja bundesweit weiß, was man Köln nachsagt.“ Premiere, tatsächlich ein erstes Mal, ist der Auftritt von Comedian Guido Cantz als sächselnder Taxifahrer. Schauspielerin Sabine Postel (Die Kanzlei) habe ihn zuerst gar nicht erkannt. Bosbach bezeichnet seinen Auftritt als entscheidenden Unterschied zu den ersten Aufführungen. „Der alleine ist ja schon sein Eintrittsgeld wert.“ Cantz selbst sagt, es habe ihm „Riesenspaß gemacht“. Das Musical entwickele sich „zu einer großen Leidenschaft.“

Kleine Stiche gegen die katholische Kirche

Die Story ist schnell erzählt: Junger Pfarrer kommt nach einsamer Ausbildung ausgerechnet nach Köln und lernt gleich am ersten Tag das bunte, pralle Leben in der Stadt, die liebevoll beklagten Unzulänglichkeiten und die unvergleichlichen Menschen des „Dorfes um de Dom heröm“ kennen und lieben. Markus Schneider als Pfarrer Elmar Neuhaus ist die Idealbesetzung, sagt Postel. „Der hat so einen Charme und so 'ne tolle Stimme und ist so entzückend auch als Schauspieler, dass ich ihm eine ganz, ganz große Karriere wünsche.“

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Sowohl Schneider, als auch Sharon Rupa in der weiblichen Hauptrolle Kathy, Vera Bolten als Moni und Sebastian Smulders als Mattes werden begeistert gefeiert. Als drei Skelette aus dem Reliquienschrein des Doms springen und eine flotte Sohle aufs Theaterparkett legen, kennt der Jubel keine Grenzen. Das gilt auch, als Pfarrer Elmar sich gegen das Zölibat und für seine Liebe zu Kathy entscheidet. Kleine Stiche gegen die Katholische Kirche, die Sabine Postel wie auch dem Publikum gefallen haben. „Am besten“, kontert Monsignore Robert Klein, Stadtdechant in Köln, „wenn man über sich selber lachen kann.“ Es sei ja ein Musical, ein Boulevard-Stück, „das Köln liebevoll auf die Schippe nimmt – die Stadt und auch die Kirche. Damit muss man rechnen in diesen Zeiten.“ 

Schauspieler Thomas Hackenberg ist total begeistert. „Tolles Ensemble, super Regie, alles genau auf den Punkt“. Zum Erfolg gehört das ganze Team, vor und hinter der Bühne, der schlaue Kulissen-Wechsel und zur Freude aller Akteure auch die leidenschaftliche Mit-Sing-Kunst des Publikums bei eingebauten Ohrwürmern der Fööss. Erst mal bis April 2024 soll es so weiter gehen. 10 000 Tickets sind schon verkauft.

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