Abo

StatikproblemeWarum die Sanierung des RGM in Köln immer komplizierter wird

3 min
Der Durchgang zwischen RGM und Dombauhütte ist seit Monaten gesperrt.

Der Durchgang zwischen RGM und Dombauhütte ist seit Monaten gesperrt.

Statikprobleme im Bereich der Dombauhütte erschweren derzeit die Instandsetzung des Römisch-Germanischen Museums.

Die Probleme bei der geplanten Generalinstandsetzung des seit Ende 2018 geschlossenen Römisch-Germanischen Museums (RGM) reißen nicht ab. Im aktuellen Sachstandsbericht, den die Gebäudewirtschaft gestern dem Bauausschuss vorgelegt hat, werden neue Erkenntnisse zu einem neuralgischen Punkt des Bauvorhabens präsentiert. Es geht mal wieder um den schon länger gesperrten Durchgang zwischen RGM und Dom. Genauer gesagt, um die Betondecke, unter der sich die Dombauhütte und eine Trafostation befinden.

Dass diese Konstruktion undicht ist und so viel Regenwasser in die Dombauhütte eindringt, dass die Mitarbeiter dort es bereits mit Eimern auffangen müssen, hat die Rundschau bereits im Juni berichtet. Neu ist, dass die sogenannte „Röhbaudecke“ dort so kaputt ist, dass jetzt die Planungen für die Sanierung geändert werden müssen.

Weitere Bauschäden sichtbar

Hinter dem Begriff „Röhbaudecke“ verbirgt sich eine Konstruktion der 1970er-Jahre, bei der man Pappröhren in den Beton eingelegt hat, um die Betondecke insgesamt leichter zu machen. Doch im Laufe der Jahrzehnte drang Wasser ein und verursachte enorme Schäden. Im Rahmen des derzeit laufenden Rückbaus habe man das Schadensbild der Röhbaudecke weiter begutachten können, heißt es. „Die Erkenntnisse daraus führen dazu, dass das Tragsystem der Deckenkonstruktion verändert werden muss. Dies erschwert die Sanierung erheblich, da dafür, entgegen der bisherigen Planung, in das Innere der Dombauhütte eingegriffen werden muss“, erklärt die Gebäudewirtschaft nun in einem ernüchternden Fazit zu den statischen Folgen.

Der Betrieb der Dombauhütte müsse dabei weiterlaufen. Auch der Starkregen der vergangenen Wochen führe „zu Schwierigkeiten auf der Baustelle“, so der Bericht. Weiter heißt es: „Im Übergang zum bereits 2016 sanierten Bereich sind weitere Bauschäden an der Decke der Dombauhütte sichtbar geworden. Dies löst einen zusätzlichen Sanierungsaufwand außerhalb der bisherigen Planungsgrenzen aus.“

Laut dem Bericht ist im zweiten Bauabschnitt zwischen Dombauhütte und Museumsgebäude die Schadstoffsanierung momentan in vollem Gange. Auf der Baustelle war unter anderem Asbest gefunden worden.   Im Museumsgebäude selber schreite der vorgezogene Rückbau gut voran. Er wurde im April 2023 begonnen und soll im Dezember 2023 abgeschlossen werden.

Eine Visualisierung aus dem künftigen Innenraum des sanierten RGM.

Eine Visualisierung aus dem künftigen Innenraum des sanierten RGM.

Die Einhausungen des Dionysos-Mosaiks und des Poblicius-Grabmals sind abgeschlossen. Alle weiteren musealen Objekte wurden fachgerecht zurückgebaut und eingelagert. „Arbeiten, die für die statischen Untersuchungen erforderlich sind, wurden vorgezogen, so dass möglichst viele Erkenntnisse in die Kostenberechnung für die Hauptmaßnahme mit einfließen können“, betont die Gebäudewirtschaft.

Mit Abschluss der Maßnahme im Dezember werde die Baustelleneinrichtung bis zum Beginn der eigentlichen Generalinstandsetzung so umgebaut, „dass sie weniger anfällig für Verschmutzung und Vandalismus sein wird“. Außerdem will die Stadt auch versuchen, die Museumsbaustelle so zu gestalten, dass sie „nach Möglichkeit einen touristischen Mehrwert bietet“. Dazu werde derzeit „ein neues Baulogistikkonzept erarbeitet, das im ersten Quartal 2024 greifen wird, in dem auch der Bauantrag eingereicht werden soll“.