Noch in diesem Jahr ist die Eröffnung geplant, die Ladeneinrichtung soll weitgehend erhalten bleiben.
Nach HaushaltswarenIm legendären Ladenlokal an der Weidengasse entsteht eine Weinbar

Die drei von der Paluma-Bar (v.l.): Pablo Middendorf, Mascha Albl und Luca Schüten
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Lange Jahre hat sich nichts getan. Doch jetzt bewegt sich etwas im Ladenlokal an der Weidengasse, in dem einst das Haushaltswarengeschäft Eduard Balke zuhause war. Paula Filz, die legendäre Inhaberin, war 2022 gestorben. Danach blieb es still und leer im Laden. Nun wird umgebaut – für eine Weinbar. „Wir wollen möglichst noch in diesem Jahr eröffnen, die Bar wird Paluma heißen“, sagt Luca Schüten (31), der sich das Konzept zusammen mit Pablo Middendorf (26) und Mascha Albl (33) ausgedacht. Der Name der Bar setzt sich aus den ersten Silben ihrer Vornamen zusammen.
Weinspezialist Middendorf dabei
„Wir wohnen an der Agneskirche und sind oft an diesem wunderschönen Ladenlokal vorbeilaufen und dachten: Da müsste man doch etwas draus machen“, sagt Mascha Albl. Dabei sind sie keine Gastronomen. Schüten kommt aus der Musikbranche, Albl ist Film-Producerin. Mit Pablo Middendorf vom Kölner Weinhandelshaus Middendorf ist aber ein ausgebildeter Weinspezialist dabei. „Ich werde etwa 100 europäische Weine auswählen. Durch meine Arbeit stehe ich mit vielen Winzern, meistens Familienbetrieben, in direktem Kontakt.“ Drinnen soll es 35 Plätze geben, dazu noch einige draußen. Auch Konzerte und andere Kulturveranstaltungen sind geplant.

Paula Filz 2018 in ihrem Laden. Die Regale und auch die Leiter werden derzeit aufgearbeitet und wieder eingebaut.
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„Uns ist es vor allem wichtig, so viel von der alten Ladeneinrichtung zu erhalten wie möglich“, sagt Schüten. So wurden die Regale, auf denen Jahrzehnte ein Riesen-Sammelsurium von Geschirr, Kaffeekannen, Einmachgläsern und Nippes stand, ausgebaut. Sie werden nun aufgearbeitet und später wieder angebracht, um darauf Weinflaschen zu präsentieren. Auch die Schiebeleiter, auf die Paula Filz immer kletterte, um die oberen Regale zu erreichen, wird wiederkehren, ebenso wie die altertümliche Kasse. Die ehemalige Verkaufstheke wird zum Bartresen.
Auch das große Außen-Werbeschild mit der Aufschrift „Ed. Balke“ wird bleiben. „Vielleicht reinigen wir es noch. Da muss man aber sehen, ob das die Schrift auch nicht angreift“, sagt Mascha Albl. Die Fassade des 1890 erbauten Hauses stehen unter Denkmalschutz. Entfernt werden muss allerdings auf Wunsch des Denkmalamtes die weinrote Farbe auf der stählernen Fenster-Umrahmung. Die sei nicht original, sondern später einmal aufgetragen worden.
Nachbarn von der Weidengasse sind begeistert
Die Nachbarschaft habe sie sehr herzlich aufgenommen. „Die Leute freuen sich, dass hier etwas passiert. Sie erzählen, dass sie früher immer hier gekauft haben oder mit Frau Filz zur Schule gegangen sind“, sagt Schüten. Und die überwiegend türkischstämmigen Gastronomen drumherum seien begeistert, dass hier junge Leute dazukommen. Ein spannendes Umfeld, finden die drei Inhaber. „Hier tut sich sehr viel, das ist ein ganz dynamisches Viertel“, sagt Albl. Bisher sei der Ebertplatz eine Art Barriere zwischen Eigelstein und Agnesviertel. Die Weinbar könnte diese Barriere vielleicht brechen.
„Wir wollen aber auf jeden Fall den Segen des Geistes von Paula Filz spüren, wenn wir aufmachen. Deshalb planen wir auch einen Gedenkabend für sie“, sagt Luca Schüten fast liebevoll. Den Laden hatte Eduard Balke, der Vater von Paula Filz, 1937 gegründet. Die Tochter übernahm 1973 und stand seitdem jeden Tag hinter dem Verkaufstresen. Sie war für viele Kölnerinnen und Kölner ein vertrautes Gesicht. Hier fand man außergewöhnliche und manchmal längst aus der Mode gekommene Haushaltshelfer. „Hier wird nichts weggeschmissen. So lange ich täglich hier arbeiten kann, bin ich glücklich“, erzählte sie 2018 dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.
Nachdem sie 2022 mit 91 Jahren starb, blieb alles im Laden erst einmal so stehen, wie sie es verlassen hatte. Schließlich kaufte ein Berliner das Haus und kündigte an, dass er am liebsten eine Weinhandlung oder ein Café als Pächter hätte. Schließlich bekam das Paluma-Team den Zuschlag.
